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Samsung Galaxy Tab A11 im Test: Günstiges Mini-Tablet mit 8,7 Zoll


Samsung bringt mit dem Galaxy Tab A11 nach langer Pause eine Neuauflage seines kleinsten und günstigsten Tablets auf den Markt. Doch was ist neu?

Nach knapp zwei Jahren bringt Samsung mit dem Galaxy Tab A11 eine Neuauflage seines kompakten Einsteiger-Tablets. Es tritt die Nachfolge des Galaxy Tab A9 an – eine „10“ im Namen überspringt Samsung dieses Mal einfach.

Mit seinem 8,7-Zoll-Display richtet sich das Gerät an Nutzerinnen und Nutzer, die ihr Tablet häufig unterwegs dabeihaben möchten und deshalb eine handliche Alternative suchen. Auch als Zweitgerät für zu Hause bietet sich das Tab A11 an – etwa, um abends das Smartphone beiseitezulegen und stattdessen über das Tablet Artikel zu lesen oder YouTube-Videos zu schauen.

Technisch hat sich allerdings wenig getan: Samsung setzt erneut auf denselben Chipsatz, auch die übrigen Eckdaten lassen kaum echte Neuerungen erkennen. Die Verbesserungen liegen im Detail und fallen insgesamt überschaubar aus. Wie sich das neue, kleine und günstige Tablet im Alltag schlägt, zeigt dieser Testbericht.

Design

Gegenüber dem Vorgänger hat sich beim Galaxy Tab A11 äußerlich kaum etwas getan. Samsung setzt weiterhin auf das bewährte, kantige Metallgehäuse, das einen hochwertigen Eindruck vermittelt und sauber verarbeitet ist. Auch die einzeln eingefasste Kamera auf der Rückseite bleibt Teil des Designs.

Die Abmessungen sind unverändert: Mit 211 × 8 × 124,7 mm und einem Gewicht von 335 g liegt das Tablet gut in der Hand. Es eignet sich sowohl zum Lesen im Hochformat als auch für Videos im Querformat und lässt sich selbst über längere Zeit einhändig halten. Der Schutz gegen Wasser oder Staub ist nach IP52 nur minimal gegeben, ein paar Tropfen Wasser sollten dem kleinen Tablet also zumindest nicht schaden.

Display

Die Auflösung liegt auch beim Galaxy Tab A11 mit 1340 × 800 Pixeln weiterhin nur auf HD-Niveau. Bei einem kleinen Display mit 8,7 Zoll fällt dieser Nachteil für den Preis aber nicht ganz so drastisch ins Gewicht. Mit rund 179 PPI wirken Inhalte im Alltag überwiegend scharf, auch wenn Bildpunkte mit dem Auge beim genauen Hinsehen zu erkennen sind. Full HD wäre gerade für Videos oder kleinere Schriften wünschenswert gewesen.

Das IPS-Panel im 15:9-Format nutzt die Front dank einer Screen-to-Body-Ratio von knapp 82 Prozent gut aus und verleiht dem kleinen Tablet ein zeitgemäßes Erscheinungsbild. Die wichtigste Neuerung betrifft die Bildwiederholrate: Statt 60 Hz bietet das Galaxy Tab A11 nun 90 Hz. Das sorgt für deutlich flüssigeres Scrollen, geschmeidigere Animationen und ein insgesamt reaktionsfreudigeres Bediengefühl – gerade im Alltag ein klarer Mehrwert, auch ohne höhere Auflösung.

Abseits davon bleibt die Bildqualität auf solidem Mittelmaß. Die Farbdarstellung ist kräftig, aber weitgehend natürlich, die Blickwinkelstabilität überzeugt. LCD-typische Schwächen wie leichte Schattenbildung oder eine ungleichmäßige Ausleuchtung sind vorhanden, stören aber nicht übermäßig.

Mit rund 530 Nits ist das Display ausreichend hell für den Außeneinsatz, solange man direkte Sonneneinstrahlung meidet – ein leichter Zugewinn gegenüber dem Galaxy Tab A9. Widevine L1 ist ebenfalls vorhanden, sodass Streaming-Dienste theoretisch Full-HD liefern könnten, praktisch bleibt jedoch die HD-Auflösung des Panels der limitierende Faktor.

Kamera

Etwas überarbeitet ist die Kameraausstattung. Neu ist der Sensor mit 5 Megapixeln als Frontkamera für Selfies und Videochats. Hinten bleibt es bei der 8‑Megapixel‑Linse. Viel erwarten sollte man nicht von so einem günstigen Tablet. Für gelegentliche Schnappschüsse, einen Videocall oder das Ablichten von Dokumenten reicht es aber aus.

