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Künstliche Intelligenz

Das Metaverse und seine Geisterstädte: Warum es Social-VR-Apps so schwer haben


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It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Am 1. Juni 2026 um 21 Uhr zieht die Social-VR-Plattform „Rec Room“ nach zehn Jahren den Stecker. Wenige Wochen zuvor, im März 2026, hatte Meta das Ende von „Horizon Worlds“ in seiner bisherigen Form angekündigt. In diese Plattform hatte der Konzern einen erheblichen Teil seines zweistelligen Milliardenbudgets zum Aufbau eines Metaversums samt der dafür nötigen Hardware versenkt. Was vor wenigen Jahren als unausweichliche Zukunft des Internets vermarktet wurde, ist 2026 auf ein paar funktionierende Nischen geschrumpft. Ein Blick auf zwei Jahrzehnte sozialer Online-Welten zeigt, warum ausgerechnet die VR-getriebenen Plattformen den schwersten Stand haben.

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Den Begriff „Metaverse“ prägte Neal Stephenson 1992 in seinem Roman „Snow Crash“. Er beschrieb damit einen persistenten digitalen Raum, in dem Menschen als Avatare zusammenleben. Lange, bevor Tech-Konzerne wie Meta diese Idee für sich entdeckten, hatte Linden Lab 2003 mit „Second Life“ bereits ein überraschend umfassendes Vorab-Modell gebaut. Die offene 3D-Plattform hatte eine eigene Währung samt Wechselkurs in Echtgeld, nutzergenerierte Inhalte und florierenden Handel mit virtuellen Gütern. Zwischen 2006 und 2008 herrschte auf der Plattform regelrechte Goldgräberstimmung und viele träumten vom Reichtum durch virtuelle Geschäfte.


Second Life: Virtuelle Jubiläumsfeier mit Avataren vor Pavillon, bunten Wimpeln und Lichterketten im Park.

Second Life: Virtuelle Jubiläumsfeier mit Avataren vor Pavillon, bunten Wimpeln und Lichterketten im Park.

Heutzutage mag „Second Life“ etwas altbacken wirken, hat aber noch immer eine treue Fangemeinde.

(Bild: Linden Lab)

4,3 Millionen Bewohner vermeldete „Second Life“ 2007. Der Boom ebbte zwar nach und nach ab, geblieben ist aber eine stabile Nische. Aktuelle Community-Auswertungen zeigen, dass „Second Life“ 2025 die Marke von 50.000 gleichzeitig eingeloggten Avataren nicht mehr knackt. Inklusive Bots pendelt sich der Wert eher bei rund 35.000 ein. Gemessen an den damaligen Prognosen, „Second Life“ werde das nächste World Wide Web, ist das ernüchternd. Gemessen an dem, was die meisten Nachfolger erreicht haben, ist es bemerkenswert.

Andere Konzepte verfolgten ähnliche Ideen mit anderen Mitteln. „Habbo Hotel“ zog mit isometrischer Pixelgrafik Millionen Jugendliche an, kämpfte aber mit Scams, Mobbing und einer verschleppten Mobile-Anpassung. „IMVU“ etablierte einen 3D-Avatar-Chat samt Creator-Marktplatz, und „PlayStation Home“ (2008 bis 2015) sollte das Konsolen-Metaverse werden. Sonys Versuch scheiterte vor allem an seinen Bugs und einem aus dem Ruder laufenden Budget. Die Einnahmen aus Mikrotransaktionen und Werbung deckten die Entwicklungskosten nie.

Mit der Rückkehr von Konsumenten-VR ab Mitte der 2010er-Jahre folgte eine neue Generation sozialer Welten. „High Fidelity“, gegründet von „Second-Life“-Erfinder Philip Rosedale, sammelte 2015 erst 22 Millionen US-Dollar Risikokapital ein, nur um seine Social-VR-Aktivitäten 2019 wieder einzustellen. Linden Lab versuchte mit „Sansar“ einen Neustart auf Steam und gab das Projekt nach mäßigem Erfolg wieder ab. Auch Microsoft übernahm 2017 ein Metaverse-Start-up.AltspaceVR“ startete als funktionierender VR-Space mit diversen Räumen für Stand-up-Comedy, Seminare, Roundtables oder Firmenfeiern. Sechs Jahre später stampfte der Windows-Konzern die Plattform allerdings ein. Und so verschwand oder verkleinerte sich Plattform für Plattform, lange bevor sich der Facebook-Konzern das „Metaverse“ in den eigenen Namen kritzelte.

