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Glücksreport 2026: Warum die Generation Z in westlichen Ländern leidet


Der am Donnerstag veröffentlichte World Happiness Report 2026 zeichnet ein düsteres Bild für die Generation Z in Nordamerika, Westeuropa und Ozeanien. Seit mehr als einem Jahrzehnt liefert die von der UN unterstützte Studie Daten zur globalen Lebenszufriedenheit. Doch selten waren die regionalen Unterschiede so prägnant wie heute. Während die allgemeine Lebenszufriedenheit in 79 von 136 untersuchten Ländern gestiegen ist, verzeichnen insbesondere die USA, Kanada, Australien und Neuseeland einen deutlichen Rückgang des Wohlbefindens bei den unter 25-Jährigen. Dieser Trend steht im Kontrast zu anderen Weltregionen, in denen junge Menschen heute glücklicher sind als noch vor zwanzig Jahren.

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Als einen wesentlichen Faktor für diese Entwicklung identifizieren die Forscher die exzessive Nutzung sozialer Medien. Ihre Analyse zeigt, dass die Verweildauer auf TikTok, Instagram, Facebook & Co. in direktem Zusammenhang mit der psychischen Gesundheit steht. Besonders gefährdet sind laut den Wissenschaftlern Heavy-User, die mehr als sieben Stunden täglich auf Plattformen verbringen. Bei dieser Gruppe maßen die Experten signifikant niedrigere Werte für Wohlbefinden. Gerade Mädchen in westlichen Ländern leiden unter den Folgen: In Westeuropa liegt der Rückgang der Lebenszufriedenheit bei intensiver Nutzung fast doppelt so hoch wie in anderen Regionen.

Die Auswirkungen hängen dabei stark von der Art der Plattform und der Nutzung ab. Algorithmenbasierte Feeds, die auf visuelle Inhalte und den Einfluss von Influencern setzen, korrelieren am stärksten mit negativen Emotionen wie Neid, Stress und Depressionen. Dienste, die primär der direkten Kommunikation dienen, wirken sich weniger einschneidend aus. „Algorithmische Fallen“ fördern laut den Autoren schädliche soziale Vergleiche und können zu einer Abwärtsspirale aus Unzufriedenheit und noch intensiverer Nutzung führen.

Interessanterweise berichten auch Social-Media-Abstinente in einigen Regionen über eine geringere Zufriedenheit. Das deutet darauf hin, dass ein völliger Verzicht zu sozialer Isolation führen kann. Insgesamt überwiegen aber die Belege für direkte Schäden wie Cybermobbing und indirekte Folgen wie depressive Verstimmungen. Eine Studie zum Zusammenhang von Social Media und Einsamkeit verdeutlicht zudem, dass digitale Angebote den Wert analoger Begegnungen nicht ersetzen können.

In der politischen Debatte führt das bereits zu Konsequenzen. Australien hat Ende 2025 die Altersgrenze für die Nutzung vieler großer Plattformen auf 16 Jahre angehoben. Staaten wie Deutschland, Dänemark, Frankreich und Spanien erwägen ähnliche Schritte, inklusive einer umfassenden Alterskontrolle im Netz. Der Bericht stützt diese Bestrebungen mit der These, dass soziale Medien eine „negative Externalität“ für Nicht-Nutzer darstellten: Viele Jugendliche verwendeten die Dienste nur deshalb, weil ihr gesamtes soziales Umfeld dort präsent sei. Dabei gaben sie zugleich an, ohne solche Plattformen glücklicher zu sein.

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Trotz der digitalen Herausforderungen bleibt Finnland das neunte Jahr in Folge der glücklichste Staat der Welt. Mit einem Wert von 7,764 auf der Zehnerskala führt es die Rangliste an, dicht gefolgt von Island, Dänemark und Costa Rica. Schweden folgt auf Platz fünf, was die Forscher etwa auf starke soziale Bindungen und ein hohes Vertrauen in die Gemeinschaft zurückführen. Deutschland gehört zur Gruppe westlicher Industrienationen, in denen die Lebenszufriedenheit im Vergleich zum Zeitraum 2005 bis 2010 deutlich gesunken ist. Am Ende der Skala steht das kriegszerrüttete Afghanistan, in dem es nach wie vor zu umfangreichen Menschenrechtsverletzungen kommt.

