Künstliche Intelligenz
Mähroboter Ecovacs Goat O600 RTK im Test: Günstig, für kleine Gärten gut
Ecovacs bewirbt den Goat O600 RTK für bis zu 600 m². In der Praxis ist deutlich früher Schluss. Wer das akzeptiert, bekommt einen günstigen RTK-Mäher.
Mit dem Goat O600 RTK positioniert Ecovacs sein günstigstes Modell der drahtlosen O-Serie und zielt damit laut Hersteller auf Gärten bis 600 m². Anders als die größeren Schwestermodelle O800 RTK und O1200 LiDAR PRO verzichtet der O600 RTK auf LiDAR und stützt sich ausschließlich auf RTK-Satellitennavigation in Kombination mit einer Kamera für die Hindernisvermeidung – von Ecovacs als „AIVI“ vermarktet. Begrenzungsdraht und Navigationsbaken entfallen, dafür ist eine freie Sicht der mitgelieferten RTK-Antenne zum Himmel zwingend.
Mit 499 Euro Marktpreis ist der O600 RTK einer der günstigsten RTK-Mähroboter am Markt – nur der Anthbot M5 liegt preislich auf gleichem Niveau, andere RTK-Modelle von Mammotion oder Segway starten deutlich höher. Der Hersteller verspricht eine schnelle Einrichtung, mit wahlweise automatischer oder manueller Kartierung, 45 Prozent Steigfähigkeit und IPX6. Die Schnitthöhe lässt sich von 3 bis 8 cm einstellen – allerdings nur manuell am Gerät.
Das Test-Szenario umfasste einen Garten mit drei Rasenzonen und einer Gesamtfläche von knapp 500 m². Eine Zone ist nur über 4 bis 5 cm hohe Randsteine erreichbar. Eine weitere Zone ist nur über eine 70 cm breite Engstelle zugänglich – exakt der vom Hersteller angegebene Minimalwert. Die Mähgeschwindigkeitstests fanden aus Vergleichbarkeitsgründen auf einem flachen, 240 m² großen Teilstück statt, das auch andere Testgeräte problemlos erreichen. Geprüft wurde zudem, ob und wie sich der Mäher in Home Assistant einbinden lässt – Ecovacs bietet dafür keine offizielle Integration.
Bilder: Ecovacs Goat O600 RTK
Für Ecovacs-Mähroboter gibt es eine Integration für Home Assistant. Sie ist an die Cloud des Herstellers gekoppelt und bietet Zugriff auf wichtige Betriebsparameter. Die Konfigurationsoptionen sind nicht so umfassend wie bei Integrationen für Mähroboter anderer Hersteller.
Für Ecovacs-Mähroboter gibt es eine Integration für Home Assistant. Sie ist an die Cloud des Herstellers gekoppelt und bietet Zugriff auf wichtige Betriebsparameter. Die Konfigurationsoptionen sind nicht so umfassend wie bei Integrationen für Mähroboter anderer Hersteller.
Für Ecovacs-Mähroboter gibt es eine Integration für Home Assistant. Sie ist an die Cloud des Herstellers gekoppelt und bietet Zugriff auf wichtige Betriebsparameter. Die Konfigurationsoptionen sind nicht so umfassend wie bei Integrationen für Mähroboter anderer Hersteller.
Für Ecovacs-Mähroboter gibt es eine Integration für Home Assistant. Sie ist an die Cloud des Herstellers gekoppelt und bietet Zugriff auf wichtige Betriebsparameter. Die Konfigurationsoptionen sind nicht so umfassend wie bei Integrationen für Mähroboter anderer Hersteller.
Ecovacs Goat O600 RTK: Fährt der Mähroboter im Empfangsbereich des WLANs, können Nutzer den Livestream der Kamera mit der App abrufen.
Ecovacs Goat O600 RTK: Für eine optimale Mährichtung ist eine Aufteilung der Rasenfläche in Zonen sinnvoll.