Ausstattung

Bei der übrigen Hardware hat sich tatsächlich kaum etwas getan, die Ausstattung ist weitgehend identisch geblieben. Samsung setzt im Galaxy Tab A11 erneut auf den preiswerten Helio G99 von Mediatek. Die Leistung liegt damit spürbar unterhalb der Plus-Modelle, reicht aber für Alltagsaufgaben wie Streaming, Surfen oder einfaches Multitasking meistens aus.

Gelegentliche Denkpausen sind dennoch spürbar. Mit rund 8800 Punkten im PCMark ordnet sich das Tablet im unteren Mittelfeld ein. Auch die Grafikleistung bleibt mit 1300 Punkten bei 3DMark Wild Life überschaubar und genügt lediglich für einfache Casual Games, bei Titeln mit anspruchsvoller Grafik stößt der SoC jedoch schnell an seine Grenzen.

Samsung bietet das Tab A11 wahlweise mit 4 GB RAM und 64 GB Speicher oder mit 8 GB RAM und 128 GB Speicher an. Von der Variante mit 4 GB RAM und 64 GB Speicher raten wir trotz des günstigen Preises jedoch ab. Empfehlenswert ist die Version mit 8 GB RAM und 128 GB Speicher. Ein microSD-Slot zur Speichererweiterung und eine 3,5-mm-Klinkenbuchse sind vorhanden, auf einen Fingerabdrucksensor verzichtet Samsung.

Bei den Schnittstellen wirkt das Tablet wenig zeitgemäß: USB-C arbeitet nur nach dem 2.0-Standard, drahtlos stehen Wi-Fi 5 und Bluetooth 5.3 bereit. Das ist für ein günstiges Tablet üblich, im Jahr 2025 aber nicht mehr zeitgemäß. Das gilt auch für die Variante mit Mobilfunk, die es nur mit 4G (LTE) gibt. Dank GNSS mit GPS, Glonass, Beidou und QZSS eignet sich das Galaxy Tab A11 auch zur Navigation – sowohl per Hotspot beim reinen WLAN-Modell als auch direkt bei der Mobilfunk-Variante.

Der Klang fällt für ein kleines Tablet ordentlich aus. Zwei Stereo-Lautsprecher mit jeweils 1 Watt unterstützen Dolby Atmos und reichen für Spiele, Videos oder kurze Clips problemlos aus.

Software

Der wohl größte Vorteil des Galaxy Tab A11 gegenüber dem Vorgänger A9 soll der deutlich verlängerte Update-Support sein. Selbst das kleine und günstige Tablet soll bis zu sieben Jahre lang mit Sicherheits-Updates versorgt werden – das ist in dieser Preisklasse alles andere als selbstverständlich. Ob sich Samsung am Ende daran hält, ist unsicher.

Zum Testzeitpunkt Ende Dezember lief das Gerät bereits mit One UI 8 und Android 16, ausgeliefert wird es in der Regel noch mit Android 15 und One UI 7. Der Sicherheitspatch war allerdings nicht mehr aktuell und stammte aus Oktober. Angesichts der Geräteklasse ist von quartalsweisen Updates auszugehen, was bei günstigen Samsung-Tablets üblich ist.

An der Oberfläche selbst gibt es keine Überraschungen. One UI bietet den gewohnten Samsung-Funktionsumfang mit zahlreichen eigenen Apps als Alternativen zu Googles Diensten – inklusive etwas Bloatware. Navigiert wird standardmäßig per On-Screen-Tasten, optional lässt sich aber auch die Gestensteuerung aktivieren.

Akku

Auch beim Akku bleibt alles beim Alten: Das Galaxy Tab A11 ist mit 5100 mAh ausgestattet – eine Kapazität, die mittlerweile viele Smartphones ebenfalls erreichen. Dennoch überzeugt das Tablet, wie schon der Vorgänger, mit einer guten Laufzeit. Das liegt zum einen am kleinen Display, das deutlich weniger Energie benötigt als größere Bildschirme, zum anderen am genügsamen Helio‑G99‑SoC ohne hohe Leistungsreserven.