Die Berechnung des Index basiert auf sechs Schlüsselfaktoren: dem Bruttoinlandsprodukt pro Kopf, der gesunden Lebenserwartung, sozialer Unterstützung, der Freiheit für Lebensentscheidungen, Großzügigkeit und der Wahrnehmung von Korruption. Die Verfasser unterstreichen, dass gerade das Gefühl der Zugehörigkeit in der realen Welt – etwa im schulischen Umfeld – ein weitaus stärkerer Garant für Glück ist als digitale Vernetzung. Für die Politik ergibt sich daraus ein klarer Auftrag: Es gilt nicht nur, schädliche digitale Strukturen zu regulieren. Vor allem müssten die sozialen Fundamente in der physischen Welt gestärkt werden. Dass analoge Kontakte wirksamer gegen Einsamkeit helfen als digitale Communities, unterstreicht die Notwendigkeit solcher Maßnahmen.

Den Bericht erstellt das Wellbeing Research Centre der Universität Oxford in Kooperation mit dem Marktforschungshaus Gallup, dem UN Sustainable Development Solutions Network und einem unabhängigen Redaktionsausschuss.

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(mki)



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Dienstag: Amazon als Logistik-Anbieter, Strafen für autonome Autos


Der US-Onlinehändler Amazon bläst zum Angriff auf Fracht- und Paketdienste. Unternehmen können künftig das Logistik-Netz des Konzerns nutzen, auch wenn sie nicht über Amazon verkaufen. Im US-Bundesstaat Kalifornien dürfen Polizisten nach einer Novelle der Regularien für selbstfahrende Fahrzeuge ab Juli Verkehrsverstöße autonomer Autos bestrafen. Zugleich werden erstmals selbstfahrende Lkws und Autobusse auf Kaliforniens Straßen zugelassen. Und OpenAI und Anthropic sammeln viel Kapital für den Vertrieb ihrer KI-Tools ein – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.

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Der US-amerikanische Amazon-Konzern macht künftig Pakethändlern Konkurrenz. Das Vorgehen ähnelt einem in der Vergangenheit bereits in anderen Branchen praktizierten Schema. So diente die als Amazon Web Services (AWS) bekannte Cloud-Sparte ursprünglich dem Betrieb der konzerneigenen Online-Shops. Später wurde sie schrittweise für Dienstleistungen an Dritte geöffnet. So verkauft Amazon unter anderem Rechenleistung für selbst konfigurierbare Linux-Server nach Bedarf. Nun öffnet der Onlinehändler seine Logistik-Sparte. Unternehmen können Amazons Transportleistungen bestellen, auch wenn sie nichts mit den Online-Shops des Konzerns zu tun haben. Amazon.com wird zum Logistik-Anbieter für alle

Der US-Bundesstaat Kalifornien erlaubt erstmals selbstfahrende Schwerfahrzeuge auf seinen Straßen. Öffentliche Betreiber von Personennahverkehr sowie Universitäten dürfen künftig autonome Autobusse mit einem Gesamtgewicht von bis zu 6,35 Tonnen einsetzen, auch werden autonome Lastkraftwägen mit mehr als 4,5 Tonnen zugelassen. Gleichzeitig gibt es neue Zulassungsbedingungen für autonome Autos, und Einsatzkräfte müssen künftig Zugriff auf die manuelle Steuerung autonomer Fahrzeuge erhalten. Zudem dürfen nach der weitreichenden Novelle der 2017 eingeführten Regulierung selbstfahrender Kraftfahrzeuge durch die kalifornische Verkehrsbehörde DMV Polizisten in dem Bundesstaat ab Juli Verkehrsverstöße autonomer Fahrzeuge ahnden. Strafen für autonome Autos in Kalifornien

