Künstliche Intelligenz
Post zum Freitag: Digitale Ordnung leicht gemacht
Liebe Leserinnen und Leser,
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Hand aufs Herz: Die Lesezeichen-Liste im Browser ist kein Archiv, sondern ein digitaler Friedhof. Wir begraben dort Links zu diversen Wissens-Artikeln, DIY-Projekten oder anderen sinnvollen Tipps. Das klingt alles schön und gut. Bei mir sind die Links aber quer verteilt – mal in der Notiz-App, mal bei Instagram, YouTube oder als WhatsApp-Selbstgespräch. Morgen möchte ich wieder Pizza backen – und raten Sie mal, wer das wirklich legendäre (!) Pizzarezept dieser einen unbekannten italienischen Nonna nicht wiederfindet?
Ja, ich bin digitaler Messi. Meine Linksammlung ist riesig, aber bestimmte Websites finde ich darin nur noch mit viel Glück wieder. Ist das jetzt meine Faulheit oder sind einfach die Browser-Hersteller unfähig, mir ordentliches und intuitives Werkzeug zu bieten? Kollege Daniel Berger hat in seinem Artikel über Bookmark-Manager dezidierte Bookmark-Dienste wie Raindrop, Karakeep, Pinboard und Nextcloud vorgestellt, die helfen könnten. Wie halten Sie Ihr Wissen zusammen – oder lassen Sie das Chaos einfach regieren?
Passwortmanager sind das nächste Minenfeld. Wir brauchen für jeden Dienst ein eigenes Passwort – am besten kryptische Zeichenfolgen, die weder im Duden stehen noch irgendetwas mit unserem Geburtsort oder dem Namen des ersten Haustiers zu tun haben. Aber kein normaler Mensch kann sich hundert solcher Kombinationen merken. Deshalb führt kein Weg an einem Passwort-Manager vorbei.
Wer jetzt noch den wachsamen Augen der US-Geheimdienste entgehen will, steht nur noch vor einer recht überschaubaren Auswahl. Mein Kollege Jan Schüßler hat für einen Artikel fünf Open-Source-Passwortmanager verglichen. Das Testfeld ist erstaunlich breit aufgestellt – vom bewährten Urgestein KeePassXC bis hin zu modernen Alleskönnern für das eigene Hosting. Eine klare Leseempfehlung für alle, die ihre Sicherheit nicht dem Zufall (oder US-Servern) überlassen wollen.
Aber genug der Verwaltung, werden wir mal kreativ. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich kann schwarz/weiße Präsentationen, die nur aus überladenen PowerPoint-Folien bestehen, kaum noch ertragen. Es ist doch wirklich keine Arbeit mehr, sich eine flotte Präsi zusammenzuklicken und um ein paar Bulletpoints zu kürzen. Inzwischen sind sogar Erklärvideos super einfach zu erstellen – das übernimmt dann einfach eine KI. Und nein, ich rede hier nicht von seelenlosem „KI-Slop“. Denn wie „sloppy“ das Ergebnis wird, liegt in Ihrer Hand. Wir zeigen einen Workflow mit ChatGPT und Videogeneratoren. Schauen Sie doch mal rein.
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Damit all diese digitalen Inhalte auch flott bei Ihnen ankommen, braucht es nun eine ordentliche Leitung. Wer Glasfaser hat, reitet ganz oben auf der Welle mit. Doch welche Hardware braucht man dafür eigentlich? Muss es immer der teure Router vom Provider sein? Nicht unbedingt. Unser Ratgeber erklärt die wichtigsten Begriffe wie GPON oder XGS-PON und zeigt, wann schon ein günstiges Modem für den alten Router genügt und worauf man bei der Inbetriebnahme achten sollte, damit der Start ins Highspeed-Internet nicht zur Frustpartie wird.
Und was macht man mit einer schnellen Glasfaserleitung an einem regnerischen Wochenende am liebsten? Genau, in bester Qualität Serien und Filme streamen! Dafür braucht man natürlich nicht die neueste Flimmerkiste im Wohnzimmer – allerdings sollten die Bildqualität und der Ton (wahrscheinlich haben Sie dafür sowieso eine externe Quelle) stimmen. Pünktlich zur Vorstellung der 2026er-TV-Modelle stellt sich die ewige Frage: Lohnt sich der Aufpreis für den neuen Fernseher oder ist man auch mit dem günstigen Vorjahresmodell schlauer bedient? Wir haben uns die Preisentwicklung bei den großen Herstellern angesehen und wägen ab, wo Innovation auf der Strecke bleibt und reines Marketing-Voodoo anfängt.