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Rec Room: Fantasy-Avatare mit Armbrust, Schwert, Schild und Zauberstab posieren in einer bunten Abenteuerwelt.

Rec Room: Fantasy-Avatare mit Armbrust, Schwert, Schild und Zauberstab posieren in einer bunten Abenteuerwelt.

„Rec Room“ verfolgte stets einen spielerischen Ansatz, sowohl in den Inhalten als auch in der Darstellung.

(Bild: Rec Room)

„Rec Room“ schien lange eine Ausnahme zu sein. Die 2016 gestartete Plattform setzte konsequent auf Crossplay zwischen VR-Brillen, Konsolen und Smartphones und erreichte so laut eigenen Angaben 150 Millionen Nutzerinnen und Nutzer. Sie integrierte Minispiele, kreative Bauwerkzeuge, In-App-Käufe und optionale kostenpflichtige Mitgliedschaften. Zugänglich war sie, eine lebendige Community hatte sie auch. Trotzdem reichte es nicht. Der Fokus auf nutzergenerierte Inhalte brachte zwar Wachstum, aber nur geringe Margen. Kostenpflichtige Inhalte von „Rec Room“ selbst kamen nie über eine Nebenrolle hinaus und Investitionen in neue Features wie KI-Tools verursachten mehr Kosten, als sie Einnahmen generierten. Nach einer ersten Entlassungswelle 2025 folgte die Ankündigung, dass der Dienst 2026 nach zehn Jahren eingestellt wird.




Was fehlt: In der rapiden Technikwelt häufig die Zeit, die vielen News und Hintergründe neu zu sortieren. Am Wochenende wollen wir sie uns nehmen, die Seitenwege abseits des Aktuellen verfolgen, andere Blickwinkel probieren und Zwischentöne hörbar machen.

Den dicksten Brocken hat allerdings Meta in den Sand gesetzt. Mit der Umbenennung von Facebook in Meta 2021 erklärte Mark Zuckerberg das Metaverse zum strategischen Leuchtturm des Konzerns. In den folgenden Jahren häufte die Sparte Reality Labs Investitionen im Bereich der 100-Milliarden-Dollar-Marke an. „Horizon Worlds“, das Herzstück dieser Strategie, sollte Ende 2022 mindestens 500.000 monatlich aktive Nutzer erreichen. Tatsächlich waren es im Februar 2022 aber nur rund 300.000, und der Kurs wurde zum ersten Mal angepasst.

Interne Dokumente, die das Wall Street Journal einsehen konnte, zeigten ein noch düstereres Bild. Die meisten nutzergenerierten Welten waren leer oder erhielten weniger als 50 Besuche. Selbst Meta-Mitarbeitende sollen die Plattform gemieden haben, und in Foren kursieren Zahlen von einem Rückgang auf zuletzt rund 900 tägliche Nutzer. Offiziell verifiziert sind diese Werte nicht, sie passen aber zum „Geisterstadt“-Narrativ, das sich um das Projekt verfestigt hat. Die Konsequenzen fielen drastisch aus. Meta entließ rund 1.500 Mitarbeitende in Reality Labs und schloss interne VR-Studios wie Sanzaru und Twisted Pixel. Im März 2026 folgte die Ankündigung der Abschaltung der VR-Version von „Horizon Worlds“, nur um sie nach einem Community-Aufstand kurz darauf wieder an den Tropf zu hängen. Wirklich investieren wird Meta in diesen Bereich jedoch nicht mehr.

Während viele soziale VR-Welten einbrechen, liefern andere Plattformen genau jene Erfahrungen, die Zuckerberg und Co. versprochen hatten. Dabei kommen sie ganz ohne Headset aus und benutzen den mittlerweile negativ konnotierten Begriff „Metaverse“ nicht einmal. „Roblox“ etwa erwirtschaftet stabile Umsätze über die interne Währung Robux, schüttet substanzielle Anteile an Entwickler aus und läuft auf praktisch jedem Endgerät – inklusive VR-Brillen. Epic Games hat „Fortnite“ vom Battle Royale zur sozialen Bühne entwickelt. Konzerte von Travis Scott oder Ariana Grande zogen Millionen Menschen gleichzeitig an. Fans beschreiben das Spiel längst als „Digital Third Space“, einen Ort, an dem man sich mit Freunden trifft, auch wenn gerade niemand spielen will.