Einrichtung und RTK-Set-up
Der Lieferumfang umfasst neben dem Mäher eine RTK-Station, eine Ladestation, Befestigungsmaterial für beide sowie ein Netzteil. Die Stromversorgung der Ladestation erfolgt über das mitgelieferte 37-Watt-Netzteil mit 10 Meter langem Anschlusskabel. Die RTK-Antenne wird über ein separates 10-Meter-Kabel mit der Ladestation verbunden, die sie zugleich mit Strom versorgt. Da die Antenne 1,2 Meter hoch auf einem Mast sitzt, an dem das Kabel vom Antennenkopf bis zum Boden geführt wird, reduziert sich der nutzbare Aufstellungs-Radius gegenüber der Ladestation auf etwa 9 Meter.
Die Einrichtung des Mähroboters erfolgt über die Ecovacs-App, für die eine Registrierung erforderlich ist – der O600 RTK ist damit zwingend mit der Hersteller-Cloud verbunden. Der App-Assistent erklärt detailliert die Positionierung von RTK- und Ladestation und koppelt den Mähroboter mit der App, sodass die Inbetriebnahme nach wenigen Minuten abgeschlossen ist. Anschließend wird der Goat O600 RTK mit dem heimischen 2,4-GHz-WLAN verbunden – die Ladestation muss daher innerhalb der WLAN-Reichweite des Routers stehen. Eine WLAN-Abdeckung im gesamten Garten ist für den Mähvorgang nicht nötig, wohl aber für Status-Updates und den Livestream der Kamera, da der Mäher keine SIM-Karte besitzt.
Der Aufstellort der RTK-Antenne ist entscheidend für eine präzise Navigation: Je mehr Satelliten die Station empfängt, desto genauer arbeitet der Mähroboter. Im Standard-Testgarten konnten wir die RTK-Antenne direkt neben der Ladestation positionieren und Daten von bis zu 31 Satelliten empfangen. An einem zweiten Teststandort – einem Stadtgarten mit angrenzenden vierstöckigen Gebäuden und Bäumen – reichten die knapp 20 erreichbaren Satelliten nicht für einen regulären Betrieb aus. Erschwerend kommt hinzu: Auch der Mähroboter selbst muss guten Satellitenempfang haben, was nicht in allen Garten-Bereichen gewährleistet ist – dazu mehr im Kapitel zur Navigation.
Anders als die App von Sunseeker bietet die Ecovacs-App keine Signalabdeckungskarte, mit der sich Empfangs-Schwachstellen visuell erkennen ließen. Damit bleibt dem Nutzer verborgen, warum der Mäher an manchen Stellen präzise navigiert und an anderen nicht. Empfangsstörungen durch bauliche Gegebenheiten lassen sich allerdings auch mit einer Abdeckungskarte nicht beseitigen – das RTK-Empfangsproblem betrifft grundsätzlich jeden Mähroboter, der mit dieser Technik navigiert.
Kartierung: Wie bei RTK-Mährobotern üblich, lässt sich die Rasenfläche manuell oder automatisch kartieren. Die manuelle Kartierung – bei der man den Mäher per App entlang der Rasenkante steuert – liefert die präzisere Karte. Die automatische Variante ist nur in klar abgegrenzten Gärten sinnvoll: In unserem Testgarten brachen wir sie nach wenigen Metern ab, weil der Roboter angrenzende Blumenbeete in die Karte aufnehmen wollte. Hinzu kommt: Bei der automatischen Kartierung hält der O600 RTK rund 10 cm Abstand zu festen Rändern – mit Konsequenzen für den Kantenschnitt, auf die wir später eingehen. Die Kartierung des gesamten Gartens dauert etwa 20 Minuten – ein Wert, der weniger vom Mäher als von der Gartengröße abhängt und bei Konkurrenten ähnlich ausfällt.
Die fertige Karte lässt sich anschließend in Zonen aufteilen. Dafür zeichnet man in der App eine Markierung ein oder fährt den entsprechenden Bereich mit dem Mäher ab. Bei größeren Gärten ist eine Zonen-Aufteilung sinnvoll, weil sich darüber die Mährichtung optimieren und unnötige Wendemanöver vermeiden lassen.
