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Spotify erweitert Ads: Werbung wird Teil des Hörmoments
94 Prozent stoppen andere Aktivitäten für Audio. Spotify nutzt das und bringt neue Ad-Formate wie Sponsored Playlists und Carousel Ads, die Werbung in den Hörmoment integrieren. Im Ads Manager liefern Split Testing und Automated Bid Insights zu Klickrate und Performance.
94 Prozent der Nutzer:innen stoppen andere Aktivitäten für Audio. Gleichzeitig wird Werbung dort im Vergleich zu Social Media um 36 Prozent stärker vertraut. Diese Zahlen aus der aktuellen Spotify-Studie The Sound-On Era zeigen, warum Audio gerade zu einem der wirksamsten Werbeumfelder wird. Denn wer hört, entscheidet sich häufig bewusst für eine Folge, einen Song oder ein Buch. Genau darin liegt der Unterschied zum Scrollen durch Social Feeds. Aufmerksamkeit entsteht hier aktiv. Und genau das macht Spotify für Werbung attraktiv. Spotify baut jetzt auf dieser Stärke weiter auf und erweitert das Ads-Angebot um spannende neue Möglichkeiten für Marketer.
Mit den zwei neuen Formaten Sponsored Playlists und Carousel Ads sowie automatisierter Kampagnensteuerung will das Unternehmen Werbung stärker in Nutzungssituationen integrieren. Brian Berner, Global Head of Advertising bei Spotify, erklärt:
Spotify has evolved into an immersive, multiformat platform where culture and brands can intertwine, helping them move from simply being heard to becoming a part of the fan experience.
Spotify User können ihr Taste Profile außerdem seit Kurzem erstmals einsehen und aktiv bearbeiten. Damit wird der Empfehlungsalgorithmus transparenter und lässt sich stärker nach dem eigenen Geschmack gestalten.
Spotify lässt User endlich ihr Taste Profile bearbeiten

Die Sound-On Era: Wie Audio Nutzung und Werbung verändert
Für die Studie hat Spotify über 5.000 Konsument:innen, 105 Werbetreibende und mehr als 30 Expert:innen weltweit befragt. Die Ergebnisse zeichnen ein positives Bild für den Streaming Player. 67 Prozent der Nutzer:innen würden per Sprachbefehl mit einer Anzeige interagieren, selbst ohne aktiven Screen, während 85 Prozent der Werbetreibenden interaktive Audioformate als Zukunft einschätzen. Zugleich zeigt die Studie, wie stark Audio bereits im Alltag verankert ist. Weltweit wurden 2025 rund 5,1 Billionen Songs gestreamt (Plus 9,6 Prozent), gleichzeitig gibt es über sieben Millionen Podcasts und rund 584 Millionen Podcast-Hörer:innen. Auch der Hörbuchmarkt soll sich bis 2032 vervierfachen. Nutzer:innen hören Inhalte außerdem beim Pendeln, Sport oder im Haushalt – also genau dort, wo visuelle Medien eine weniger große Rolle spielen. Weitere zentrale Ergebnisse im Überblick:
- 75 Prozent erinnern sich an Audioinhalte, zehn Prozent mehr als bei Social Content
- 86 Prozent schalten Videos auf anderen Plattformen stumm, um Audio zu hören
- 87 Prozent wünschen sich verbale Antworten von KI-Systemen
- 82 Prozent der Werbetreibenden erwarten bessere Performance durch personalisierte Audio-Ads
- 80 Prozent der Werbetreibenden sehen Audio als aufmerksamkeitsstärker und weniger ablenkend
- Zwei von drei Werbetreibenden halten Audio für besonders effektiv bei aufmerksamen Nutzer:innen
- Mehr als 90 Prozent zusätzliche Umsätze sind möglich, wenn Audio mit Video- und Display Ads kombiniert wird
Im Marketing wird es immer entscheidender, im richtigen Moment relevant zu sein statt einfach maximal sichtbar. Audio entwickelt sich dabei zum Umfeld, in dem Aufmerksamkeit nicht erst erzeugt werden muss, sondern bereits vorhanden ist.
Werbung im Flow: Spotify bringt Marken direkt in den Listening Moment
Mit neuen Formaten wie Sponsored Playlists und Carousel Ads erscheinen Inhalte genau dann, wenn Nutzer:innen ohnehin aktiv zuhören und sich im Content befinden. Ein Überblick über die neuen Möglichkeiten.