Discord wiederum bildet die unsichtbare soziale Infrastruktur dahinter. Über 200 Millionen tägliche Nutzer gibt das Unternehmen an, finanziert primär über das Nitro-Abo, ohne Werbung. Twitch und YouTube ergänzen das Bild mit Livestreaming, Kurzvideos und Creator-Ökonomien. All das passiert in 2D, mobil und mit niedriger Einstiegshürde. Doch selbst innerhalb der VR-Welt gibt es eine bemerkenswerte Ausnahme: „VRChat“.


VRChat: Anime-Avatar, Monster und humanoide Figuren posieren in einer blauen Unterwasserwelt mit Baumhaus.

VRChat: Anime-Avatar, Monster und humanoide Figuren posieren in einer blauen Unterwasserwelt mit Baumhaus.

Bei der Avatargestaltung in „VRChat“ sind der Fantasie kaum Grenzen gesetzt.

(Bild: VRChat)

Die Plattform erreichte eigenen Angaben zufolge an Silvester 2025 einen neuen Spitzenwert an gleichzeitig aktiven Nutzern von fast 150.000 – ein Plus von neun Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders dynamisch entwickelt sich VRChat in Japan. Der Anteil an den Web-Zugriffen durch japanische Nutzer hat sich binnen zweier Jahre von 12,9 auf über 27 Prozent mehr als verdoppelt. Der „Economy in Metaverse Report“, den die vTuberinnen Nem und Mila in Zusammenarbeit mit japanischen Forschern durchgeführt haben, ergab, dass rund 40 Prozent der Befragten mindestens 350 US-Dollar pro Jahr für kosmetische Inhalte ausgeben. Befragt wurden 901 Social-VR-Nutzer, 82 Prozent davon regelmäßig in „VRChat“ unterwegs. Japanische Creator erzielen demnach Erlöse von 20 bis 55 US-Dollar für Ingame-Inhalte wie Base Models über den Kreativ-Marktplatz „Booth“.

Der größte Klotz am Bein von Social-VR-Plattformen ist natürlich die Hardware-Hürde. VR-Brillen sind bis auf wenige Ausnahmen teuer, vergleichsweise schwer und ziehen Menschen physisch aus ihrer Umgebung. Für längere Sessions sind sie oft unbequem. Eine Wahrheit, die selbst Apple leugnete, mit der teuren und schweren Vision Pro aber gerade selbst zu spüren bekommt. Leistungsstarke und hochpreisige VR- und Mixed-Reality-Brillen finden vor allem in beruflichen Nischen wie Design oder Engineering ernsthafte Anwender, die deren Entwicklung refinanzieren könnten. Die Nachfrage auf dem Konsumentenmarkt ist weiterhin überschaubar und vor allem von technikbegeisterten Enthusiasten durchzogen. Der Markt für Social-VR-Erfahrungen ist also von Natur aus limitiert, weshalb die meisten Plattformen ihre Apps auch außerhalb der Virtual Reality anbieten. Doch dort ist die Konkurrenz gigantisch.

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Smartphones stecken in jeder Hosentasche und bieten eine umso interessantere Nutzerbasis für unzählige Anbieter verschiedenster Inhalte. Auch wenn es immer wieder für tot erklärt wird, erreicht Facebook noch immer über drei Milliarden monatlich aktive Nutzer weltweit. TikTok soll allein 2023 rund 23,6 Milliarden US-Dollar Werbeumsatz generiert haben. Dazu kommen Instagram, WhatsApp, Snapchat, X, Bluesky, YouTube, Netflix, Spotify und viele mehr. Jede Plattform konkurriert um die gleiche begrenzte Zeit ihrer Nutzer. Wer den Tag mit Reels, Shorts, Videospielen, Filmen, Serien und Discord-Chats füllt, hat selten den Drang, sich danach noch ein Headset aufzusetzen. Dieses Wettbuhlen um Aufmerksamkeit geht auch nicht mehr spurlos an Monolithen wie „Fortnite“ vorbei, das ebenfalls über eine Delle in den sonst so makellosen Spielerzahlen klagt. Seit ein paar Jahren mischt zudem ein neuer, aufstrebender Mitbewerber um emotionale Bindung mit: KI-Companions.


