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Wollten nicht mehr werben: X-Klage gegen Advertiser gescheitert


Die Social-Media-Plattform X verklagte gleich mehrere Advertiser, die ihr Werbebudget vorenthalten hatten. Es sollte zu einer Verschwörung gekommen sein. Dabei wurde der Vorstoß zum Meme und wirkte wie eine Farce. Das Gericht wies die Klage schließlich ab.

UPDATE

Eine Klage von X gegen große Werbetreibende wie Mars, Lego, die Global Alliance for Responsible Media, Pinterest und Co. wurde abgewiesen. Die Social-Media-Plattform hatte 2024 Klage eingereicht und einen Verstoß gegen das Kartellrecht der USA vermutet, sogar einen Werbeboykott in Absprache der Advertiser, die ihre Werbegelder zurückhielten, als Vorwurf vorgebracht. X forderte Schadensersatz. Am Donnerstag wies jedoch Richterin Jane Boyle des Federal District Court for the Northern District of Texas die Klage ab. X habe keine belastbare Argumentation und Beweisführung vorlegen können, die einen Verstoß gegen das US-Kartellrecht aufzeigen. Vor allem konnte keine Absprache der Advertiser zu einem Boykott nachgewiesen werden.

Unser Originalbeitrag zur Klage skizziert, wie es zur gerichtlichen Auseinandersetzung und zu den ausbleibenden Werbegeldern gekommen war.

Dieser Artikel erschien erstmals am 7. August 2024.


Die Global Alliance for Responsible Media, Unilever und Co. werden von X verklagt. Der Vorwurf: Man habe sich einer Verschwörung gleich zu einem Boykott der Plattform zusammengeschlossen, gegen die eigenen Interessen gehandelt und das US-Recht verletzt. Und eine Gruppe dürfe nicht allein über Monetarisierungen entscheiden. Doch Plattformeigner Elon Musk und CEO Linda Yaccarino lassen bei ihren Botschaften an die Öffentlichkeit und die X User zentrale Faktoren außen vor. So wird ihr ernst gemeintes Ansinnen zur Farce.

„Krieg“ und „systematischer Boykott“: X erhebt schwere Vorwürfe

Die CEO von X, Linda Yaccarino, hat sich mit einem offenen Brief an die Advertiser und einem Video an alle X User gewandt, um ihrem Unglauben Ausdruck zu verleihen. Dieser bezieht sich auf die Enthüllung eines Berichts des U.S. House of Representatives Judiciary Committee:

[…] Evidence obtained by the Committee shows that GARM and its members directly organized boycotts and used other indirect tactics to target disfavored platforms, content creators, and news organizations in an effort to demonetize and, in effect, limit certain choices for consumers.88 Relevant case law suggests that GARM likely violated federal antitrust laws. Some of GARM’s conduct would be analyzed by a court as a per se unlawful restraint because it involves horizontal agreements to restrict output and consumer choice, and therefore, would not require an in-depth examination […].

Bei GARM handelt es sich um die Global Alliance for Responsible Media. Diese wird ebenso wie einzelne Marken jetzt von X (aber auch anderen Unternehmen wie Rubble) verklagt. In ihrem Brief schreibt Yaccarino, sie gehe davon aus, dass die GARM einen illegalen Boykott von X organisiert habe, um diverse Usern Erfahrungen auf der Plattform vorzuenthalten. Dieser Boykott habe gegen das Kartellrecht verstoßen, schreibt sie weiter, und habe X Milliarden US-Dollar gekostet. Sie schreibt:

[…] To those who broke the law, we say enough is enough. We are compelled to seek justice for the harm that has been done by these and potentially additional defendants, depending what the legal process reveals […].

In einem Video an die X User fasst die CEO den Status quo und den Grund für die Klage, die auch Unilever, Marcs und andere große Brands betrifft, zusammen. Darin erklärt sie, dass keine Gruppe die Monetarisierung von einzelnen Plattformen bestimmen solle und ruft die X User implizit zum Support ihres Vorhabens auf.

Elon Musk reagiert auf ihre Äußerungen mit einem X Post, den er wenig diplomatisch mit „now is war“ beendet.

Viele der Probleme von X sind hausgemacht

Die Vorwürfe von X und die Klage werden gerichtlich beurteilt werden müssen. Ob das Unternehmen X Corp. aber Aussicht auf Erfolg hat, ist mindestens fraglich. Schließlich sind Werbeboykotte bei großen Plattformen absolut nichts Neues. Auch YouTube und Facebook haben sich in den vergangenen Jahren damit auseinandersetzen müssen. Dass es bei der GARM zu einer Verschwörung gegen X gekommen sein soll, ist indes kaum zu belegen. Vielmehr lassen sich ausbleibende Werbeausgaben auf X und ein etwaiger Boykott der Plattform auf konkrete Gründe zurückführen. Dabei sei nicht zuletzt erwähnt, dass der Plattformeigner Elon Musk selbst im Herbst 2023 öffentlich Advertiser anfeindete und sagte:

Don’t advertise. […] If somebody’s going to try to blackmail me with advertising, blackmail me with money? Go fuck yourself. […] Go. Fuck. Yourself. Is that clear?