KI-Start-ups wie OpenAI oder Anthropic haben Milliardensummen in die Entwicklung ihrer KI-Tools investiert, verdienen damit aber immer noch kein Geld. Das soll sich ändern. Die Genannten nehmen deshalb verstärkt den Vertrieb von KI-Werkzeugen an Unternehmen in Branchen wie Finanzdienstleistungen oder dem Gesundheitswesen in den Blick. Dafür verbünden sich OpenAI und Anthropic nun mit finanzstarken Private-Equity-Firmen und wollen deren Portfoliounternehmen und Kunden bei der Integration von KI in ihre Geschäftsprozesse unterstützen. OpenAI und Anthropic gründen milliardenschwere Joint Ventures

Es ist kein gewöhnlicher Übernahmeplan: Der deutlich kleinere Videospielhändler GameStop will den Online-Marktplatz eBay übernehmen. eBay wurde zuletzt mit rund 46 Milliarden US-Dollar bewertet, GameStop lediglich mit 12 Milliarden US-Dollar. Nun hat GameStop der Unternehmensführung von eBay erstmals ein Angebot unterbreitet. Sollte diese ablehnen, werde man sich direkt an die Aktionäre wenden, kündigte der GameStop-CEO Ryan Cohen an. Er will die Übernahme also notfalls auch gegen den Willen der eBay-Spitze vorantreiben – Ausgang offen. Für 56 Milliarden US-Dollar: GameStop macht Übernahmeangebot für eBay

Im Jahr 2006 wurde in Italien das private Verkehrsunternehmen Italo gegründet; 2012 nahm es den Betrieb auf und hat sich seitdem als Konkurrenz zum Monopolisten der italienischen Staatsbahn positioniert. Nach Medienberichten ist die Zahl der Fahrgäste seit 2008 um 500 Prozent gestiegen; die Ticketpreise dagegen sind seit dem Markteintritt von Italo im Schnitt um etwa 40 Prozent gesunken. Nun nimmt das italienische Unternehmen den deutschen Markt ins Visier. Ab 2028 will Italo mit 30 Hochgeschwindigkeitszügen in den deutschen Fernverkehr einsteigen. Der Fernbus- und Zugbetreiber Flix kritisiert die Pläne. Konkurrenz für Deutsche Bahn: Italienischer Anbieter Italo plant Markteintritt

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(akn)



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OpenAI und Anthropic gründen milliardenschwere Joint Ventures


OpenAI und Anthropic tun sich mit dem Finanzkapital der Wall Street zusammen, um die Verbreitung ihrer KI-Tools voranzutreiben, in deren Entwicklung sie Milliarden von US-Dollar investiert haben und mit denen sie noch immer keine Gewinne erzielen.

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Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg hat ChatGPT-Entwickler OpenAI mehr als vier Milliarden US-Dollar von Investoren wie TPG, Brookfield Asset Management, Advent und Bain Capital für ein Unternehmen eingesammelt, das Firmen bei der Nutzung seiner KI-Software unterstützen soll. Das neue Unternehmen von OpenAI heißt „The Deployment Company“, schreibt Bloomberg und beruft sich dabei auf eine mit dem Vorhaben vertraute Quelle, die anonym bleiben wollte, da die Informationen noch nicht öffentlich sind. Eine Finanzierungsrunde habe das neue Unternehmen demnach mit zehn Milliarden US-Dollar bewertet. Wie Bloomberg weiter schreibt, werde OpenAI die Mehrheit der Anteile an dem Unternehmen halten und es kontrollieren.

Anthropic wiederum gründet mit Blackstone, Goldman Sachs und weiteren Firmen ebenfalls ein Joint Venture für den Vertrieb von KI-Tools an Unternehmen. Das berichtete das US-Wirtschaftsblatt Wall Street Journal. Das Gemeinschaftsunternehmen soll Unternehmen bei der Integration von Anthropics KI-Flaggschiff Claude in ihre Geschäftsprozesse unterstützen, darunter Firmen, die den beteiligten Investoren gehören. Hauptinvestoren sind dem Bericht zufolge Anthropic, Blackstone und Hellman & Friedman. Sie werden laut Insidern jeweils rund 300 Millionen US-Dollar investieren. Goldman Sachs beteiligt sich mit 150 Millionen US-Dollar. Insgesamt sollen rund 1,5 Milliarden US-Dollar zusammenkommen.