Sponsored Playlists 2.0
Marken können komplette Top-Playlists wie RapCaviar oder New Music Friday exklusiv besetzen und erhalten damit die volle Werbepräsenz innerhalb der Playlist. Die Platzierungen sind stärker visuell eingebunden und näher am Nutzungskontext ausgespielt, während sich gleichzeitig die Werbedichte reduzieren lässt. Für Nutzer:innen entstehen dadurch weniger Unterbrechungen, während Marken von einem aufmerksamkeitsstarken Umfeld profitieren.

Spotify verweist in diesem Zusammenhang auf steigendes Engagement. Die Verweildauer in der App ist laut dem Unternehmen 2025 um 26 Prozent gestiegen, gleichzeitig legten die Klickraten für Audio- und Video-Ads um 14 Prozent zu. Auf einer Plattform mit weltweit über 750 Millionen Nutzer:innen (Zahlen von Spotify) entstehen so längere und stabilere Kontaktpunkte, die sich eher wie Content anfühlen als wie klassische Werbung.
Carousel Ads
Spotify testet ein neues swipebares Format direkt in der Now Playing-Ansicht. Bis zu sechs Cards ermöglichen es, Produkte, Stories oder Angebote Schritt für Schritt aufzubauen, ohne die Session zu verlassen. Die Ads erscheinen dabei im Listening Moment selbst statt zwischen Inhalten. Erste Tests mit Marken wie eBay oder Priceline zeigen laut Spotify ein starkes Engagement.

Split Testing und Automated Bid: Spotify automatisiert Kampagnen
Neben neuen Formaten baut Spotify auch die Steuerung im Ads Manager aus und will Audio stärker in datengetriebene Kampagnen integrieren. Mit Split Testing können Werbetreibende Creatives parallel testen und anhand von Kennzahlen wie Abschlussrate, Klickrate oder Cost-per-Click vergleichen. Optimierungen erfolgen direkt in laufenden Kampagnen statt erst im Nachhinein. Gleichzeitig übernimmt mit Automated Bid Machine Learning die Gebotssteuerung, passt Budgets in Echtzeit an und ermöglicht es, Kampagnen effizienter und ohne manuelle Eingriffe zu skalieren.
Audio wird messbar, interaktiv und strategisch relevant
Was 2006 mit Musik-Streaming begann, ist heute ein komplexes Ökosystem aus Podcasts, Hörbüchern, Music Videos, Live-Erlebnissen und KI-gestützten Features. Nutzer:innen wechseln zwischen Audio- und Video-Podcasts, starten gemeinsame Sessions oder interagieren mit personalisierten Funktionen wie dem AI DJ.
Damit verschiebt sich auch die Rolle von Audio. Durch KI wird aus Content zunehmend ein Interface, über das Nutzer:innen Inhalte entdecken, steuern und erleben. Gleichzeitig entwickelt sich Audio vom reinen Awareness-Kanal hin zu einem messbaren, performance-orientierten Werbeumfeld. Marken treffen hier nicht mehr auf ein passives Publikum, sondern auf eine Umgebung, in der Aufmerksamkeit, Interaktion und kulturelle Relevanz zusammenkommen. Am Ende zeigt sich ein klarer Shift. Werbung funktioniert dort am besten, wo Aufmerksamkeit freiwillig entsteht. Genau hier setzt Spotify an. Wer Audio heute noch als Zusatzkanal denkt, verpasst einen der wenigen Orte, an denen Nutzer:innen wirklich zuhören.
Wie stark sich das Medium gerade verändert, zeigt auch der Blick auf Podcasts. Im Zeitalter von KI und schnellen Scroll-Formaten boomt ausgerechnet ein Format, das Zeit verlangt. Spotifys Saruul Krause-Jentsch erklärte OnlineMarketing.de im TAP INTO MARKETING Interview, warum Podcasts aktuell einen neuen Peak erleben, wie Video und KI die Discoverability verändern und warum immer mehr Frauen den Markt prägen. Das ganze Gespräch hörst du in der aktuellen Folge.