(mig)
Künstliche Intelligenz
Chef-Medienwächter: Plattformen sollen für Inhalte stärker haften
Soziale Netzwerke sollten nach Ansicht des Medienregulierers Thorsten Schmiege stärker verpflichtet werden, verlässliche Inhalte sichtbar zu machen. Diskutiert werde eine gesetzlich verankerte „Vielfaltsverpflichtung“, die sicherstellen solle, dass journalistische Angebote in algorithmisch gesteuerten Feeds besser auffindbar seien, sagte der Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) dem „Münchner Merkur“.
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Schmiege ist Vorsitzender der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM). Die Medienanstalten kontrollieren und fördern in den Ländern private Radio- und Fernsehanbieter sowie Online-Plattformen. Im geplanten Digitalen Medien-Staatsvertrag geht es laut Schmiege unter anderem darum, wie Inhalte mit gesellschaftlichem Mehrwert technisch und rechtlich bevorzugt werden könnten.
„Ich bin zuversichtlich, dass es möglich ist, so eine Vielfaltsverpflichtung für Plattformen auch nationalstaatlich einzurichten“, sagte Schmiege. Zugleich plädierte er dafür, Plattformen stärker in die Verantwortung zu nehmen. Wer Inhalte kuratiere und damit Geld verdiene, müsse auch Verantwortung übernehmen, wenn dabei Gesetze verletzt würden. Es reiche, die bestehende Haftungsprivilegierung abzuschaffen. Technisch sei eine Kontrolle möglich, argumentierte Schmiege und verwies auf Filtersysteme wie das Content-ID-Verfahren bei YouTube.
(nie)
Künstliche Intelligenz
Huawei will in China mit Ascend 950PR Nvidia davonziehen
Eine neue KI-Beschleunigergeneration soll Huawei in China weitere Marktanteile bescheren. Der Ascend 950PR konzentriert sich auf die Ausführung fertig trainierter KI-Modelle (Inferenz) und soll Huawei im Jahr 2026 umgerechnet rund 12 Milliarden US-Dollar beziehungsweise gut 10 Milliarden Euro Umsatz bescheren. Das wären angeblich 60 Prozent mehr als 2025.
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Über die interne Planung berichtet die Financial Times unter Berufung auf mehrere anonyme Quellen. Auf der anderen Seite steht Nvidia-Chef Jensen Huang, der sich in einem Interview über die US-Politik in Bezug auf Hardware-Exporte beschwert.
Nvidias KI-Beschleuniger sterben in China aus
Nvidias Marktanteil von KI-Beschleunigern sei in China auf null Prozent zusammengebrochen. „Einen ganzen Markt von der Größe Chinas aufzugeben, ist strategisch wahrscheinlich nicht besonders sinnvoll, daher glaube ich, dass sich das bereits weitgehend als Fehlschlag erwiesen hat“, sagte Huang. „Vielleicht war es damals sinnvoll, aber ich denke, die Politik muss wirklich dynamisch sein und mit der Zeit gehen. […] Ich denke, man kann mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass es sehr sinnvoll ist, wenn amerikanische Chiphersteller und andere Unternehmen in China vertreten sind.“
Die US-Regierung untersagte 2025 zunächst sämtliche Exporte von KI-Beschleunigern nach China, laut eigenen Aussagen, um deren KI-Entwicklung auszubremsen. Ende 2025 wollte die Regierung Chipexporte nach China schließlich für einen Umsatzanteil von 25 Prozent erlauben, allerdings verpuffte der dafür notwendige Kniff im Februar 2026: Exportsteuern sind in den USA illegal, also wollte die US-Regierung die selbst eingeführten Importzölle missbrauchen. Die Chips sollten aus Taiwan über die USA nach China gelangen. Der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten (Supreme Court of the United States, SCOTUS) erklärte die Zölle jedoch für illegal.
In Nvidias Geschäftsberichten fanden sich zuletzt keine KI-Beschleuniger für China mehr; erst in den kommenden Monaten könnten unter einer neuen Regelung erste Bestellungen aus der letzten Generation Hopper hinzukommen. Auch ohne wächst Nvidia jedoch im hohen Tempo weiter. Zuletzt lag der Quartalsumsatz mit Server-Hardware bei 62,3 Milliarden US-Dollar. GeForce-Grafikkarten verkauft die Firma ununterbrochen weiter nach China. AMD nannte zuletzt kleinere Beschleunigermengen für China.