Character.AI-App: Werbegrafik mit Anime-Figuren, Chat-Screens und Hinweis auf 100 Millionen Downloads.

Character.AI-App: Werbegrafik mit Anime-Figuren, Chat-Screens und Hinweis auf 100 Millionen Downloads.

Die unzähligen individuellen Chatbots von Character.AI binden ein Millionenpublikum.

(Bild: Character.AI)

Character.ai-Nutzer verbrachten 2024 im Schnitt 93 Minuten pro Tag mit Chatbots. Der ursprünglich von Microsoft entwickelte Chatbot Xiaoice tritt schon seit 2018 in China als Moderatorin, Songwriterin und emotionale Begleiterin auf. Das mittlerweile aus dem Konzern ausgegliederte gleichnamige Unternehmen setzt auch auf Deepfake-Livestreams zur Produktanpreisung und erreicht damit ein Millionenpublikum. Dazu kommen die neuen Möglichkeiten, die generative KI rund um ChatGPT, Googles Gemini und Co. bietet, um damit den Tag zu füllen. Natürlich folgt das heißgeliebte Risikokapital dieser Verschiebung. Analysten zufolge flossen 2025 rund 226 Milliarden US-Dollar an KI-Unternehmen, 48 Prozent des gesamten globalen Risikokapital-Volumens. Metaverse-Startups können von diesen Zahlen nur träumen.

Viele Social-VR-Angebote scheiterten aber nicht allein an Hardware, Kosten oder zu starker Konkurrenz. Die meisten Menschen dürften einfach keinen überzeugenden Grund sehen, sie zu nutzen. Das von Meta stark beworbene „Horizon Worlds“ hat mit seiner fehlenden strategischen Klarheit zum Aufbau eines negativen Images für die gesamte Branche beigetragen. Durch fragwürdige PR-Manöver wie Mark Zuckerbergs Eiffel-Turm-Selfie und die noch immer nicht geklärte Frage, wie man Virtual Reality für Außenstehende eigentlich begreifbar macht, werden die Plattformen häufig als grafisch unausgereifte Sammlung von Minigames wahrgenommen und gar nicht erst ausprobiert. Ohne kritische Masse bricht ein sozialer Raum jedoch schnell in sich zusammen. Wer eine leere Welt betritt, hat keine Motivation, wiederzukommen.


Cartoonhafter VR-Avatar vor Eiffelturm und Fantasy-Gebäuden in einer bunten Metaverse-Welt.

Cartoonhafter VR-Avatar vor Eiffelturm und Fantasy-Gebäuden in einer bunten Metaverse-Welt.

Mit diesem lustlosen Screenshot zog Mark Zuckerberg 2022 die Häme des Internets auf sich.

(Bild: Meta)

Hinzu kommen strukturelle Probleme und mangelndes Vertrauen. Moderation in dreidimensionalen Echtzeit-Räumen ist ungleich schwieriger als in Textforen und Belästigung in Social-VR-Apps bleibt ein Thema. Auch einige Web3-Metaversen mit ihren Sicherheitslücken und „Rug Pulls“, bei denen Entwickler ein Krypto-Projekt nach Einsammeln der Investorengelder plötzlich aufgeben und mit dem Kapital verschwinden, haben nicht gerade zur Popularität dieser Welten beigetragen. Mit solchen Missständen verspielt eine Branche schnell Vertrauen und verliert Nutzer, Investoren und Werbekunden gleichermaßen.

Verloren haben vor allem jene, die auf den ganz großen Wurf setzten. Meta mit seiner fehlgeleiteten VR-Strategie, Sony mit dem unausgegorenen PlayStation Home, Linden Lab mit dem voreiligen „Sansar“, „Rec Room“ mit seinem mangelhaften Geschäftsmodell und eine ganze Riege von nicht durchdachten Web3-Projekten. Überlebt haben hingegen Nischen mit klarer Identität wie „Second Life“, „IMVU“ oder „VRChat“. Die eigentlichen Gewinner sind allerdings Plattformen, die nie behaupteten, ein Metaverse zu sein. „Roblox“, „Fortnite“, Discord und TikTok liefern viele der versprochenen Funktionen – persistente Avatare, Live-Events, Creator-Ökonomien – ohne sich hinter einem Buzzword zu verstecken.