Navigation, RTK-Empfang und Hindernisüberwindung
Auf ebenem Untergrund mäht der Ecovacs Goat O600 RTK in geraden, parallelen Bahnen. Auf unebenem Gelände kommt es vor, dass die starren Vorderräder kurz nach links oder rechts ausweichen, sodass der Mäher über die Hinterräder den Kurs korrigieren muss. Komplexere Bahnmuster wie Schachbrett-Verläufe, die einige Premium-Modelle für ein gleichmäßigeres Schnittbild bieten, beherrscht der O600 RTK nicht. Immerhin lässt sich die Mährichtung wöchentlich ändern – bei länglichen Rasenabschnitten geht das allerdings zulasten der Effizienz, weil zusätzliche Wendemanöver hinzukommen.
Dass es sich beim Goat O600 RTK um ein Einstiegsmodell mit begrenzter Sensorik handelt, zeigt sich beim Vergleich mit dem teureren Schwestermodell: Dem O600 RTK fehlt ein 3D-ToF-Sensor, den der Goat O800 RTK bietet. Das hat praktische Konsequenzen. Laut Handbuch muss bei der Kartierung von Flächen, die an eine 3 cm abgesenkte Kante grenzen, ein Abstand von 20 cm eingehalten werden – beim O800 RTK reichen 10 cm. Wer diesen Abstand unterschreitet, riskiert, dass der Mäher die Kante überfährt und sich festfährt. Premium-Modelle wie der Dreame A3 (rund 2.200 Euro) erlauben hingegen eine Kartierung direkt an der Kante.
In unserer Test-Zone mit 4 bis 5 cm hohen Randsteinen scheitert der Goat O600 RTK erwartungsgemäß. Ecovacs gibt für den Mäher eine maximale Hindernisüberwindung von 3 cm an – diese Spec hält er ein.
Die Steigfähigkeit gibt Ecovacs für den mit 10,4 Kilogramm relativ leichten Mäher mit 24 Grad (45 Prozent) an. In Längsrichtung bewältigt der Mäher diese Steigung; Querfahrten an Hängen sollten Nutzer wegen der starren Vorderräder vermeiden, da der Mäher dort häufig korrigieren muss. Wer regelmäßig größere Hangflächen bearbeiten will, ist mit einem Allradmodell besser bedient.
An einer nur 70 cm breiten Verbindung zwischen zwei Rasenzonen unseres Testgartens scheitert der Goat O600 RTK regelmäßig – wie alle bislang von uns getesteten RTK-Mähroboter. Grund ist nicht die Engstelle selbst (Ecovacs nennt 70 cm als minimal passierbare Breite, was der Mäher unter gutem RTK-Empfang auch einhält), sondern der dort schwache Satellitenempfang. Manchmal passiert der Mäher die Stelle auf dem Hinweg, findet aber den Rückweg nicht. Diese Limitierung ist technologiebedingt und betrifft RTK-Mäher generell. LiDAR-Modelle meistern solche Engstellen in der Regel zuverlässiger – wer einen Garten mit RTK-kritischen Zonen hat, sollte das bei der Geräteauswahl berücksichtigen.
Mähleistung, Schnittbild, Kanten und Hinderniserkennung
Mit einer Schnittbreite von 19 cm (Goat O800 RTK: 22 cm) und einem kleinen 45-Wh-Akku darf man beim Goat O600 RTK keine Rekord-Mähzeiten erwarten. Für den 240 m² großen, flachen Geschwindigkeits-Testbereich mit einigen Hindernissen unterbricht der Mäher den Vorgang zweimal: Bei 15 % Akkuladung fährt er zur Ladestation, bei 80 % setzt er das Mähen fort. Das Laden von 15 auf 80 % dauert 57 Minuten, eine vollständige Ladung von 15 auf 100 % 75 Minuten.
