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Sind OLEDs jetzt komplett unproblematisch? | c’t 3003
OLED-Monitore dominieren die Verkaufscharts, aber sind sie auch alltagstauglich? c’t 3003 hat den MSI MPG322URXD 646 Stunden lang als Hauptmonitor genutzt – für Gaming und Textarbeit. Das Ergebnis hat uns überrascht.
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Transkript des Videos
(Hinweis: Dieses Transkript ist für Menschen gedacht, die das Video oben nicht schauen können oder wollen. Der Text gibt nicht alle Informationen der Bildspur wieder.)
Guck mal hier, ich bin hier auf einer Preissuchmaschine und guck mir die meist angeklickten Monitore an. Hm, Platz 1 OLED, Platz 2 OLED, Platz 3 auch OLED, Platz 4 OLED, ah ja, Platz 5 ist ohne OLED, zumindest im Namen, ah, okay, ist auch ein OLED. Ja, okay, einen einzigen Monitor gibt es in den Top 10, der nicht OLED ist. Und das liegt vermutlich auch nur daran, dass der mit 159 Euro extrem preisgünstig ist.
Ja, ich muss zugeben, dass ich nicht so richtig doll im Monitor-Game drinstecke, und deswegen einigermaßen überrascht war, wie populär OLED inzwischen geworden ist. Sind OLEDs jetzt tatsächlich Mainstream? Hatten die nicht immer noch Probleme mit Einbrennen und mit zu niedriger Helligkeit für so sonnendurchflutete Räume? Ja, das gucken wir uns jetzt alles mal an. Ich habe mir den für mich am besten passenden OLED besorgt. Ich habe den ein halbes Jahr lang als Hauptmonitor intensiv getestet, genau 646 Stunden lang. Außerdem zeige ich euch, ganz wichtig, wie ihr den für euch passenden Monitor findet. Und da habe ich wirklich sehr konkrete Tipps, die ihr vielleicht noch nicht kennt. Monitore gehören übrigens zu den Computerteilen, die nicht teurer geworden sind in den letzten Monaten. Nice, bleibt dran.
Liebe Hackerinnen, liebe Internetsurfer, herzlich willkommen hier bei…
Ja, wenn man ehrlich ist, Hardware kaufen ist ja eigentlich erstmal vorbei, nachdem die Computerhersteller alle beschlossen haben, dass sie nur noch an KI-Rechenzentren liefern wollen und alle anderen völlig egal sind. Aber was ich festgestellt habe, Monitore sind nicht teurer geworden. Und da trifft sich das ganz gut, dass ich meinen 27-Zöller irgendwie zu klein und auch zu kontrastarm fand. So ein Ultra-Wide-Teil wollte ich aber nicht haben, weil ich bei mir die zugegeben sehr spezifische Anwendung habe, dass ich ständig Bildschirmaufnahmen für unsere 3003-Videos mache und unsere Videos sind halt im Seitenverhältnis 16:9 und nicht 21:9. Okay, ja, ja, ja, man kann auch mit 21:9 Monitoren 16:9 capturen. Das bedeutet aber, dass ich da ständig rumkonfigurieren müsste und dazu habe ich keine Lust. Außerdem finde ich 16:9 sowieso irgendwie ganz gut, weil es mein Sichtfeld ausfüllt und ich nicht die ganze Zeit hin und her gucken muss. Aber hey, das ist mein Geschmack, kann bei euch alles total anders aussehen.
Ich bin auf jeden Fall auf geizhals.de gegangen und obwohl ich das schon lange benutze, war ich wirklich überrascht, wie detailliert man da die Dinge filtern kann, wenn man da so richtig reingeht. Und das ist jetzt eine ehrliche Aussage von mir, obwohl, und jetzt Disclaimer, mein Arbeitgeber Heise Mehrheitsaktionär bei Geizhals ist. Übrigens auch Alleingesellschafter da bei billiger.de und guenstiger.de. Okay, über die Namen können wir nochmal sprechen. Die populärste Preissuchmaschine hierzulande ist übrigens Idealo. Die gehört mehrheitlich dem Axel-Springer-Konzern. Idealo kann man natürlich auch benutzen bei der Monitorsuche, aber ganz ehrlich, Geizhals ist vor allem bei Technik-Sachen viel detaillierter. Das sage ich als Keno, nicht als Heise-Mitarbeiter. Und ich finde auf jeden Fall auch, dass die Geizhals-Website sehr gut zu Heise und c’t passt. Die verschwendet keine Energie auf Design. Funktion folgt Form. Ganz wichtig.