Auch wenn „Rec Room“ und „Horizon Worlds“ ihre Pforten schließen oder die Weiterentwicklung einstellen, wird Social VR nicht verschwinden. „VRChat“ wächst und für bestimmte Communitys sind immersive Räume durch nichts zu ersetzen. Doch die schon immer waghalsige Idee, dass VR-Brillen das Smartphone als zentrale soziale Online-Schnittstelle ablösen, ist endgültig beerdigt. Ein funktionierendes Metaverse muss offenbar weder räumlich noch immersiv sein. Es muss vor allem dort stattfinden, wo die Menschen ohnehin sind, organisch wachsen, ihnen etwas geben, das sie regelmäßig erleben wollen, und sich nicht auf eine geschlossene Plattform beschränken.


(joe)



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Künstliche Intelligenz

Aiper Scuba V3 im Test: Kompakter Poolroboter für Boden, Wand und Wasserlinie


Der Aiper Scuba V3 überzeugt im Test als kompakter Poolroboter mit KI-Kamera, starker Reinigung und praktischer Ladestation – ein Alleskönner für viele Pools.

Der Aiper Scuba V3 ist ein moderner Poolroboter für alle, die möglichst wenig falsch machen wollen. Er ist nicht der günstigste – aber auch nicht so teuer und sperrig wie mancher Premiumroboter mit Oberflächenreinigung oder riesiger Dockingstation. Aiper setzt stattdessen auf einen ausgewogenen Mix: starke Grundreinigung, KI-Navigation, einfache Bedienung und eine praktische Ladestation.

Und das macht ihn im Test so interessant: Der Scuba V3 reinigt Boden, Wände und Wasserlinie, erkennt Verschmutzungen per Kamera und Sensorik, fährt ordentliche Bahnen – und lässt sich danach komfortabel auf die mitgelieferte Ladestation setzen. Die klappt sich mit wenigen Handgriffen auf, benötigt kaum Platz und erspart den Kampf mit einem nassen Ladeanschluss. Für viele Pools ist der Scuba V3 damit eines der ausgewogensten Modelle im Testfeld.

Design und Komfort

Der Scuba V3 ist vergleichsweise flach, funktional und trotz der kantigen Form sauber verarbeitet. Mit rund 8,2 kg bleibt er gut zu handhaben – leichter in den Pool zu setzen oder herauszuheben als die großen Oberklassemodelle. Billig wirkt er dabei nicht: Die Kunststoffe sind robust, die Laufbänder sitzen ordentlich, und die Bürsten vorn und hinten bearbeiten Boden, Wand und Wasserlinie sinnvoll.

Ein echter Pluspunkt ist die klappbare Ladestation. Statt einer sperrigen Basis oder eines fummligen Ladeports am nassen Gerät wird der Scuba V3 einfach aufgesetzt – bequemer und im Poolumfeld deutlich angenehmer. Für die Lagerung klappt die Station platzsparend zusammen.

Praktisch ist auch die Wasserlinien-Parkfunktion. Nach der Reinigung fährt der Roboter an die Wasserlinie und meldet sich per App – von dort lässt er sich deutlich leichter greifen als vom Beckenboden. Das Zeitfenster zum Parken ist auf 10 min begrenzt. Das ist zwar kein vollständiges Auftauchen wie bei manchen Oberflächenrobotern, in der Praxis aber trotzdem sehr hilfreich. Wer den Poolroboter nicht rechtzeitig entnimmt, muss ihn mit dem beiliegenden Haken holen.

Insgesamt passt die Verarbeitung zum Anspruch: kompakt genug für den Alltag, kräftig genug für ernsthafte Poolpflege – und nicht überdimensioniert, aber auch kein simpler Bodenreiniger mit Zusatzfunktionen.

Bedienung und App

Die Grundbedienung ist unkompliziert. Am Gerät lassen sich die wichtigsten Modi direkt auswählen: Bodenreinigung, Wandreinigung, Wasserlinienreinigung und Automatik. Für viele Nutzer reicht das völlig – wer den Roboter einfach in den Pool setzen und reinigen lassen will, muss sich nicht durch Menüs kämpfen.