Pro Akkuladung schafft der Mäher im Test 1:17 h – Ecovacs selbst gibt nur 45 Minuten an. Damit übertrifft der O600 RTK seine Hersteller-Spezifikation deutlich. Insgesamt benötigt er für die 240 m² inklusive Ladepausen 6:39 h; die Nettomähzeit ohne Laden liegt bei 3:25 h. Hochgerechnet auf die vom Hersteller beworbenen 600 m² wären das knapp 17 h inklusive mehrerer Ladevorgänge – ein theoretischer Wert, der die Praxis-Grenze des Mähers verdeutlicht.
Die Bahnen überlappen sich beim Mähen, sodass keine Rasenhalme stehen bleiben – das verlängert allerdings die Mähzeit. Im Vergleich landet der O600 RTK damit im Bereich anderer Mäher mit ähnlicher Schnittbreite: Der Sunseeker S4 mit 18 cm benötigt für dieselbe Fläche 4:53 h (Brutto), profitiert aber von einem stärkeren Akku mit nur einer Ladepause. Mäher mit größerer Schnittbreite sind naturgemäß deutlich schneller – Spitzenreiter ist der Mammotion Luba 3 AWD mit 1:15 h, der dank großem Akku ohne Nachladen auskommt.
| Mammotion Luba 3 AWD | 1:15 | 1:15 |
| Dreame A3 AWD Pro 3500 | 1:17 | 1:17 |
| Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro | 1:36 | 1:36 |
| Mova Lidax Ultra 1000 AWD | 1:37 | 1:37 |
| Segway Navimow i208 LiDAR | k. A. | 2:54 |
| Ecovacs Goat O1200 LiDAR Pro | 4:26 | 3:07 |
| Sunseeker S4 | 4:53 | 3:31 |
| Ecovacs Goat O600 RTK | 6:39 | 3:25 |
Schnittbild und Kanten: Auf ebenem Untergrund hinterlässt der Mäher ein gleichmäßiges Schnittbild. Durch die Bahn-Überlappung sind die typischen Kontrastunterschiede zwischen den Mähbahnen kaum sichtbar. In Mulden und auf unebenem Untergrund bleibt der Schnitt dank des schwingenden Mähdecks gleichmäßig – die Schnitthöhe selbst lässt sich allerdings nur manuell am Gerät einstellen, nicht per App.
Beim Kantenmähen zeigt sich die größte Schwäche des O600 RTK. Bauartbedingt beträgt der Abstand der Messer zum Gehäuserand bereits 10 cm. Hinzu kommt: Bei automatischer Kartierung hält der Mäher zusätzlich rund 10 cm Abstand zu festen Rändern (siehe Kapitel zur Einrichtung), sodass an festen Kanten Reststreifen von bis zu 20 cm stehen bleiben können. Selbst mit der Option „Zone mit geringer Hindernisvermeidung“ hält der Mäher in den meisten Fällen einen Abstand von bis zu 20 cm; nur gelegentlich trifft er die Kante präzise.
Konstruktive Lösungen, die Konkurrenten gegen dieses Problem einsetzen, fehlen beim O600 RTK: seitlich ausfahrende Messer wie beim Dreame A3 AWD Pro 3500, eine zusätzliche Mähscheibe wie beim Sunseeker X5 Gen2 oder eine separate Trimmeinheit, wie sie die aktuellen Goat-A-Modelle von Ecovacs bieten. Wer einen sauberen Kantenschnitt erwartet, muss in eine höhere Preisklasse greifen oder nachtrimmen.
Hinderniserkennung: Die kamerabasierte Hinderniserkennung (von Ecovacs als „AIVI“ vermarktet) funktioniert im Test überwiegend zuverlässig. Menschen und Haustiere wie Hunde umfährt der Mäher großräumig, einen Gartenschlauch erkennt er ebenfalls verlässlich. Kleinere Objekte wie Tennisbälle übersieht er allerdings gelegentlich und überfährt sie. Wer regelmäßig Spielzeug oder Bälle auf dem Rasen liegen hat, sollte das vor dem Start prüfen.
App, Bedienung und Home Assistant
Die Ecovacs-App bündelt alle wesentlichen Konfigurationsparameter übersichtlich. Da der O600 RTK keine elektronische Schnitthöhenverstellung erlaubt, lässt sich diese nur manuell am Gerät über einen Drehregler in 0,5-cm-Schritten zwischen 3 und 8 cm einstellen. In der App lässt sich pro Zone lediglich die Schnittrichtung konfigurieren.