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Hat man das Ding aber einmal gecheckt, ist das wirklich super praktisch. Guck mal, ich klicke hier auf Monitore und dann gibt es da über 3000 Produkte, aber ich grenze das jetzt ein und klicke dann halt das an, was mir wichtig ist. Also ich weiß, dass mir 27 Zoll zu klein sind. Also 31,5 Zoll und maximal bis 37,5 Zoll, weil mehr kriege ich nicht auf meinen Schreibtisch. Und 16:9 will ich auch, hatte ich am Anfang gesagt, also klicke ich das an und dann bleiben noch 384 Modelle übrig. Das ist schon mal deutlich weniger. Außerdem will ich 4K-UHD-Auflösung, aha, nur noch 209. Bildwiederholfrequenz habe ich jetzt keine extrem starke Meinung, aber ich will glaube ich mehr als 60, also ab 120. Und jetzt das Wichtigste, kein IPS oder VA, das ist alles LCD, nein, ich will ja OLED. Zack, runter auf 46.
Ja, und da muss ich erstmal runterscrollen, weil da erstmal so für mich eher unwichtige Sachen kommen. Für mich dann aber wichtig, der USB-C-Teil. Ich will da Laptops und andere Sachen über USB-C anschließen, die dann nicht nur geladen werden, sondern ich auch Tastatur und so verwenden kann, die am Monitor hängen. Also so klassische Dockingstation-Funktion, halt ohne Dockingstation, nur mit dem Monitor. Das Bild soll natürlich auch übertragen werden über USB-C. Das ist für mich praktisch, weil ich sehr oft unterschiedliche Geräte teste und so kann ich die mit einem Kabel anschließen und muss da nicht so ewig rumfummeln. Ich klicke also hier auf DisplayPort inklusive USB-C zweimal und Power Delivery. Ab 65 Watt würde ich mal sagen, das reicht mir, um die Teile aufzuladen. Und dann sind wir auf einmal schon bei 23 Geräten.
So, und jetzt wird es richtig interessant. Das ist so ein Klassiker bei Displays und auch bei Notebooks. Also ist mir schon öfter aufgefallen. Ich checke dann ganz oft nicht, wo die Unterschiede bei so leicht unterschiedlichen Typbezeichnungen sind. Also UXWRD versus UXURXDE versus UXWRD. Aber auch hier ganz schön Acer Predator X32 X5 BMIIPHUZX. Okay, ganz easy, ne? Also wenn da jetzt ein Buchstabe anders ist, wie unterscheidet sich das Gerät dann? Aber was man jetzt machen kann, und das ist in diesem Fall echt für mich das Killer-Feature, also ihr klickt hier auf diese beiden Pfeile und dann wird das Gerät zur Vergleichsliste hinzugefügt und dann klickt ihr alle an, die ihr vergleichen wollt, also für euch in die engere Auswahl kommen und dann werden hier die Unterschiede gelb markiert. Ja, super, und jetzt kann ich auch die Unterschiede sehen bei den leicht veränderten Typbezeichnungen. Wie gesagt, funktioniert nicht nur bei Monitoren, funktioniert auch super mit Laptops unter anderem und auch bei Fernsehern und bei allen möglichen Dingen. Super praktisch.