Beim PCMark Battery Test erreichte das Tablet einen simulierten Wert von rund 12,5 Stunden und landet damit im oberen Drittel des Testfelds. Im Alltag lässt sich das Tab A11 damit problemlos einen ganzen Tag intensiv nutzen. Liegt es meist auf dem Couchtisch und wird nur sporadisch verwendet, muss man es nur alle drei bis vier Tage nachladen. Geduld ist beim Laden allerdings gefragt: Samsung erlaubt maximal 15 Watt, wodurch ein vollständiger Ladevorgang fast zwei Stunden in Anspruch nimmt.

Preis

Die UVP für das Modell mit 4/64 GB liegt bei 179 Euro. Bereits kurz nach dem Marktstart sind die Preise jedoch deutlich gefallen: Die Variante mit kleinem Speicher ist ab etwa 119 Euro auf Ebay erhältlich. Mit LTE gibt es sie ab rund 165 Euro auf Ebay (Code POWEREBAY10E). Das Galaxy Tab A11 mit 8/128 GB kostet derzeit rund 173 Euro, die LTE‑Version liegt bei knapp 200 Euro.

Fazit

Nach über zwei Jahren bringt Samsung wieder ein kompaktes und günstiges Tablet im 8,7-Zoll-Format auf den Markt. Es drängt sich allerdings der Eindruck auf, dass sich der Hersteller dabei nur wenig Mühe gegeben hat: Technisch ist vieles nahezu identisch mit dem rund zwei Jahre alten Vorgänger.

Zu den wenigen echten Verbesserungen zählt das Display, das nun mit bis zu 90 Hz arbeitet und damit spürbar flüssiger wirkt. Auch die Frontkamera wurde minimal aufgewertet. Das Panel ist zudem etwas heller, bietet aber weiterhin nur HD-Auflösung. Die Leistung reicht für Alltagsaufgaben wie Surfen, Streaming und einfache Apps aus, für mehr als Casual Games fehlt es dem Galaxy Tab A11 jedoch an Power.

Sollte Samsungs Update-Versprechen tatsächlich eingehalten werden, wäre das ein echtes Highlight: Bis zu sieben Jahre Support sind für ein Budget-Tablet äußerst ungewöhnlich. Der Preis bleibt niedrig, auch der Aufschlag gegenüber dem Vorgänger fällt moderat aus. Wer ein älteres Lenovo- oder Amazon-Tablet ersetzen möchte, findet hier eine solide Alternative. Besitzer eines Galaxy Tab A9 hingegen haben kaum Gründe für ein Upgrade.



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Doch kein MySQL-Aus: Oracle kündigt neue Strategie für 2026 an


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It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Oracle hat eine neue Strategie für die Weiterentwicklung von MySQL angekündigt. Unter einer neuen Leitung sollen zahlreiche Features aus der Enterprise Edition in die freie Community Edition übernommen werden. Mit diesem Schritt reagiert Oracle auf die inzwischen scharfe Kritik der MySQL-Community, die offen und zunehmend über ein vermutetes Aus der Datenbank diskutiert.

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Die Ankündigung umfasst drei Kernpunkte: Erstens sollen entwicklerfreundliche Features in die MySQL Community Edition integriert werden, zweitens will Oracle das Ökosystem mit Tools, Frameworks und Schnittstellen erweitern. Drittens verspricht das Unternehmen mehr Transparenz durch Veröffentlichung der Entwicklungs-Roadmap und erleichterte Community-Beiträge über Worklogs und Bug-Reports.

Zu den angekündigten Features, die von der kommerziellen in die freie Edition wandern sollen, gehören Vektorfunktionen für KI-Anwendungen (Cosinus, Euklidische Distanz, Dot-Product), PGO-optimierte Binaries, der Hypergraph-Optimizer sowie Verbesserungen bei JSON Duality. Auch Enhanced Triggers, OpenTelemetry-Observability und ein Multi-Threaded Applier für Hochverfügbarkeit sollen folgen. Einige dieser Features sollen bereits im April 2026 verfügbar sein. Ein öffentliches Webinar zur Roadmap wurde angekündigt, ein konkreter Termin steht aber noch aus.

Angekündigt hatte Oracle diese Schritte ursprünglich beim preFOSDEM MySQL Belgian Days in Brüssel. Ein aktueller Blogbeitrag des Konzerns fasst sie für alle interessierten Nutzer zusammen.

Die Initiative erfolgt vor dem Hintergrund massiver Kritik an Oracles MySQL-Kurs. Im September 2025 hatte das Unternehmen rund 70 Entwickler des MySQL-Kernteams entlassen. Michael „Monty“ Widenius, Mitgründer von MySQL, äußerte sich „untröstlich“ über die Entlassungen, zeigte sich jedoch wenig überrascht über Oracles eingeschlagenen Weg.