Für die Regenerkennung sitzt auf der Gehäuseoberseite ein Sensor: Erkennt er ausreichend Wasser, kehrt der Mäher zur Ladestation zurück. Anschließend wartet er eine konfigurierbare Trocknungszeit zwischen 30 Minuten und 3 Stunden ab, bevor er die Arbeit fortsetzt. Eine Tierschutz-Option erlaubt es zudem, Zeitspannen festzulegen, in denen der Mäher nicht startet. Das ist mehr als eine Komfortfunktion: Zum Schutz nachtaktiver Tiere sollten Mähroboter grundsätzlich nur tagsüber arbeiten. Einige Kommunen ahnden Nachtfahrten mit empfindlichen Bußgeldern – in Leipzig drohen bis zu 50.000 Euro. Geht es nach dem Deutschen Städtetag, könnte ein bundesweites Nachtfahrverbot bald folgen.
Sprachsteuerung und Smart-Home-Anbindung: Über die Ecovacs-App lässt sich Sprachsteuerung via Amazon Alexa, Google Home und Siri aktivieren. Praktisch wichtiger sind allerdings die Zeitpläne, mit denen sich pro Wochentag festlegen lässt, welche Zone wann gemäht werden soll. Eine offizielle Drittanbieter-Integration bietet Ecovacs nur für Smart Home by Hornbach – für die meisten Heise-Leser mit Home-Assistant-Fokus jedoch unattraktiv, zumal die Integration nur die Gesamtfläche steuert und keinen Zugriff auf Akkustatus oder andere Betriebsparameter liefert.
Home Assistant: Für Home Assistant gibt es eine Community-Integration, die inzwischen Bestandteil von Home Assistant Core ist. Sie basiert standardmäßig auf der Ecovacs-Cloud, was zwei zentrale Einschränkungen mit sich bringt: Bei Cloud-Ausfällen ist der Mäher aus Home Assistant nicht erreichbar, und sämtliche Steuerbefehle laufen über Ecovacs-Server. Eine cloud-freie Anbindung ist über das Reverse-Engineering-Projekt Bumper möglich, das die Ecovacs-Cloud lokal nachbildet – allerdings handelt es sich um eine Bastler-Lösung ohne offiziellen Support, die nach Firmware-Updates regelmäßig nachjustiert werden muss.
Der Funktionsumfang der HA-Integration bleibt zudem hinter Community-Lösungen für andere Mähroboter zurück. Während etwa PyMammotion für Mammotion-Geräte eine Zonen-Ansteuerung erlaubt, beschränkt sich die Ecovacs-Integration auf Start und Stopp für die Gesamtfläche. Immerhin werden Betriebsparameter wie Akkustand, Anzahl der Mäh-Einsätze und gemähte Gesamtfläche zuverlässig in Home Assistant übertragen.
Die derzeit einzige Mähroboter-Familie mit einer offiziellen, lokalen HA-Integration über MQTT stammt von Terramow. Wer Wert auf cloud-unabhängige Steuerung und vollen Funktionsumfang in Home Assistant legt, findet bei Ecovacs aktuell keine vergleichbare Lösung – egal ob über die offizielle Hornbach-Integration, die HA-Community-Integration oder den Bumper-Workaround.
Preis
Regulär kostet der Ecovacs Goat O600 RTK 649 Euro. Oft ist er wie aktuell für 499 Euro im Angebot.
Fazit
Der Ecovacs Goat O600 RTK ist ein solider Einsteiger-Mähroboter für überschaubare Gärten mit klaren Grenzen und gutem Satellitenempfang. Wer einen ebenen Rasen bis etwa 300 m² hat, bekommt für knapp 500 Euro einen RTK-Mäher mit ordentlicher Mähleistung pro Akkuladung, schwingendem Mähdeck und brauchbarer Hinderniserkennung. Die vom Hersteller beworbenen 600 m² sind in der Praxis allerdings illusorisch – wer regelmäßig größere Flächen mähen will, sollte zum O800 RTK oder zu Modellen mit größerer Schnittbreite greifen.
