Datenschutz & Sicherheit
EU-Kommission verbietet Top-Beamten Nutzung von Signal-Gruppen
Die EU-Kommission geht härter gegen digitale Spionage vor. Sie hat ihre ranghöchsten Beamten angewiesen, eine zentrale Signal-Gruppe zur internen Kommunikation umgehend aufzulösen. Betroffen von dieser Maßnahme sind laut Politico vor allem Abteilungsleiter und deren Stellvertreter. Hintergrund der Anordnung ist die Furcht, dass die Chatgruppe zum Ziel gezielter Cyberangriffe geworden sein könnte.
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Offiziell kommentiert die Brüsseler Regierungsinstitution interne Sicherheitsvorgaben nicht. Der Schritt verdeutlicht aber die wachsende Nervosität in Brüssel angesichts einer Reihe von Cyberattacken, die die EU-Institutionen in jüngster Zeit erschüttert haben.
Die Entscheidung fiel dem Bericht zufolge, nachdem die Kommission im vorigen Monat auf die Existenz der Gruppe aufmerksam wurde und das Risiko einer Kompromittierung als zu hoch einstufte. Zwar gibt es bislang keine Beweise, dass tatsächlich Kommunikation abgefangen wurde. Doch die Bedrohungslage hat sich verschärft. Erst kürzlich wurde ein privates Telefonat zwischen einem Journalisten und einem EU-Beamten abgefangen und veröffentlicht. Zudem berichten Insider von raffinierten Phishing-Versuchen. Damit sollten auch Kabinettsmitglieder dazu verleitet werden, ihre Signal-PIN-Codes preiszugeben. So hätten sie die Kontrolle über ihre Accounts verloren.
Wenn Verschlüsselung an Grenzen stößt
Sven Herpig von der Denkfabrik Interface warnt, dass die Qualität staatlich gesteuerter Cyberoperationen stetig zunimmt. Signal gilt zwar nach wie vor als eine der sichersten Optionen. Doch die Sicherheit endet, wenn das Endgerät selbst kompromittiert wird. Erlangt ein Angreifer Kontrolle über das Smartphone, nützt die beste Ende-zu-Ende-Verschlüsselung wenig: Chats und Bilder können dann direkt auf dem Gerät ausgelesen werden. Herpig betont aber, dass es derzeit kaum bessere Alternativen zu verschlüsselten Messengern wie Signal oder Threema gebe.
Kommerzielle Messenger sind eigentlich für den Privatgebrauch konzipiert. Matthew Hodgson vom Messenger-Dienst Element moniert, dass grundlegende Funktionen für Behörden fehlten. So gebe es keine zentrale Benutzerverwaltung, um Mitarbeiter beim Ausscheiden aus dem Dienst automatisch aus allen Gruppen zu entfernen. Ferner existierten keine sicheren Authentifizierungsschnittstellen, wie sie in staatlichen IT-Infrastrukturen üblich sind. Dass solche Defizite fatale Folgen haben können, zeigte etwa das „Signal-Gate“. Dabei landete ein Journalist in einer Gruppe, in der hochrangige US-Politiker Militärschläge besprachen.
Die Kommission reagiert nun mit verschärften IT-Richtlinien und einer regelmäßigen Überprüfung der Mitarbeiter-Hardware. Zugleich laufen Untersuchungen zu einem Angriff auf ihre Webseiten, bei dem vieles auf einen Datendiebstahl hindeutet. Bereits im Januar wurde die technische Infrastruktur zur Verwaltung mobiler Geräte attackiert, was Unbekannten Zugriff auf Namen und Mobilnummern ermöglichte. Erst jüngst warnten niederländische Behörden vor einer globalen Kampagne, bei der russische Cyberkriminelle gefälschte Signal-Support-Bots einsetzen, um Nutzer in die Falle zu locken.
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(kbe)
Datenschutz & Sicherheit
Windows Update: Installation kann wegen zu wenig EFI-Platz fehlschlagen
Die Windows-Updates aus der vergangenen Woche lassen sich auf einigen Windows-11-Systemen nicht installieren. Ein Fehlercode „0x800f0922“ steht im Zusammenhang mit der EFI-Systempartition. Mögliche Gegenmaßnahmen sollen helfen.