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Die Folgen der Kürzungen sind im Code-Repository deutlich sichtbar: Seit Monaten gibt es kaum noch Commits im mysql/mysql-server-Repository auf GitHub. Die Zahl der aktiven Entwickler sank von einem Höchststand von 198 im Jahr 2006 auf etwa 75 im Jahr 2025, so Percona. Oracle hatte die Entwicklungsressourcen zunehmend in die proprietäre Cloud-Datenbank HeatWave verlagert.

Die Unsicherheit in der MySQL-Community führte zu konkreten Überlegungen über mögliche Forks. Bei einem Treffen in San Francisco Mitte Januar 2026, organisiert von Percona und PlanetScale, diskutierten Entwickler laut The Register verschiedene Optionen – von einem harten Fork nach MariaDB-Vorbild über Tracking-Forks wie Percona Server bis hin zur Forderung, Oracle möge die Governance an eine neutrale Community-Organisation übertragen. An dem Treffen nahm auch ein Oracle-Vertreter teil.

Die neue Strategie fällt mit dem 30-jährigen Jubiläum von MySQL zusammen. Oracle hatte die Datenbank 2009 durch die Übernahme von Sun Microsystems erworben.


(fo)



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Was für Social Media in US-Suchtprozess auf dem Spiel steht


Im Alter von 6 Jahren schaute sie sich Youtube-Videos an, dann hatte sie einen Instagram-Account – Jahre früher als eigentlich erlaubt. Es folgten Snapchat und TikTok Inzwischen 20 Jahre alt, zerrte die unter den Initialen KGM auftretende junge Frau Social-Media-Netzwerke vor Gericht in den USA.

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Der Vorwurf von KGM: Die Plattformen seien extra so gestaltet worden, dass sie süchtig machten – zum Beispiel durch die Möglichkeit zum „endlosen Scrollen“, bei dem man mit nur einer Fingerbewegung immer weiter zum nächsten Beitrag gelangt und sie nie ausgehen. Die Folge für sie seien Depressionen, Angstzustände und Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper gewesen. Die Konzerne hätten die Apps als „Fallen“ für junge Nutzer gestaltet.

Die ausufernde und problematische Social-Media-Nutzung von KGM habe den Verlauf ihrer Kindheit verändert, betonte ihr Anwalt Joseph VanZandt in einer Anhörung. Sie selbst verwies bei einer Befragung unter anderem darauf, dass sogenannte Filter auf Instagram, die das Aussehen von Menschen in Bildern verändern, zur Unzufriedenheit mit ihrem eigenen Körper geführt hätten. Als jemand einmal ein unbearbeitetes Bild von ihrem Gesicht gepostet habe, sei sie ausgeflippt. Die Algorithmen hätten ihr auch Ratschläge wie nur eine Gurke pro Tag zu essen, um abzunehmen, aufgetischt.

KGM klagte gegen Instagram, YouTube, Snapchat und TikTok. Wenige Wochen vor Prozessbeginn in Los Angeles gingen die Firmen hinter Snapchat und TikTok einen Vergleich mit der Klägerin ein. Instagram und YouTube wollen die Vorwürfe aber vor Gericht ausfechten. Da Instagram Teil des Facebook-Konzerns Meta ist, soll an diesem Mittwoch auch Firmenchef Mark Zuckerberg aussagen.

Für die Online-Riesen steht viel auf dem Spiel. In der juristischen Pipeline in den USA sind hunderte vergleichbare Klagen. Der Prozess in Los Angeles ist der erste Testballon dafür, ob solche Vorwürfe vor US-Gerichten Erfolg haben können. In den USA werden unterdessen zum Teil Vergleiche zu Prozessen gegen die Tabakindustrie gezogen, in denen den Unternehmen vorgeworfen wurde, ihren Kunden bewusst verschwiegen zu haben, dass Zigaretten süchtig machen. Die Konzerne zahlten am Ende Milliarden für Gesundheitskosten und schränkten Werbung ein.

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Social-Media-Plattformen sind in den USA weitgehend vor Klagen geschützt. Der Grund ist eine Regelung, die unter dem Namen Section 230 bekannt ist. Sie besagt im Kern, dass Plattformen nicht für von Nutzern veröffentlichte Inhalte verfolgt werden können. Diese Haftungsbefreiung machte erst den Aufstieg von Diensten wie YouTube oder Facebook möglich.