Die App erweitert den Funktionsumfang, hat aber eine klare Einschränkung: Sie funktioniert nur, solange der Scuba V3 außerhalb des Wassers verbunden ist. Aktive Steuerung unter Wasser gibt es nicht. Bei kabellosen Poolrobotern ist das nicht ungewöhnlich, sollte aber klar sein. Zeitpläne und Einstellungen werden vor dem Einsatz festgelegt – danach arbeitet der Roboter eigenständig.

Besonders bewirbt Aiper die KI-Funktionen. Der Scuba V3 nutzt eine Kamera und Direct-ToF-Sensorik, um Schmutz und Hindernisse zu erkennen und seine Route anzupassen. In der Praxis wirkt das sinnvoll – aber nicht wie Magie. Der Roboter fährt geordneter und zielgerichteter als einfache Modelle, die stur ein Muster abarbeiten oder ständig gegen Wände krachen. Gleichzeitig ersetzt die KI keine echte Oberflächenreinigung und macht aus dem Scuba V3 keinen vollautonomen Poolbutler, den man wochenlang vergessen kann.

Reinigung und Navigation

Die Reinigungsleistung ist die große Stärke des Scuba V3. Auf dem Boden arbeitet er zuverlässig: Sand, Blätter, Insekten und feiner Bodensatz werden gut aufgenommen, die Routenführung wirkt geordnet, und große Flächen arbeitet er zügig und sauber ab.

An den Wänden macht er ebenfalls eine gute Figur. Er klettert stabil hoch und bearbeitet die Flächen mit seinen Bürsten. An der Wasserlinie hilft Aipers Jetassist-System, das den Roboter horizontal entlang der Kante arbeiten lässt – praktisch, weil sich dort Fett, Sonnencreme, Pollen und Schmutzränder besonders hartnäckig festsetzen. Bei normaler Verschmutzung reinigt der Scuba V3 die Wasserlinie gut. Sehr hartnäckige Ablagerungen oder alte Ränder bleiben aber auch für ihn eine Herausforderung.

Ecken und schwierige Übergänge gelingen ordentlich, aber nicht perfekt. Der Roboter fährt die meisten Bereiche gut an und lässt insgesamt wenig liegen. In sehr engen Ecken oder bei komplexen Poolformen kann trotzdem Nacharbeit nötig sein – das ist aber kein Aiper-spezifisches Problem, sondern typisch für diese Geräteklasse.

Eine echte Oberflächenreinigung bietet der Scuba V3 nicht. Blätter oder Insekten, die oben schwimmen, werden nicht wie bei einem Skimmer eingesammelt. Wer regelmäßig Schmutz auf der Oberfläche hat, sollte das einkalkulieren – oder zu einem Modell mit Skimming-Funktion greifen.

Filter und Wartung

Der Filterkorb fasst 3,5 l – nicht riesig, für die regelmäßige Reinigung normaler Pools aber gut ausreichend. Er wird von oben entnommen und lässt sich ordentlich ausspülen. Für groben und mittleren Schmutz setzt Aiper auf einen 180-µm-Filter, der Blätter, Insekten, Sand und die meisten üblichen Rückstände zuverlässig zurückhält.

Optional gibt es einen 3-µm-Micromesh-Feinfilter – interessant, wenn feiner Staub, Pollen oder winzige Partikel im Wasser ein Thema sind. Die Filterleistung fällt damit spürbar feiner aus, der Reinigungsaufwand steigt aber auch. Das Material hält feinen Schmutz gut zurück, muss dafür aber gründlicher ausgespült werden. Wer den Feinfilter regelmäßig nutzt, sollte etwas mehr Pflegezeit einplanen.

Insgesamt ist die Wartung gut gelöst – aber nicht perfekt. Der Korb ist leicht erreichbar, die Reinigung geht schnell von der Hand, und die Ladestation vereinfacht den Einsatz spürbar. Nur beim Filter wünscht man sich etwas mehr Komfort: Eine Klappe an der Unterseite zum einfachen Durchspülen fehlt – und das merkt man in der Praxis.

Akku und Alltag

Aiper gibt bis zu 180 min Laufzeit an, im Eco-Modus bis zu 210 min. Für viele private Pools reicht das problemlos aus. Die Laufzeit liegt nicht an der Spitze des Testfelds, wird aber durch die effiziente Routenführung gut genutzt – der Roboter wirkt nicht so, als würde er planlos herumfahren.