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Microsoft räumt das Problem im Message-Center der Windows-Release-Health-Notizen ein. Die Sicherheitsupdates aus dem Mai erzeugen unter Umständen den Fehlercode „0x800f0922“. Das Problem betrifft demnach Geräte, auf denen zu wenig Platz in der EFI-Systempartition vorhanden ist. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn der freie Platz nur noch 10 MByte oder weniger beträgt. Microsoft hat das Problem für Windows 11 24H2 und 25H2 bestätigt.
Auf betroffenen Geräten könne die Installation durch die initialen Phasen laufen, dann aber in den Reboot-Phasen bei einem Fortschritt von rund 35 bis 36 Prozent fehlschlagen, erklärt das Unternehmen. Die Installation startet dann ein Rollback und die sinngemäße Nachricht „Etwas ist schiefgelaufen. Mache Änderungen rückgängig“ („Something didn’t go as planned. Undoing changes“) erscheint. In der Datei „C:\Windows\Logs\CBS\CBS.log“ finden sich in solchen Fällen Log-Einträge wie „SpaceCheck: Insufficient free space“, „ServicingBootFiles failed. Error = 0x70“ oder „SpaceCheck:
Mögliche Gegenmaßnahmen
Betroffene können sich auf zwei Arten behelfen, führt Microsoft weiter aus. Sie können an der Registry Änderungen vornehmen – vorher unbedingt ein Backup anlegen, rät Microsoft – und den DWORD-Key „EspPaddingPercent“ mit Wert „0“ im Pfad „HKLM\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\Bfsvc“ ergänzen. An der administrativen Eingabeaufforderung (Start anklicken, „CMD“ eingeben und „Als Administrator ausführen“ auswählen) erledigt das laut Microsoft der Befehl reg add "HKLM\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\Bfsvc" /v EspPaddingPercent /t REG_DWORD /d 0 /f. Nach einem Neustart soll sich das Update installieren lassen.
Die zweite Hilfestellung besteht in einem Known Issue Rollback (KIR), bei dem der fragliche Update-Bestandteil einfach nicht verteilt wird. Das hat Microsoft für alle nicht verwalteten Geräte und Maschinen von privaten Endkunden so eingerichtet, das richtet sich daher eher an Admins in Business-Umgebungen. Ein Neustart der Rechner kann helfen, dass das KIR schneller wirksam wird. IT-Verantwortliche erhalten in dem Beitrag im Message Center einen Download-Link auf eine Gruppenrichtlinie, mit der sie das in ihrem Netzwerk umsetzen können.
(dmk)
Datenschutz & Sicherheit
HCL BigFix SCM Reporting sortiert verwundbare Komponente aus
Weil für die in HCL BigFix SCM Reporting implementierte jQuery-1.x-Bibliothek der Support ausgelaufen ist, bekommt die Software keine Sicherheitsupdates mehr und eine jüngst entdeckte Sicherheitslücke bleibt offen. Nun haben die HCL-BigFix-Entwickler die Komponente entfernt.
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Über HCL BigFix verwalten Admins Endpoints. SCM Reporting stellt in diesem Kontext unter anderem Analysedaten für gemanagte PCs bereit.
Die Schwachstelle
Wie aus einer Warnmeldung hervorgeht, ist die Sicherheitslücke (CVE-2026-21821) mit dem Bedrohungsgrad „hoch“ eingestuft. Daran sollen Angreifer der knappen Beschreibung zufolge für etwa XSS-Attacken ansetzen können, sodass es zur Ausführung von Schadcode kommt.
Um Angriffen vorzubeugen, müssen Admins in den SCM-Reporting-Einstellungen die Version 168 installieren. Bislang gibt es keine Berichte, dass Angreifer die Lücke bereits ausnutzen.
Admins von HCL BigFix müssen derzeit öfter Software aktualisieren: Ende April hat der Hersteller fehlerhafte Zugriffskontrollen in HCL BigFix Service Management mit frischer Programmversion korrigiert.