Ja, und da ist mir dann auch aufgefallen, dass nur einer der Monitore, die hier bei mir in der engeren Auswahl waren, über USB-C DisplayPort 2.1a unterstützt. Was ich schon sehr gerne hätte, weil es ist nicht garantiert, dass die älteren Standards 4K mit 120Hz ohne DSC können. DSC, wenn ihr euch das jetzt fragt, das ist so eine theoretisch fürs Auge unsichtbare Kompression, die aber manchmal Probleme macht. Zum Beispiel habe ich schon mal beobachtet, wenn man mit Alt-Tab aus dem Spiel raustappt und der Bildschirm dann ein paar Sekunden schwarz wird. Also meistens ist DSC kein Problem, aber wenn ich das irgendwie vermeiden kann, dann nehme ich doch lieber DisplayPort 2.1a, weil da geht es ohne Kompression. Und deswegen habe ich mich dann am Ende für den MSI MPG 322URX DE entschieden.
Ja, klick mal auf bestellt. So schnell ist der da. Nice. Und beim Auspacken kickt hier direkt meine Grobmotoriker-Panik ein. Wie fragil ist das Ding bitte? Und sind OLEDs sowieso? Ja, ich check, dass das nice aussieht, wenn es quasi keinen Rahmen gibt. Aber beim Handling muss man da wirklich extrem aufpassen. Auch so Fingerabdrücke sind sofort brutal zu sehen und müssen vorsichtig weggeputzt werden. Und das finde ich, sollte man wirklich immer sagen bei OLEDs. Wenn ihr irgendwas richtig Robustes haben wollt, was man auch ein bisschen grob behandeln kann und was ihr öfter von A nach B tragen wollt, dann sind vor allem so große OLEDs vielleicht nichts für euch. Das ist wirklich oft sehr filigran alles. Ist ja auch logisch, OLEDs brauchen halt keine Hintergrundbeleuchtung, weshalb die extrem dünn gebaut werden können. Das ist ja auch einer der Vorteile. Und das ist meistens natürlich auch kein Problem, wenn ihr das irgendwo fest installieren wollt. Aber ich sag das trotzdem einfach mal dazu, wenn ihr oft auf LANs oder so geht, dann vielleicht besser ein Monitor mit einem stabileren Gehäuse. Wie bei LCDs. Hier seht ihr hier deutlich den Unterschied bei meinem alten LCD-Monitor.
So, das jetzt hier zum Gehäuse. Aber wie ist das Bild denn jetzt? Und ey, ja, das ist super. Ich muss ehrlich sagen, dass das ein riesiger Unterschied gegenüber meinem 4K IPS LCD ist. Guck mal hier, das sind die beiden untereinander. Oben mein alter 27 Zöller mit IPS LCD und unten der 32 Zöller mit OLED. Und das sieht man auch deutlich. Das Schwarz ist halt schwarz und nicht grau. Und die Farben kicken auch richtig rein. Aber wenn man die Vorhänge aufzieht und die Sonne reinkommt, dann sieht man auch, das Display spiegelt definitiv mehr als bei meinem alten Monitor. Das ist jetzt nicht so schön in hellen Umgebungen, aber was ich dann doch erstaunlich fand, die Helligkeit reichte auch bei dem OLED für helle Räume, also wo die Sonne reinknallt. Das sind hier beide Monitore bei voller Helligkeit untereinander, also geht schon. Aber so richtig Spaß macht der OLED halt vor allem in dunklerer Umgebung, das muss man schon sagen.
Und dafür lacht ihr mich jetzt vermutlich aus. Mein alter Monitor hatte maximal 60 Hertz und ich dachte, dass man auch nicht unbedingt mehr braucht für so Büroarbeit. Aber 120 bzw. 240 Hertz ist ein Game Changer. Das habe ich also wirklich in dem Moment, wo ich den OLED angeschlossen habe, sofort gemerkt. Und das Interessante ist, das ist nie nur beim Gaming so, sondern das ist auch schon bei ganz normalen Sachen wie Fenster hin und her schieben, Maus bewegen. Es ist einfach alles viel, viel, viel geschmeidiger und ich will da nicht mehr von weg. Die Frage ist, ob man wirklich mehr als 120 Hertz braucht. Mein Testmonitor hat hier 240 Hertz. Ich bin mir nicht so sicher, ob man den Unterschied 120, 240, ob das so einen Riesenunterschied macht. Sollen wir das mal detailliert testen? Also bis wann Menschen das überhaupt wahrnehmen können? Gerne in die Kommentare schreiben. Aber auf jeden Fall 120 Hertz, das will man schon haben. Also ich zumindest.