Die Ladezeit liegt bei rund 5 h. In Ordnung, aber nicht besonders schnell. Dafür ist der Ladevorgang angenehm unkompliziert: Der Scuba V3 wird einfach auf die klappbare Station gestellt – kein Ladeport öffnen, trocknen oder wieder sicher verschließen. Im täglichen Einsatz ist das ein deutlicher Vorteil gegenüber vielen Konkurrenten.

Sehr praktisch ist auch die Kombination aus Wasserlinien-Parken und App-Hinweis. Nach der Reinigung macht sich der Roboter bemerkbar und lässt sich an der Wasserlinie deutlich leichter entnehmen als vom Beckenboden. Damit wirkt der Scuba V3 insgesamt praktischer bei der Nutzung als viele andere Poolroboter.

Preis

Mit rund 899 Euro liegt der Aiper Scuba V3 in der gehobenen Mittelklasse. Er ist deutlich teurer als einfache Bodenreiniger, aber günstiger als viele Premiumroboter mit Oberflächenreinigung oder großer Dockinglösung. Dafür bekommt man eine starke Mischung aus Reinigungsleistung, KI-Navigation, Wasserlinienreinigung, guter Handhabung und praktischer Ladestation – das ist ein fairer Deal.

Fazit

Der Aiper Scuba V3 ist eines der ausgewogensten Modelle im Testfeld. Er reinigt Boden, Wände und Wasserlinie zuverlässig, fährt geordnet, nutzt seine KI-Funktionen sinnvoll und bleibt dabei kompakt genug für den Alltag. Die klappbare Ladestation ist mehr als nettes Zubehör: Sie macht den Aufbau einfach, spart Kabel- und Ladeport-Gefummel und sorgt dafür, dass der Roboter nach dem Einsatz schnell wieder einsatzbereit ist.

Ganz ohne Schwächen ist der Scuba V3 nicht. Eine echte Oberflächenreinigung fehlt, die App funktioniert nur außerhalb des Wassers, und der Feinfilter ist etwas fummelig zu reinigen. Trotzdem überwiegen die Stärken klar.

Wer nur gelegentlich den Poolboden reinigen will, braucht den Scuba V3 nicht unbedingt. Wer aber einen unkomplizierten Poolroboter für Boden, Wände und Wasserlinie sucht, bekommt hier ein sehr rundes Paket – und mit der klappbaren Ladestation einen echten Alltagsvorteil bei Aufbau, Laden und Lagerung.



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Erster Test: Samsungs neue Einstiegs-SSD heißt 990


Samsung stellt die SSD 990 als neues Einstiegsmodell vor. Wie schon die 980er-Vorgängerin fehlt ein Anhängsel wie Pro oder Evo. Unter der Haube hat sich einiges getan: Der Controller wechselt von PCI Express (PCIe) 3.0 auf 4.0, was in etwa mit einer Geschwindigkeitsverdoppelung einhergeht. Vierstellige Modellnummern bleiben bei Samsung bis auf Weiteres PCIe-5.0-Topmodellen vorbehalten.

Auf dem Papier weniger erfreulich ist der Wechsel der NAND-Flash-Speicherbausteine. Kamen bisher Typen zum Einsatz, die drei Bit pro Zelle speichern (Triple Level Cells, TLC), sind es jetzt vier Bit pro Zelle (Quadruple Level Cells, QLC). Das senkt die Schreibleistung beim Kopieren großer Dateien, dürfte sich im alltäglichen Gebrauch bei den meisten aber nur selten bemerkbar machen.

Auf Seiten der Kapazität fallen die Varianten unter einem Terabyte weg. Stattdessen bietet Samsung die SSD 990 neben der 1-TByte-Version jetzt auch eine mit 2 TByte an.


Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Erster Test: Samsungs neue Einstiegs-SSD heißt 990“.
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Mozilla: Open-Source-KI fast so gut wie ChatGPT & Co.


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Open-Source-KI hat nach Einschätzung von Mozilla einen Wendepunkt erreicht. Der Browserhersteller sieht offene Sprachmodelle nicht länger als technologisch deutlich unterlegen gegenüber proprietären Angeboten wie ChatGPT oder Claude. Laut dem ersten „State of Open Source AI“-Report beträgt der Leistungsabstand zu den führenden geschlossenen Modellen auf Basis der LMSYS Chatbot Arena nur noch rund 3,3 Prozentpunkte. Gleichzeitig seien die Inferenzkosten innerhalb von drei Jahren von rund 20 US-Dollar auf etwa 40 Cent pro Million Token gesunken.