X:

Elon Musk beleidigt Advertiser nach Boykott

X-Logo auf Smartphone Mockup, papierner Hintergrund, © FLY:D - Unsplash
© FLY:D – Unsplash

X muss sich seit vielen Monaten mit sinkenden Werbeeinkünften und einem immensen Wertverlust auseinandersetzen. Ende 2023 lagen die Werbeeinkünfte nur noch bei 2,5 Milliarden US-Dollar.

Der Verlust der Advertiser und Einnahmen hat verschiedene Gründe. Zum einen sehen viele Marken in der inzwischen deutlich diversifizierteren Plattform mit ihren Video-Calls, dem häufigen Hin und Her bei Features sowie diversen Abonnement-Stufen weniger Relevanz für das Branding als zuvor. Zum anderen trägt aber auch nicht unwesentlich dazu bei, dass X unter Elon Musk und Linda Yaccarino, die seine Rolle als CEO übernahm, zu einem toxischen Ort für User und Marken geworden ist. Das Unternehmen moderiert Content kaum und billigt mit neuen Richtlinien Hate Speech – unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit. Sogar das Bundesamt für Justiz warf Twitter vergangenes Jahr ein Versagen im Umgang mit Hate Speech vor. Elon Musk lässt einst verbannte User, die sich misogyn, gewaltverherrlichend oder antisemitisch geäußert hatten, wieder auf die Plattform. Vor diesem Hintergrund wirkt es beinahe ironisch, wenn Musk und Yaccarino die eigene Plattform für ihre Free-Speech-Prinzipien preisen.

Obwohl immer mehr Marken und auch Creator X verlassen, werden von den Plattformbetreiber:innen stets positive Entwicklungen – etwa in Bezug auf die User-Zahl – kommuniziert. 570 Millionen monatlich aktive User hat X demnach (deutlich mehr als Threads mit 200 Millionen). Und pro Tag werden auf X über acht Milliarden Video-Views generiert – ein Hinweis darauf, dass die Plattform sich als Video-first-Bereich einstuft. Während viele User weiterhin brandaktuelle Trends oder Geschehnisse auf X verfolgen, kritisieren viele die hostile Umgebung. Und manchen, insbesondere wohl auch Werbetreibenden, könnten Entwicklungen wie die explizite Erlaubnis zum Teilen von Pornographie auf X ein Dorn im Auge sein.

Linda Yaccarino erklärt in ihrem Brief, X habe die Erwartungen von Advertisern an Plattformsicherheit und innovative Tools erfüllt und sogar übertroffen. Ob die Advertiser das genauso sehen, darf bezweifelt werden. Ihre Wahl, nicht auf X zu werben, dürfte dem Gedanken der Plattform, beinahe alles zu erlauben und kaum zu intervenieren, eigentlich nicht zuwiderlaufen.

Yaccarino-Video wird Meme-Material

Aufgrund der Verbindung zur eigenen Rolle in der prekären Entwicklung von X verkommt das Video von Linda Yaccarino für manche Creator derzeit zu einer Art Witz. Es hilft ihr womöglich auch nicht, dass sie im Clip demonstrativ einen Kettenanhänger mit dem Terminus „Free Speech“ zur Schau trägt. So wird dieses Video derzeit als Basis für erste Memes eingesetzt. Sogar die renommierte Journalistin und Tech-Expertin Kara Swisher schrieb auf Threads, Yaccarino solle sich melden, wenn sie herausgeholt werden wolle (als Anspielung darauf, dass das Video in der Machart an das aus einem Geiselszenario erinnern könnte). Die Userin Ghost of GC fragt sich, wie dieses Video nicht von Saturday Night Live sein könne.

Beitrag von @gtconway3dg

Auf Threads ansehen

Wir dürfen mit Spannung verfolgen, wie die US-Justiz mit diesem Fall umgeht. Dass X recht bekommt, ist wohl unwahrscheinlich, wenn es sich um einen einfachen Boykott handelt. Allerdings müssen dazu alle Fakten erst geprüft werden.

Derweil muss sich X um die eigene Weiterentwicklung kümmern und neue Mittel und Wege finden, um die User für die Everything App zu begeistern. Aktuell ist etwa die Integration einer Zahlungsoption in Arbeit.





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The Art of Arrival: Der Teufel trägt Prada und fährt Mercedes-Maybach


Maybach nutzt die Zusammenarbeit mit „Der Teufel trägt Prada 2“ für eine globale Kampagne

Sie machen es wieder. 20 Jahre nachdem die Mercedes-Benz S-Klasse ihr Filmdebüt in „Der Teufel trägt Prada“ feierte, ist der Stuttgarter Autobauer erneut Partner des Blockbusters. Diesmal fährt Miranda Priestly im Mercedes-Maybach S-Klasse vor. Etwas Luxus muss sein und eine große Kampagne sowieso.