Ja okay, und was ich auch noch loben kann, ist die Blickwinkelabhängigkeit. Die ist nämlich nicht vorhanden. Das Teil sieht von allen Seiten super aus. Das ist bei guten LCDs zwar auch besser geworden, aber so gut wie OLED, schwierig. Wir müssen aber natürlich jetzt noch zu den zwei OLED-Elefanten im Raum kommen. Und das ist zum ersten einmal die ungleichmäßige Pixelmatrix, beziehungsweise konkreter. Ich habe bei früheren OLEDs so eine gezackte Textdarstellung wahrgenommen, beziehungsweise Farbsäume. Das war auf jeden Fall bei älteren OLEDs immer ein Problem. Aber ganz ehrlich, ich könnte jetzt das große Fass aufmachen, das alles im Detail erklären. Aber bei dem OLED-Monitor hier ist das für mich kein Problem. Obwohl die RGB-Subpixel nicht gleichmäßig angeordnet sind, sondern ungleichmäßig. Bei der weniger blaue und rote Subpixel als grüne verwendet werden. Das ist so, aber ich kann es nicht wahrnehmen. Guck mal hier, das ist einmal Text auf dem LCD und das ist einmal Text auf dem OLED. Also wenn ich mir einbilde, dann kann ich auf dem OLED so ganz leichte Farbsäume sehen. Also in dieser Videoaufnahme, bloß im Auge, beim normalen Arbeiten nicht. Aber ich kann mir das auch bei dem LCD einbilden, ehrlich gesagt. Ich finde sogar, dass das Bild hier in dieser Aufnahme sogar bei den OLEDs ein bisschen gleichmäßiger aussieht. Aber wie gesagt, das ist ganz dicht dran mit der Kamera. Ihr seid ja mindestens 30 Zentimeter weg davon und dann nehme zumindest ich das alles nicht mehr wahr. Deshalb ist das meines Erachtens kein Problem. Wenn das für euch trotzdem ein Thema ist und ihr Angst davor habt, dass ihr das wahrnehmt, dann könnt ihr auch einfach noch ein bisschen abwarten, denn sowohl Samsung als auch LG, also die OLED-Panel-Hersteller, Die haben beide angekündigt, bei den kommenden Modellen die Subpixel klassisch anzuordnen. Also in der RGB-Matrix, beziehungsweise gleichmäßiger. Ich habe einen Heise-Artikel dazu verlinkt, wenn euch das interessiert. Aber wie gesagt, meines Erachtens macht auch die aktuelle Generation, zumindest bei dieser hohen Auflösung, ganz wichtig, kein Problem. Also bei geringeren Auflösungen und bei den 21:9, da kann man es vielleicht wahrnehmen, aber hier bei meinem 4K-Monitor eben nicht.
Und jetzt der zweite Elefant im Raum, Einbrennen. Ein Riesenthema, immer schon, und zwar gerade bei für Büroarbeiten genutzten Monitoren. Ich sag mal, ich schreibe ständig Texte in, ja, Nextcloud Office. Checkt ihr, checkt ihr, ich habe nicht Microsoft Word gesagt. Ja, und da habe ich das Fenster oft an der gleichen Stelle und dann habt ihr natürlich auch immer die Icons vom User Interface an der gleichen Stelle. Und das war ja immer so gefährliches Territory bei OLED. MSI hat aber in dem Monitor, den ich getestet habe, etliche Funktionen eingebaut, die das verhindern sollen, zum Beispiel Pixel Shift. Damit nicht immer die gleichen Pixel die gleichen Farben darstellen müssen, wird das Bild alle zwei Minuten um wenige Pixel verschoben. Hatte ich die ganze Zeit an, ist mir nicht einmal aufgefallen. Das gleiche gilt für Static Screen Detection, Taskbar Detection und Logo Detection. Der Monitor prüft die ganze Zeit, ob es irgendwelche Bildelemente gibt, die sich lange Zeit nicht verändern und dimmt die dann etwas runter. Kann man alles abstellen? Habe ich nicht abgestellt? Hatte ich alles auf Standard? Habe ich nicht einmal wahrgenommen.