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Trotz dieser Entwicklung profitiert das Open-Source-Ökosystem wirtschaftlich bislang kaum. Mozilla zufolge kommen offene Modelle inzwischen auf etwa ein Drittel der realen KI-Nutzung, erzielen aber lediglich rund vier Prozent der Umsätze. Der Report basiert auf einer eigenen Analyse sowie einer weltweiten Umfrage unter mehr als 950 Entwicklern, die Mozilla gemeinsam mit dem Marktforschungsunternehmen SlashData durchgeführt hat.

Nach den Umfragedaten setzen 79 Prozent der befragten Entwickler offene KI-Modelle ein. In produktiven Umgebungen landen sie jedoch deutlich seltener: 51 Prozent haben Open-Source-Modelle produktiv eingeführt, während der Anteil bei proprietären Modellen 63 Prozent beträgt.

Mozilla führt diese Lücke weniger auf die Qualität der Modelle als auf fehlende Infrastruktur zurück. Die Autoren sehen Defizite vor allem bei Werkzeugen für den produktiven Betrieb, Standardisierung und Enterprise-Support. Als häufigste Hürden nennen die Befragten Infrastruktur- und Rechenkosten, Sicherheits- und Compliance-Anforderungen sowie den Aufwand für Betrieb und Skalierung. Auffällig sei zudem, dass der produktive Einsatz offener Modelle mit zunehmender Unternehmensgröße kaum zunehme – anders als bei proprietären Angeboten.

Nach Auswertung verschiedener Benchmarks haben offene Modelle in Bereichen wie Programmierung, allgemeinem Wissen und dem Befolgen von Anweisungen weitgehend zu proprietären Systemen aufgeschlossen. Vorteile sehen die Autoren für geschlossene Modelle weiterhin bei komplexen Reasoning-Aufgaben, langen Kontextfenstern und agentischen Anwendungen.

Regional sieht Mozilla Ostasien und insbesondere China bei der Einführung offener KI-Modelle vorn. Dort sei Open Source inzwischen Teil der nationalen KI-Strategie. Zugleich würden immer mehr Staaten ihre KI-Infrastruktur als strategische Ressource betrachten. Nach Angaben des Berichts wurden 2024 zwölf neue nationale KI-Strategien verabschiedet. Zudem hätten inzwischen 47 Staaten Einschränkungen für die Verarbeitung kritischer Daten im Ausland eingeführt.

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Als wichtigste Entwicklung beschreibt Mozilla den Bedeutungsgewinn der Software rund um die eigentlichen KI-Modelle. Entscheidend sei zunehmend die sogenannte agentische Steuerungsschicht (Agentic Harness). Sie legt fest, auf welche Daten ein KI-Agent zugreifen darf, welche Werkzeuge er verwendet, welche Informationen er dauerhaft speichert und welche Aktionen er selbstständig ausführen kann.

Nach Einschätzung von Mozilla beeinflusst diese Schicht das Verhalten eines KI-Systems teilweise stärker als der Wechsel des zugrunde liegenden Sprachmodells. Wer diese Software kontrolliere, bestimme damit maßgeblich die Fähigkeiten und Grenzen von KI-Agenten.

Der Report warnt zugleich vor Sicherheits- und Governance-Problemen. Nutzer würden Anfragen von KI-Agenten in bis zu 93 Prozent der Fälle standardmäßig bestätigen. Mozilla sieht darin Anzeichen für eine zunehmende „Consent Fatigue“: Häufige Zustimmungsabfragen führten dazu, dass Nutzer Berechtigungen kaum noch kritisch prüfen.

Mozilla fordert deshalb stärkere Investitionen in Infrastruktur, Werkzeuge und Governance für offene KI. Zu den konkreten Empfehlungen des Reports zählen unter anderem der Aufbau eines offenen Agentic Harness, die Abkehr von proprietären Metering-Systemen sowie die Schaffung portabler Berechtigungsstandards für KI-Agenten. Andernfalls bestehe die Gefahr, dass sich zwar offene Modelle technisch etablierten, skalierbare KI-Plattformen aber dauerhaft von proprietären Anbietern dominiert würden.


(fo)



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