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Kampagnenfortsetzung: Schwäbisch Hall lässt Wohnträume der Gen Z wahr werden
Auch scheinbar verrückte Wohnideen sind umsetzbar, will die Kampagne von Schwäbisch Hall zeigen
Bereits im vergangenen Jahr starteten Schwäbisch Hall und Ogilvy mit #MakeItReal eine Kampagne, die sich speziell an die Gen Z richtete. Die aktuelle Fortsetzung will junge Menschen dazu ermutigen, auch ihre ausgefallensten Wohnträume Wirklichkeit werden zu lassen.
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WM-Coup: Levi’s geht viral, weil FIFA Stadionlogo verbietet
Levi’s musste das namengebende Logo des eigenen Stadions in San Francisco verdecken, um der FIFA gerecht zu werden und hat kurzerhand einen aufsehenerregenden Marketing Move daraus gemacht. Denn das Brand-Logo funktioniert auch ohne Schriftzug.
Die FIFA verbietet Brands, die kein WM-Sponsoring betreiben, eine Außendarstellung im Rahmen der Herrenfußball-WM 2026 in den USA, Mexiko und Kanada. Das ist blöd für eine Reihe von Stadien, die das Sponsoring berühmter Brands – die aber nicht als Partner:in der FIFA auftreten – im Namen tragen. Und so wird während der WM aus dem MetLife Stadium das New York New Jersey Stadium, aus dem SoFi Stadium das Los Angeles Stadium und aus dem Levi’s Stadium das San Francisco Bay Area Stadium.
Levi’s musste für das Spiel zwischen der Schweiz und Katar, genau wie für die weiteren Partien, sogar das große Brand-Logo im Stadion selbst verdecken. Von der FIFA gesagt, von Levi’s getan – aber mit einem Twist. Denn Levi’s verdeckte den Namenszug in Weiß und mit der bekannten Batwing-Form. Seit ihrer Einführung 1967 ist diese Designform eng mit der Marke verknüpft, viele kennen sie von Levi’s T-Shirts und sie gehört zu den Bestsellern der Lifestyle Brand.
Sowohl die markennahe Umsetzung der FIFA-Restriktion als auch die anschließende Anpassung des Instagram und TikTok Accounts sorgten für viel Furore im Digitalraum. Levi’s konnte damit einen wichtigen Marketing-Moment selbst steuern, was sich nicht zuletzt für den Verkauf der eigenen Kollektionen passend zur WM anbietet.
Check24 schon wieder mit kostenlosem WM-Trikot:
Gegen Daten als Marketing-Coup

Levi’s: Marketing-Coup mit dem „[redacted] stadium“
Viele Zuschauer:innen mögen sich über die weiße Namensabdeckung vor dem in riesigen Lettern am Levi’s Stadium mit dem Wort „STADIUM“ gewundert haben. Und doch dürften sie erkannt haben, dass das verdeckte Wort sich nur auf die Marke Levi’s beziehen kann. Schon während des Spiels zwischen der Schweiz und Katar fiel die Änderung auf, die auf den FIFA-Regularien rund um die WM 2026 beruht. Dabei sorgte schon die Änderung für viel Aufmerksamkeit, die die Marke für sich nutzen konnte.
@ogkelleena #levisstadium #fifa #worldcup #bayarea #fyp @Levi’s @FIFA World Cup ♬ New York Stand Up New York Knicks Anthem – Bolo The Assassin
Levi’s selbst reagierte dann schnell und änderte im Instagram Account mit über zehn Millionen Followern und auf TikTok das Profilbild. Dort ist derzeit vor rotem Hintergrund ein weißes Batwing-Symbol zu sehen, genau wie im Stadion. Das jüngste Reel mit der Caption „Welcoming the world to the beautiful [redacted] stadium!“ konnte binnen 15 Stunden über 420.000 Likes und mehr als 5.000, vielfach begeisterte, Kommentare generieren. Das ist deutlich mehr als bei anderen Posts der Marke. Auf TikTok hat das Video fast neun Millionen Views (Stand: 15. Juni 2026).
Auch der Marketing Publisher Adweek berichtet auf Threads über den Marketing Move, der Levi’s derzeit zum Gesprächsthema unter den Marken der WM macht.