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Auch im Verfahren in Los Angeles versuchten die Unternehmen zunächst, es mit einem Verweis auf Section 230 gar nicht erst zu einem Prozess kommen zu lassen. Sie beantragten eine Abweisung der Klage. Das Argument: Selbst wenn KGM zu Schaden gekommen sei, seien es Videos und Beiträge anderer Nutzer gewesen, die dies angerichtet hätten. Richterin Carolyn Kuhl sah es jedoch anders: Das bedeute nicht, „dass es keine Haftung für den Schaden geben kann, der auf das Design der Funktion zurückgeht“. Und im vorliegenden Fall gebe es Hinweise darauf, dass Instagram-Funktionen KGM zu einem zwanghaften Video-Konsum verleitet hätten.

Zugleich steht auch KGM in dem Prozess vor einer recht hohen Hürde. Sie und ihre Anwälte müssen die Geschworenen davon überzeugen, dass die Funktionen von Instagram und YouTube ein wesentlicher Faktor für die psychischen Probleme der Klägerin waren. Meta kontert aber: „Das Beweismaterial wird demonstrieren, dass sie schon lange, bevor sie überhaupt soziale Medien nutzte, vor vielen erheblichen und schwierigen Herausforderungen stand.“ Zu Prozessbeginn argumentierten die Meta-Anwälte, die psychischen Probleme der Klägerin gingen auf Misshandlungen und zerrüttete Verhältnisse in der Familie zurück. Sie verweisen auch darauf, dass bei KGM keine Social-Media-Sucht diagnostiziert worden sei.

Instagram-Chef Adam Mosseri, der bereits vor Zuckerberg in den Zeugenstand musste, bestritt derweil, dass Social-Media-Plattformen süchtig machten. Nutzer könnten zwar sozusagen süchtig wie nach einer Fernsehserie werden, aber sie seien damit nicht „klinisch süchtig“, sagte er der „New York Times“ zufolge. Meta verweist auch auf über die Jahre eingeführte Maßnahmen zum Schutz junger Nutzer wie spezielle Accounts für Teenager und Aufsichtsfunktionen für Eltern.

Ein Anwalt der Google-Videoplattform YouTube sagte derweil, sie gehöre gar nicht zur Kategorie sozialer Medien, sondern sei eher ein Streaming-Dienst wie Disney+ oder Netflix.

In Europa steht derzeit mit ähnlichen Vorwürfen TikTok im Visier. Nach vorläufigen Ergebnissen einer EU-Untersuchung verstößt die Video-App gegen europäisches Recht. Konkret geht es dabei um suchtfördernde Mechanismen – zum Beispiel um stark personalisierte Empfehlungen und das ununterbrochene automatische Abspielen von Videos. Die EU-Kommission hielt in ihrer vorläufigen Untersuchung fest, dass die Gestaltung von TikTok die Nutzer ständig mit neuen Inhalten „belohne“ und dadurch den Drang fördere, weiterzuscrollen. In Australien unterdessen gilt seit Mitte Dezember ein striktes Social-Media-Verbot für alle Personen unter 16 Jahren.


(dahe)



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Kommentar zur Bediensicherheit moderner Motorräder: Eingebaute Ablenkung


Jeder kennt die Situation, wenn Menschen, die in ihr Smartphone vertieft sind, auf dem Bürgersteig fast in einen hineinlaufen. Jetzt stelle man sich vor, die Person wäre mit 100 km/h unterwegs – eine Kollision wäre unausweichlich. Bei Motorrädern besteht genau diese Gefahr durch immer mehr eingebaute Ablenkung.

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Der ADAC hat Ende Januar erneut davor gewarnt, dass durch den Trend zu immer mehr Funktionen und komplexeren Bedienungen im Auto die Gefahren zunehmen. So fiel die durchschnittliche Note für Bediensicherheit von 2,3 im Jahr 2019 auf 2,7 im vergangenen Jahr. Leider entwickelt sich diese Gefahr parallel dazu auch bei Motorrädern. TFT-Displays sind mittlerweile Standard und Bluetooth-Konnektivität zum Smartphone bei aktuellen Modellen üblich.