(des)
Datenschutz & Sicherheit
Gemini Intelligence mit hohen Hardwareanforderungen an Smartphones
Schon im Zuge der Ankündigung von Gemini Intelligence während der Android Show I/O Edition deutete Google mit dem Satz an „Das Beste von Gemini auf unseren modernsten Geräten“, dass die On-Device-KI hohe Anforderungen an die Geräte haben wird. Konkrete Details dazu hat Google in den Fußnoten hinterlassen: Denen zufolge sind die Pixel-9-Serie und selbst das Galaxy Z Fold 7 vom vergangenen Jahr aus dem Rennen – offenbar selbst das Xiaomi 17 Ultra.
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„Höchste Leistungs- und Systemanforderungen“
„Die Funktionen von Gemini Intelligence sind nur auf Android-Geräten verfügbar, die die höchsten Leistungs- und Systemanforderungen erfüllen“, schreibt Google in der Fußnote und gibt beim Arbeitsspeicher an, dass Geräte mindestens 12 GByte RAM verbaut haben müssen. Damit sind schon die meisten Einsteiger- und Mittelklasse-Geräte raus; auch Googles eigene a-Serie, die mit 8 GByte RAM versehen ist, kann Gemini Intelligence nicht ausführen.
Eine weitere Hürde ist der Prozessor: Google schreibt hier nur „qualifiziertes SOC“ und in Klammern „Flaggschiff-Chip“. Hier dürfte der Hersteller letztlich Qualcomms und MediaTeks Topmodelle – sowie die hauseigenen Tensor-Chips der aktuellen und kommenden Generation – meinen.
Das ist aber nicht alles: Denn auch hinsichtlich der erforderlichen On-Device-KI-Version legt Google die Messlatte hoch an: Es muss mindestens das Modell Gemini Nano v3 oder neuer unterstützt werden. Hier trennt sich dann auch bei den performanteren Modellen die Spreu vom Weizen: Auf der Entwicklerwebseite zu GenAI-APIs von ML Kit listet Google auf, welche Geräte mit v3 kompatibel sind und welche auf der älteren Version 2 verharren.
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Lediglich Smartphones aus dem Jahr 2025 und neuer sind mit Gemini Nano v3 kompatibel – das heißt unter anderem, dass Googles Pixel-9-Serie, Honors Magic V5, Magic 7 und Magic 7 Pro sowie das OnePlus 13 und weitere raus sind. Aber auch Geräte des vergangenen Jahres und selbst topaktuelle Geräte sind der Liste zufolge nicht mit Gemini Intelligence kompatibel: So sind etwa Samsungs Galaxy Z Fold 7 als auch die 2026er-Geräte Xiaomi 17 und 17 Ultra und eine ganze Reihe weiterer Xiaomi-Modelle nicht in der Lage, Gemini Intelligence auszuführen.
Updategarantie, sichere Virtualisierung
Abseits der hard- und softwareseitigen Anforderungen macht Google für Gemini Intelligence klare Vorgaben hinsichtlich der Updates: Wenn Hersteller die neue KI auf ihren Geräten nutzen wollen, müssen diese mindestens 5 Jahre lang Android-Updates und sechs Jahre lang quartalsweise Sicherheitspatches garantieren.
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Überdies schreibt Google Unternehmen die Nutzung von im vergangenen Jahr angekündigten Virtualisierungstechniken pKVM (protected Kernel-based Virtual Machine) zur Absicherung der von der KI verarbeiteten Daten vor. Diese sollen garantieren, dass die Informationen nur lokal verarbeitet werden und keine unbefugten Apps direkten Zugriff haben.
Vorteil von Gemini Intelligence ist übrigens, dass die Aufgaben nicht in der Cloud, sondern direkt auf dem Gerät ausgeführt werden, was im Hinblick auf die Privatsphäre ein Pluspunkt ist. Wer keine KI nutzen will, muss es nicht: wie der bisherige Gemini-Assistent dürfte auch Gemini Intelligence optional bleiben.
(afl)
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