Die Schwächen liegen im Kantenschnitt (bis zu 20 cm Reststreifen), der nur manuellen Schnitthöhen-Verstellung und der fehlenden offiziellen Home-Assistant-Integration. Für Heise-Leser mit Smart-Home-Fokus ist die cloudbasierte HA-Community-Lösung eine Notlösung – wer Wert auf lokale Steuerung legt, findet aktuell nur bei Terramow eine offizielle MQTT-Anbindung, allerdings in höherer Preisklasse.
Im preisgleichen Umfeld lohnt ein Blick auf die Konkurrenz: Der ungetestete Anthbot M5 (499 Euro) bietet laut Hersteller elektrische Schnitthöhen-Verstellung per App, Dual-Vision-Navigation als Backup bei schwachem RTK-Empfang und 4G – auf dem Papier in mehreren Punkten besser ausgestattet. Der Roboup Raccoon 2 SE für 499 Euro verzichtet auf RTK und nutzt KI-Vision; im Test zeigte er ein deutlich chaotischeres Mähbild und ist nur in klar strukturierten Gärten sinnvoll. Wer eine konkrete Test-Alternative sucht und mit einem weniger systematischen Mähmuster leben kann, findet ihn dort.
Künstliche Intelligenz
IBM-CEO schockiert Aktionäre, Aktie kracht
IBM-Aktien haben am Dienstag rund ein Viertel ihres Börsenwertes eingebüßt. Das ist der schlimmste Fall des Wertpapiers an einem einzelnen Handelstag seit IBMs Börsengang vor bald 111 Jahren. Auslöser ist die außerplanmäßige Veröffentlichung vorläufiger Finanzzahlen, die nicht den Erwartungen des Finanzmarktes entsprechen. Der Umsatz ist im Jahresabstand zwar gestiegen, aber nicht so stark, wie Analysten erwartet hatten.
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Schon der ungewöhnliche Schritt, Finanzdaten außertourlich zu veröffentlichen, verunsichert den Markt. Börsennotierte Unternehmen folgen in aller Regel einem strikten Kalender; Termine der Veröffentlichung von Quartalszahlen werden im Voraus angekündigt, damit sich Marktteilnehmer darauf einrichten können.
Doch Dienstagmorgen (Ortszeit New York) hat Konzernchef Arvind Krishna einen offenen Brief an die IBM-Aktionäre herausgegeben. „Ich möchte die Zeit nehmen, zu erklären, was wir in dem Quartal erlebt haben, das zu dem Minderertrag bei Software und Infrastruktur geführt hat, den Sie (in den Zahlen) sehen”, eröffnet Krishna. Im zweiten Quartal hat IBM z17, eine neue Generation seiner Mainframes, herausgebracht. Weil sich neue Großrechner erst bewähren müssen, habe IBM zwar mit einem Umsatzrückgang der Infrastruktur-Sparte gerechnet, aber nicht mit dem letztendlichen Minus von sieben Prozent. Werden weniger Mainframes gekauft, wird auch weniger passende Software erworben. Insgesamt hat diese Sparte aber immer noch fünf Prozent zugelegt.
Chipflation führt zu Budgetumschichtung
Grund für die unerwartet schleppende Nachfrage sei der durch den KI-Boom ausgelöste Preisanstieg bei Servern und Speicher („Chipflation”). Im Juni hätten Kunden, weitere Preisanstiege erwartend, schnell Server, Festplatten und Arbeitsspeicher geordert. Diese Budgetumschichtung bedeute, dass Mainframe-Bestellungen auf später verschoben würden. Zusätzlich habe die rasch verschlechternde IT-Sicherheitslage potenzielle Mainframe-Käufer „abgelenkt”.
„Wir haben uns nicht schnell genug angepasst und bewegt”, hadert Krishna, „Zahlreiche große Verträge sind nicht im erwarteten Zeitraum zustande gekommen, was den Großteil unseres Minderertrags ausmacht. Das sind keine Ausreden, aber Realitäten.”