Laut Bloomberg verzeichnen sowohl OpenAI als auch Anthropic eine besonders hohe Nachfrage nach ihren KI-gestützten Codierungstools, die vor allem von Softwareentwicklern genutzt werden. Um ihre Umsätze zu steigern, nähmen beide Unternehmen verstärkt den Vertrieb von KI-Tools an Unternehmen in anderen Branchen wie Finanzdienstleistungen und im Gesundheitswesen in den Blick. Allein die Partner des neuen Joint Ventures von OpenAI haben demnach Zugang zu mehr als 2.000 Portfoliounternehmen und Kunden. Laut einer mit dem Unternehmen vertrauten Person sollen diese Beziehungen genutzt werden, um in mehr Unternehmen die Einführung von KI voranzutreiben.


(akn)



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Gegen schmelzende Stecker: Asus’ „Equalizer“ mit fragwürdigem Nutzen


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It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Derzeit landen erste Muster eines Kabels namens „Asus ROG Equalizer“ bei Hardwaretestern. Dabei handelt es sich um eine Variante eines Kabels mit 12V2x6-Anschlüssen für die Verbindung von Netzteilen und Grafikkarten. Dieser kleine Stecker und sein Vorgänger 12VHPWR sind seit Jahren in Verruf, weil sie leicht überhitzen. In der Folge gab es etliche Fälle von geschmolzenen Steckern und Defekten an sowohl Netzteilen als auch Grafikkarten. Diese taten die Gerätehersteller anfangs oft als „Anwenderfehler“ ab, angeblich verursacht durch schlecht eingesteckte Verbinder oder zu stark gebogene Kabel. Spätestens mit der RTX 5090 zeigte sich jedoch, dass die Verbindung inhärent problematisch ist, wenn sie mit den für diese Karte geforderten 575 Watt oder darüber arbeiten soll.

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Schon länger gibt es folglich Kabel und Überwachungsgeräte für die Verbindungen, welche die Schwachstellen lindern sollen. Von Asus’ Untermarke ROG gibt es nun den „Equalizer“, was sich auch als „Stabilisator“ übersetzen lässt. Dabei handelt es sich um ein richtungsgebundenes 12V2x6-Kabel mit einigen Spezialitäten: Auf Seite der Grafikkarte sind die +12-Volt-Leitungen und die Masseverbindungen überbrückt, es gibt zwei proprietäre Messleitungen für die Spannungen sowie vergoldete Kontakte. Zudem sollen laut Asus’ Angaben die Federn in den Steckern besonders kontaktfreudig sein.

Auch mit großen Zahlen spart das Marketing von Asus nicht. Statt der bisher für die Verbindung spezifizierten 9,2 Ampere pro Ader und Steckverbindung soll jede der sechs 12-Volt-Verbindungen ganze 17 Ampere aushalten. Das wären ganze 204 Watt über jede einzelne Ader – inwieweit die Stecker das noch aushalten, hat noch niemand ausprobiert.

Nach einer theoretischen Betrachtung und Messung der unterschiedlichen Ströme über die Adern hat der Hardwareentwickler und YouTuber Roman „8auer“ Hartung das Kabel inzwischen auch zerlegt.

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Asus’ Equalizer-Kabel zerlegt und unter dem Mikrosokop

Dabei zeigte sich, dass Klammern aufseiten der Grafikkarte tatsächlich die jeweils sechs Leitungen für +12 Volt und Masse überbrücken. Das geschieht sonst bei vielen Modellen auf der Grafikkarte selbst und ist ein wesentlicher Teil des Problems: Denn falls eine der Verbindungen, etwa im Stecker, einen besonders hohen Widerstand und damit Spannungsabfall aufweist, gleichen die anderen das aus. Dadurch können sehr unterschiedlich starke Ströme über die Adern fließen und einzelne überlasten.