Luxus und Extravaganz geht mit Mercedes-Benz immer. Das wissen auch Filmemacher. Und so ist es kein Zufall, dass der Stuttgarter Autohersteller mit s

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Googles Update-Doppelschlag: Jetzt kommt das Core Update


Nur zwei Tage nach dem Spam Update lässt Google ein Core Update auf die SEO-Welt los. Es soll zwei Wochen im Roll-out sein und dürfte für viele Ranking-Schwankungen sorgen.

Pünktlich zum Quartalsende bringt Google die Digitalwelt nochmal in Aufruhr, allen voran SEOs und Publisher. Das Unternehmen rollte nicht nur den Suchmodus Search Live umfassend aus – endlich auch in Deutschland – und sorgte mit KI-generierten Headline-Anpassungen in der Suche für Unmut, sondern startete die nächsten großen Search Updates. Mitte der Woche erfolgte der Roll-out des March 2026 Spam Updates. Dieses wurde nach weniger als 24 Stunden abgeschlossen und dürfte nur bei Seiten mit Richtlinienverstößen für einige Ranking-Verluste gesorgt haben. Mehr Aufsehen erregt dagegen das March 2026 Core Update. Es ist das erste Core Update nach jenem im Dezember 2025 und soll innerhalb der nächsten zwei Wochen ausgerollt werden.


Googles March 2026 Spam Update schon fertig

Mann mit Smartphone steht vor Gebäude mit Glastür, darauf Google-Schriftzug
© Karollyne Videira Hubert – Unsplash via Canva

Core Update als reguläre Anpassung der Suche: SEOs sollten Ranking-Schwankungen beobachten

Der offizielle Google Search Central Account hat auf LinkedIn den Start des March 2026 Core Updates bekanntgegeben. Dieses Update soll bessere Inhalte für alle Arten von Suchenden bereitstellen, von allen Arten von Seiten. Das ist jedoch die Standardformulierung Googles zur Umschreibung dieser Art von Updates. Den Status des Updates können Seitenbetreiber:innen wie gewohnt im Google Search Status Dashboard einsehen.

Es ist das erste Core Update des Jahres, wenngleich Google bereits im Februar ein Discover Core Update ausrollte. Derweil können SEOs nicht akut auf die Entwicklungen reagieren. Google rät dazu, dauerhaft die eigenen Seiten, Inhalte und Strategien zu optimieren und an neue Gegebenheiten anzupassen, etwa die KI-Ergebnisse in AI Overviews oder an suchende AI Agents, für die Google jetzt den User Agent Google-Agent unter den Fetchern bereitstellt. Das korreliert mit dem Bekenntnis Googles, dass das Unternehmen ohnehin stetig kleine Core Updates ohne Ankündigung ausführt. Das ist im Grunde nichts Neues, doch vor einiger Zeit schrieb Google einen erklärenden Passus dazu in die Developer Documentation:

[…] Sie müssen jedoch nicht unbedingt auf ein grundlegendes Update warten, um die Auswirkungen Ihrer Verbesserungen zu sehen. Wir aktualisieren unsere Suchalgorithmen ständig und nehmen auch kleinere grundlegende Updates vor. Diese Updates werden nicht angekündigt, da sie nicht allgemein bemerkbar sind. Sie sind jedoch eine weitere Möglichkeit, die Position Ihrer Inhalte zu verbessern, wenn Sie Verbesserungen vorgenommen haben.

Informationen und Hilfestellung im Kontext großer Updates wiederum liefert Google im Rahmen einer neuen Dokumentation mit mehr Details. Im ausführlichen Guide von OnlineMarketing.de kannst du nachlesen, was Webmaster grundsätzlich im Vorwege von Core Updates beachten können. Solange Creator jedoch Inhalte erstellen, die hilfreich, einzigartig und für Menschen gemacht sind – dabei aber neue Suchmuster wie Longtail-Anfragen im KI-Kontext nicht vernachlässigen –, müssen sie sich nicht unbedingt zum akuten Handeln bewegt sehen. Vielmehr geht es um stetige Anpassungen für die Suche der Menschen, die sich selbst schneller denn je neu ausrichtet. Noch mehr Informationen finden Seitenbetreiber:innen und SEOs in der Google Search Central, die Basics zu Core Updates teilt.


Googles AI schreibt jetzt Headlines in Search um

– nicht immer richtig

Google Search-Seite, gespiegelt
© sarah b – Unsplash (Veränderungen vorgenommen)





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Dreifacher Aufschlag: Das ist die Werbeoffensive der BarmeniaGothaer


Die BarmeniaGothaer geht werblich in die Offensive

Die BarmeniaGothaer blickt auf ein gutes Geschäftsjahr 2025 zurück. Die Beitragseinnahmen stiegen nach ersten Zahlen um knapp acht Prozent auf rund 9,3 Milliarden Euro. Das Konzernjahresüberschuss kletterte auf über 100 Millionen Euro. Das schafft Möglichkeiten, zum Beispiel fürs Marketing.

Vor gut einem Jahr startete die erste Markenkampagne der BarmeniaGothaer. Damals ging es vor allem darum, sich vorzustellen und bekannt zu werden. Bei

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