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Der Kurssturz der IBM-Aktie folgt deutlichen Kursgewinnen der letzten Wochen. Das Papier notiert jetzt wieder auf dem Kursniveau von vor zwei Monaten.
Die vorläufigen Zahlen
Der Quartalsumsatz ist um ein Prozent auf 17,2 Milliarden US-Dollar gestiegen. Das Consulting läuft stabil, soll aber dank generativer KI mehr neue Verträge geschlossen haben. Wie erwähnt ist der Infrastruktur-Umsatz um sieben Prozent gefallen, das Software-Geschäft indes um fünf Prozent gewachsen. Hiezu trägt insbesondere Red Hat mit einem Plus von elf Prozent bei. Zur Umsatzentwicklung des vierten Konzernbereichs, der Kreditvergabe an Kunden, äußert sich Krishnas Schreiben nicht.
Der Bruttogewinn ist um sieben Promille auf 9,9 Milliarden US-Dollar gefallen. Ein Minus von viereinhalb Prozent setzt es beim Vorsteuergewinn fortgeführter Betriebsteile: 2,5 Milliarden US-Dollar. Der operative Cashflow hat zwar 53 Prozent auf 2,6 Milliarden US-Dollar zugelegt. Betrachtet man jedoch den operativen Cashflow ohne aushaftende Kundenkredite, offenbart sich ein Rückgang von annähernd neun Prozent auf 2,9 Milliarden US-Dollar.
IBMs Quartalsbuchhaltung ist noch nicht abgeschlossen. Bis zur planmäßigen Veröffentlichung umfangreicherer Zahlen am 22. Juli können sich die Werte also noch ändern.
(ds)
Künstliche Intelligenz
IFG-Reform: Bundesregierung in Erklärungsnot | heise online
Die Bundesregierung kommt bei der umstrittenen Reform des Informationsfreiheitsgesetzes (IFG) in Erklärungsnot. Eine Recherche des Magazins Stern konnte keine Belege für die von einem Regierungssprecher als Begründung für die Reform herangezogenen Bedrohungen staatlicher Bedienstete zutage fördern.
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Umstrittene IFG-Reform
Die Koalition will mit der Reform des IFG die Möglichkeiten beschneiden, Einsicht in staatliche Unterlagen zu nehmen. Das geltende IFG schreibt dafür einen weitgehenden Rechtsanspruch fest, der auch für Organisationen und Redaktionen gilt. Künftig sollen nur noch natürliche Personen dieses Auskunftsrecht haben.
In der Bundespressekonferenz begründete Regierungssprecher Stefan Kornelius die Einschränkung mit einer nicht näher bezeichneten internationalen Bedrohungslage, dem Schutz Kritischer Infrastrukturen – und dem Schutz von Staatsbediensteten „vor Anfeindungen und Drohungen”.
„Das IFG hat auch dazu geführt, dass Staatsbedienstete in einer Breite in die Öffentlichkeit gezogen werden, die für diese Personen gefährdend ist“, führte der Regierungssprecher dazu aus.
„Keine Fälle”
Der „Stern“ hat nachgefragt: Welche Bedrohungen gab es? Kornelius’ eigene Behörde, das Bundespresseamt, verweist auf das Innenministerium. Das kennt „keine Fälle im Sinne der Fragenstellung“. Auch im Außenamt und dem Justizministerium weiß man auf die Stern-Anfrage von keinen Fällen. Andere Ministerien verweisen auf fehlende Statistiken.
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Auch die ehemaligen Bundesbeauftragten für die Informationsfreiheit Ulrich Kelber und Peter Schaar kritisieren die Pläne scharf und kennen aus ihrer Amtszeit keine Fälle. Kelber will die Begründung der Bundesregierung nicht gelten lassen: Schon jetzt erlaube das IFG die Verweigerung von Auskunft, wenn tatsächlich eine Gefährdung vorliegt.