Viele Motorräder haben nur kleine TFT-Displays von fünf Zoll oder sogar weniger, und die sind zudem noch überfrachtet. Es werden nicht nur Geschwindigkeit, Drehzahl und diverse Motordaten angezeigt, sondern auch Assistenzfunktionen. Dazu per Bluetooth eine Flut von Informationen und Funktionen, die eher in den Bereich Freizeit gehören, wie das Abspielen von Musik. Die Aufmerksamkeit des Fahrers wird unwillkürlich abgelenkt, wenn plötzlich auf dem Display aufflackert, dass eine Nachricht auf dem Handy eingegangen ist.


Motorrad-Display

Motorrad-Display

Motorrad-Displays spiegeln und stellen Zahlen zu klein dar. Besser wäre wenigstens eine Instrumentendarstellung mit Zeigern, noch sicherer aber traditionelle Instrumente.

(Bild: Ingo Gach / heise Autos)

Ein Motorradfahrer, der auf der Landstraße bei Tempo 100 den Blick nach unten auf seine Instrumente richtet, legt pro Sekunde 27,78 m im Blindflug zurück. Die Suche im Display kann auch längere Zeit in Anspruch nehmen, gerade beim Versuch, die winzigen Zahlen und Buchstaben zu entziffern. Mancher wünscht sich verzweifelt eine Lupe. Erschwerend kommt heute oft hinzu, dass die Informationen im elektronischen Display dicht gedrängt und unlogisch verstreut liegen. Da wird schon mal der Tageskilometerzähler mit der Motortemperatur verwechselt oder die Batteriespannung mit der Außentemperatur.


Royal_Enfield_Tacho

Royal_Enfield_Tacho

Tacho einer Royal Enfield Shotgun 650 (Test) mit Kontrolleuchten. Mehr Information benötigt kein Mensch.

(Bild: Florian Pillau / heise Medien)

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Wer eine bestimmte Information haben will oder eine Einstellung ändern möchte, muss meist in den verschachtelten Menüs suchen, was mit viel Drückerei auf eng zusammenliegenden Tasten (schon wieder die falsche erwischt!) oder Fummeln an Scrollrädern am Lenker verbunden ist. So kann das Einstellen der Griffheizungsstufe oder der Traktionskontrolle schon mal ausarten, wenn sie sich im fünften Untermenü versteckt. Selbst wer vorher die Bedienungsanleitung auswendig gelernt hat, wird längere Zeit mit dem Durchklicken im Menü beschäftigt sein und nicht auf den Verkehr achten. Da gerät das Motorrad schon mal auf die Gegenfahrbahn oder das vorfahrtberechtigte Auto wird nicht wahrgenommen.


Linkes Lenkerende Kawasaki Z 1100 SE

Linkes Lenkerende Kawasaki Z 1100 SE

Schalter-Dschungel mit Vertipp-Garantie am linken Lenkerende der Kawasaki Z 1100 SE (Test)

(Bild: Ingo Gach / heise Medien)

Eine weitere Innovation findet in Motorrad-Cockpits langsam Einzug: Touchscreens. Was bei einem Smartphone praktisch ist, kann auf dem Bike schnell zum Albtraum werden. Denn um das Display zu berühren, muss die Hand vom Lenker genommen werden. Doch egal, ob dann keine Hand an der Vorderradbremse oder am Kupplungshebel ist: In einer Notsituation fehlt die entscheidende Sekunde, die zur Reaktionszeit hinzukommt, um einen Unfall zu verhindern, weil erst nach dem Hebel gegriffen werden muss. Einhändige Vollbremsungen funktionieren nicht.

Der neueste Schrei sind bis zu sieben Zoll große TFT-Displays aus dem Zubehörhandel. Meist stammen sie aus China und kosten kaum mehr als 100 Euro. Am Lenker befestigt können sie Apple CarPlay oder Android Auto darstellen. Allerdings verschwinden die Motorrad-Instrumente mit den wichtigen Informationen teilweise oder sogar gänzlich dahinter. Auf den Zusatz-Displays kann der Fahrer während der Fahrt über den Touchscreen Apps aufrufen.

Es besteht bei einigen Herstellern sogar die Möglichkeit, über mitgelieferte Mini-Kameras das Geschehen vor (!) und hinter dem Motorrad auf dem Bildschirm zu verfolgen. Kein Witz. Es braucht nicht viel Fantasie, um zu begreifen, wie gefährlich die Ablenkung durch die Elektronik ist. Niemand verlangt von den Motorradherstellern, wieder zum analogen Tacho zurückzukehren, aber ein benutzerfreundlicheres Informationssystem mit vereinfachter Bedienung wäre bei vielen Modellen dringend erforderlich.


(fpi)



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