Marketing Move, der auch Conversions mit sich bringen kann
Damit folgt die US Brand für Bekleidung einem Marketing Playbook, das auch Tim Christiansen, General Manager DACH für Snapchat, gegenüber OnlineMarketing.de aufgerufen hat. Mit Blick auf Snapchat meint er:
Fußball lebt vom Austausch, aber die Art und Weise, wie Fans connecten, hat sich massiv ins Digitale verlagert. Snapchat ist heute das soziale Bindeglied: Wir ermöglichen es den Fans, hautnah dabei zu sein und ihre Emotionen zu teilen, egal, ob sie im Stadion sitzen oder von zu Hause aus zuschauen. Dass 57 % der Snapchatter*innen die App während der Spiele als aktiven Second Screen nutzen, zeigt deutlich: Das wahre Stadion-Feeling findet heute in der digitalen Community statt. Für Advertiser ist dieser Shift im Fan-Verhalten eine riesige Chance. Wer als Marke heute Fans wirklich erreichen will, darf nicht nur passiv berieseln, sondern muss dort stattfinden, wo die echte Konversation läuft […].
Während auf Snapchat Fußball-Stars wie Maxi Mittelstädt und Mario Götze für Fußball-Feeling sorgen, können Marken, die während eines medial so massiv begleiteten Großereignisses in den Vordergrund treten, langfristig profitieren. Die WM der Herren in Katar 2022 erreichte laut FIFA insgesamt über fünf Milliarden Menschen. 2026 dürften es deutlich mehr werden, weil es eben schon mehr Spiele und Mannschaften gibt. Dazu kommt, dass populäre Plattformen wie TikTok und YouTube als Preferred Platforms der FIFA in diesem Jahr exklusive Inhalte ausspielen, von Behind-the-scenes-Material bis hin zu Live-Übertragungen. Zählt man diverse Marketing-Kanäle dazu, kommen Milliarden Menschen weltweit an der WM nicht vorbei.
Levi’s kann aufgrund der aktuellen Aufmerksamkeit auf zusätzliche Follower für die Social-Media-Kanäle und womöglich Besucher:innen der Websites oder Online Stores hoffen. Dort finden sich seit Kurzem zum Beispiel die sogenannten International Soccer Tees, eine Reihe von T-Shirts mit Länderfarben und -namen passend zur WM.
Außerdem hat die Marke Patches und Pins zur Auswahl, um das Fan-Erlebnis auch in Sachen Style aufzuwerten. Dazu kommen offizielle Football Collections in Kooperation mit den Verbänden aus Frankreich, England, den USA und Mexiko.
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Clevere WM-Werbeaktion: So bringt die BVG den Tooooooor-Jubel in die Berliner U-Bahn
Aus Oranienburger Tor wird Oranienburger Toooooor
Mit dem 7:1-Kantersieg gegen Curaçao hat die deutsche Nationalelf am Sonntagabend bei ihrem ersten WM-Auftritt abgeliefert. Die Berliner Verkehrsbetriebe haben das Torfestival offenbar vorhergesehen – und in einer Nacht- und Nebelaktion schon mal den Torjubel vorweggenommen.
Wer zurzeit am wohl bekanntesten Berliner Wahrzeichen in die U-Bahn steigt, wird womöglich seinen Augen kaum trauen. Denn aus dem „Brandenburger Tor“ ist das „Brandenburger Tooooooor“ geworden. Dasselbe ist mit allen anderen U-Bahnhöfen passiert, die ein „Tor“ im Namen tragen. Heißt: Auch die U-Bahnhöfe Frankfurter Tor, Hallesches Tor, Kottbusser Tor, Oranienburger Tor und Schlesisches Tor wurden in einer Nacht- und Nebelaktion vom 13. auf den 14. Juni und somit pünktlich zum ersten Spiel der deutschen Nationalelf bei der Fußball-WM umgewidmet.
Wobei der Aufwand wohl nicht ganz gering war. „Sechs U-Bahnhöfe, eine Nacht, vier Teams – und am Morgen steht Berlin mancherorts vor einem neuen Stadtbild“, sagt Moritz Jüdes, Gründer und Geschäftsführer der Werkstatt für Alles, die RYSM bei der Nacht- und Nebelaktion unterstützte. Bereuen tut der Chef der auf Handwerk, Design und technische Konzeption spezialisierten Berliner Agentur und Manufaktur freilich nichts. „Ich liebe solche Aktionen: Eine gute Idee wird durch grundsolides Handwerk wachgeküsst und eine ganze Stadt kann das Ergebnis sehen“, sagt er.
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