Made in China treibt Huawei voran
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Huawei verrät schon seit Jahren kaum Details über seine eigenen KI-Beschleuniger. Ende 2025 kursierte ein angebliches Bild des Ascend 950PR, der aus je zwei Compute- und I/O-Dies und acht Speicherbausteinen mit 128 GByte Kapazität bestehen soll, vermutlich LPDDR5X. Der chinesische DRAM-Hersteller CXMT kann bislang kein High-Bandwidth Memory (HBM) herstellen, das bei Inferenzkarten allerdings weniger wichtig ist als bei Trainings-Beschleunigern. Der Ascend 950DT soll zum Jahresende mit chinesischem HBM erscheinen.
Huawei soll die Chips größtenteils vom heimischen Chipauftragsfertiger SMIC produzieren lassen, betreibt mittlerweile wahrscheinlich aber auch eigene geeignete Halbleiterwerke. Ein Prozess aus der 7-Nanometer-Generation wäre am wahrscheinlichsten. Bislang gibt es keine zuverlässigen Hinweise zu einem chinesischen 5-nm-Prozess in Serienproduktion.
Chinesische Chiphersteller kommen weiterhin nicht an die modernsten Lithografie-Systeme von ASML, was der Chipausbeute und der Weiterentwicklung schadet. Die Chipfertigung gilt in China als stark subventioniert, um überhaupt wirtschaftlich zu sein. Dazu passt die mutmaßliche Aufteilung beim Ascend 950PR in zwei kleinere Compute-Dies, um die Ausbeute gegenüber einem großen Chip zu steigern.
(mma)
Künstliche Intelligenz
Tim Cook: Erster großer Fehler war Apple Maps
Im Herbst liegt Apples Entscheidung, sich von Google Maps als Kartendienst abzuwenden und mit Apple Maps ein eigenes Angebot aufzubauen, 14 Jahre zurück. Für Tim Cook, der als CEO im September den Staffelstab an John Ternus übergeben wird, ist die Erinnerung daran offensichtlich immer noch mit einem gewissen Trauma verbunden. Denn der Service war anfangs keineswegs fehlerfrei und Cook höchstpersönlich entschuldigte sich daraufhin öffentlich. Es folgte das Feuern eines direkt Verantwortlichen und schließlich der Abgang des einst mächtigen iOS-Chefs Scott Forstall.
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Produkt nicht bereit – aber Cook reagierte
Davon berichtete Cook bei einer im April abgehaltenen Town-Hall-Veranstaltung des iPhone-Konzerns. Der Start von Apple Maps sei „sein erster wirklich großer Fehler“ als Firmenchef gewesen. „Das Produkt war nicht bereit und wir dachten, wir würden da nur so einen lokalen Dienst testen“. Stattdessen zeigte sich, wie abhängig die Nutzer davon waren. So zeigte Apple Maps bekannte Orte falsch an, es gab diverse Grafikfehler und eine teilweise nicht funktionierende Navigation. Alles in allem war die Nutzererfahrung signifikant schlechter als zuvor mit Google Maps.
Neben dem Managementumbau infolge dieses Fehltrittes reagierte Apple schnell: Cook ordnete an, das Problem zu lösen, und Apple Maps wurde mit den Jahren immer besser. Mittlerweile liegt der Dienst gleichauf zu Google Maps, ist in manchen Bereichen sogar besser, beispielsweise beim Straßenbilderdienst LookAround („Umsehen“). Allerdings plant Apple ab Sommer auch eine – zumindest aus Kritikersicht – Verschlechterung: Apple Maps soll dem Konzern erstmals mit Werbung Geld in die Kasse spülen. Nutzer, die rein redaktionelle Inhalte gewohnt sind, könnte das stören, sind doch einige genau deshalb von Google Maps „geflohen“.
Stolz auf die Apple Watch
Stolz gab sich Cook auf der Veranstaltung jedoch zur Vorstellung der Apple Watch und insbesondere derer Gesundheitsfeatures. Er bekomme täglich von Nutzern Nachrichten, dass die Uhr ihnen das Leben gerettet habe – dank der verschiedenen Diagnosefunktionen etwa für hohen Blutdruck oder Puls. Er erinnere sich noch daran, als er die erste Nachricht dazu bekam, sagte Cook.
Apple gehe es immer darum, das Richtige für die Nutzer zu tun. „[Beim Apple-Maps-Debakel] entschuldigten wir uns und sagten den Leuten: Geh zu diesen anderen Apps, die sind besser als unsere.“ Das sei eine bittere Pille gewesen. „Aber es war das Richtige für unsere Nutzer.“ Das sei ein Beispiel dafür, diese in den Mittelpunkt für die eigenen Entscheidungen zu stellen.
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(bsc)
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