Wo die Leitungen elektrisch zusammengeführt werden, spielt dabei keine Rolle. Per se ist die Idee, sie vor der Karte zu überbrücken, auch nicht neu: Nvidias beigelegte Adapter von mehreren PCIe-8-Pol-Verbindern zu 12V2x6 brücken die Leitungen ebenfalls vor der Grafikkarte.

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Roman Hartung maß bei intakter Brücke des Equalizers mit einer RTX 5090 unter der extremen Last des Programms „Furmark“ eine Abweichung von bis zu 3,6 Ampere zwischen den Leitungen. Das trat bei einem von drei getesteten Kabeln auf. Das beste Equalizer-Kabel kam auf 2,0 Ampere Unterschied, ein anderes Kabel von Asus ohne Brücke auf nur 0,6 Ampere. Als der Tester in seinem zweiten Video die Brücke bei einem Equalizer-Kabel entfernte, ergaben sich nur noch Unterschiede von 1,5 Ampere.

Diese verschieden starken Ströme kann der Equalizer, anders als sein Name verspricht, auch nicht aktiv ausgleichen. Zwar gibt es aufseiten des Netzteils eine von Asus „Intelligent Voltage Stabilizer“ (IVS) genannte proprietäre Verbindung. Sie passt nur an Asus-Netzteile und stellt eine Art Rückkanal für Masse und +12 Volt dar, wie sie aufseiten der Grafikkarte ankommen. Aber eben nur für die gebrückte Summe, nicht für jede einzelne Ader. Was tatsächlich durch jede Ader in der Karte landet, also mit allen Widerständen bis dorthin, könnte nur diese selbst messen.

Asus bezeichnet IVS auch nur als Teil seiner Technik „GPU First“, welche die 12-Volt-Versorgung des Netzteils für die Grafikkarte priorisieren soll. Es handelt sich damit um eine Regelung im Netzteil. Einen aktiven Lastausgleich für jede einzelne Leitung zur Karte gibt es nicht.

Eine letzte Zutat des Equalizers hat sich Roman Hartung auch angesehen: die angeblich neuartigen Federverbindungen im Stecker, die zudem vergoldet sind. Sie brachten jedoch seinen Flächenabschätzungen unter dem Elektronenmikroskop zufolge auch keinen deutlichen Vorteil gegenüber anderen Steckertypen. Die tatsächlichen Kontaktflächen in dem Stecker sind nur 0,2 bis 0,4 Quadratmillimeter groß – es gibt aber bei jeder dieser Verbindungen mehrere davon in einem Stecker.

Auch Gold an der Kontaktoberfläche kann kontraproduktiv sein, weil die meisten 12V2x6-Verbindungen, etwa auch an Grafikkarten, verzinnt und nicht vergoldet sind. Der Abrieb des Zinns kann eine weitere Quelle für erhöhten Widerstand darstellen.

Mit all dem ist auch Hartungs Fazit zum Asus-Equalizer im Video: „Ich sehe den Mehrwert nicht“. Das Asus-Kabel ist für rund 50 Euro erhältlich (ab 49,90 €), in Zukunft soll es manchen Netzteilen des Herstellers gleich beiliegen.

Die aktuellen Erkenntnisse deuten einmal mehr darauf hin, dass die Auslegung des 12V2x6-Steckers und dessen winzige Bauform an sich das Problem darstellen – nicht die Kabel, nicht Netzteile und Grafikkarten oder gar zu ungeschickte Nutzer. Man kann auch bei mehrfachem Einstecken derselben Teile nicht genau wissen, welcher Pin gerade wie guten Kontakt hat. Und ohne Überwachung der Ströme und Spannungen auf beiden Seiten sowie für jede einzelne Ader separat kann auch keine Schaltung eine etwaige Überlastung einer Ader ausgleichen. Derart viel Leistung und damit hohe Ströme durch winzige Steckkontakte zu schicken, erscheint einmal mehr als ziemlich schlechte Idee.


(nie)



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