(vbr)
Künstliche Intelligenz
WIPO-Report: Patentboom bei generativer KI – Deutschland führt in Europa
Die Erforschung und kommerzielle Nutzung generativer Künstlicher Intelligenz (GenAI) hat zu einer hohen Dynamik auf dem globalen Patentmarkt geführt. Laut einem Bericht der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) wurden 2024 und 2025 weltweit mehr als 56.000 neue GenAI-Patentfamilien veröffentlicht. Damit übertrifft der Output der vergangenen zwei Jahre die Gesamtzahl aller entsprechenden Patentanmeldungen des vorherigen Jahrzehnts. Zwischen 2023 und 2025 stieg die Zahl der jährlichen Veröffentlichungen von rund 14.000 auf über 37.800.
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2025 erreichte der Anteil von GenAI an allen KI-bezogenen Patenten 8,7 Prozent, nach 4,2 Prozent im Jahr 2017. Der WIPO zufolge spiegelt der Anstieg das Auslaufen der üblichen 18-monatigen Verzögerung zwischen Anmeldung und Veröffentlichung wider, die auf den weltweiten Forschungsboom nach der Vorstellung von ChatGPT Ende 2022 folgte.
Deutschland überrundet Großbritannien
Europa liegt im globalen Vergleich zwar hinter Asien und den USA. Es zeigt aber zumindest eine hohe Wachstumsdynamik. In Europa hat Deutschland Großbritannien als führenden Erfinderstandort für generative KI überholt. Mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 85 Prozent zwischen 2023 und 2025 belegt die Bundesrepublik weltweit Rang sechs. Großbritannien folgt mit 69 Prozent Wachstum auf Platz acht.
Getragen wird der Aufstieg vor allem von der heimischen Industrie. So schaffte Bosch mit 368 Patentfamilien als Neueinsteiger den Sprung in die Top 25 der weltweiten Patentinhaber. Für die WIPO zeigt das, dass GenAI längst nicht mehr nur ein Thema von Software- und Internetkonzernen ist. KI erreiche zunehmend Industrie, Logistik und Infrastruktur. Auch die Schweiz holte mit einer jährlichen Wachstumsrate von 124 Prozent auf.
Softbank führt, OpenAI setzt auf Geheimhaltung
Global bleibt China unangefochtener Spitzenreiter. Chinesische Entwickler veröffentlichten 2024 und 2025 mehr als 43.000 Patentfamilien und übertrafen damit ebenfalls ihre Gesamtleistung des vorherigen Jahrzehnts. Es folgen die USA, deren kommerzielle GenAI-Entwicklung einer jährlichen Wachstumsrate von 92 Prozent entspricht. Die höchste relative Zunahme unter den Top-Nationen verzeichnete Japan mit 210 Prozent – vor allem dank der KI-Strategie von Softbank. Der Konzern publizierte knapp 3000 Patentfamilien und führt so die Rangliste der einzelnen Patentinhaber vor Tencent, Ping An und Baidu an.
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Auch Alphabet, Microsoft und IBM gehören zu den führenden Patentinhabern. OpenAI verfolgt dagegen eine andere Strategie: Ende 2025 verfügte das Unternehmen weltweit nur über 35 Patentanmeldungen. Es setzt stärker auf Geschäftsgeheimnisse sowie schnelle Produktentwicklung.
Technologisch dokumentiert der WIPO-Bericht einen grundlegenden Wandel: Große Sprachmodelle (LLMs) haben die zuvor dominierenden Generative Adversarial Networks (GANs) klar überholt. 2025 entfielen rund 14.100 Patentfamilien auf LLMs, gegenüber etwa 5200 auf GANs. Diffusionsmodelle belegen inzwischen Rang drei. Bild- und Videoanwendungen dominieren zwar weiterhin, doch Text- und Softwarecode-Anwendungen holen deutlich auf. Für die Zukunft erwartet die WIPO eine stärkere Internationalisierung der Schutzrechte. Bislang entfallen nur rund 9 Prozent der GenAI-Patentfamilien auf internationale Anmeldungen. Mit zunehmender Marktreife dürfte sich der Wettbewerb um globale Schutzrechte verschärfen.
(wpl)
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