Jetzt kommt was, was mir aufgefallen ist, nämlich OLED Care 2.0. Sobald der Monitor vier Stunden gelaufen ist und in den Standby geht, dann läuft so eine Pixel-Auffrischung, wobei dann so Helligkeitsunterschiede ausgeglichen werden. Das heißt, wenn einzelne Pixel viel heller geleuchtet haben als andere, werden die anderen auch gealtert, eben damit gleichmäßig altert. Also angenommen, ihr habt acht Stunden an dem Bildschirm arbeitete und das Teil schaltet sich dann ab, weil ihr Feierabend macht, dann wird nach ungefähr zehn Minuten automatisch dieser OLED-Care-Modus aktiviert und dieser Prozess dauert so eine Viertelstunde immer. Und in vielen Fällen kriegt ihr das also gar nicht mit, weil das passiert nur, wenn der Monitor in Standby geht. Aber wenn ihr während dieses Prozesses wiederkommt und an den Rechner geht, dann wundert ihr euch womöglich, warum der Monitor auf einmal kein Bild anzeigt. Ihr könnt dann den Einschaltknopf drücken und dann wird der Prozess abgebrochen. Ihr könnt wieder ganz normal daran arbeiten oder spielen. Das lässt sich viermal abbrechen. Dann beim fünften Mal, wenn ihr es beim fünften Mal abbrechen wollt, dann zwingt euch der Monitor dazu. Dann müsst ihr also diese Viertelstunde warten. Ich hatte das in meinem halben Jahr mit diesem Monitor nicht einmal, dass ich das nicht abbrechen konnte. Also ich hatte das schon, dass der in diesen Care-Modus gegangen bin, als ich mal wiedergekommen bin oder so, aber dann habe ich es immer manuell abgebrochen und dann hat er den Care-Modus halt gemacht, wenn ich dann das nächste Mal Pause gemacht habe. Also diese viermal beziehungsweise fünfmal habe ich nicht einmal ausgekostet, dass ich da diesen Modus anschalten musste.
Ich habe mir übrigens am Ende des halben Jahres auch ganz genau mit einfarbigen Bildschirminhalten angeguckt, ob ich ein Brennmuster sehen kann und ich habe keine gefunden. Wie gesagt, nach 646 Betriebsstunden und laut Monitor 82 Auffrischungsvorgängen. Aber offenbar auch nach längerer Zeit passieren keine schlimmeren Dinge. Also der YouTube-Channel Monitors Unboxed hat das nämlich zwei Jahre lang ausprobiert. Interessanterweise mit dem Vorgängermodell von dem, was ich hier getestet habe, dem MPG 321 statt MPG 322. Die benutzen beide das gleiche von Samsung hergestellte OLED-Panel Und ja, da kann man bei genauem Hingucken was erkennen, richtig viel ist das nicht. Was ich ganz interessant finde, obwohl da 659 dieser Auffrischungsvorgänge durchgelaufen sind, ist die SDR-Maximalhelligkeit nur von 243 auf 238 Nits runtergegangen. Das ist ziemlich wenig. Also für mich heißt das, Einbrennen macht mir persönlich keine großen Sorgen. Gibt bei MSI auch noch eine 3-Jahres-Einbrenn-Garantie.
Ich könnte jetzt auch nochmal alle kleinen, kleinen Gaming-Funktionen hier durchhecheln, aber da habe ich ehrlich gesagt keine Lust zu, weil da sind die meisten auch eher quatschig. Also vor allem die Bildverbesserungsfunktionen, die sehen meiner Meinung nach gruselig aus. Okay, man kann eine sogenannte Optix-Funktion anschalten, da wird ja der mittlere Teil des Bildschirms so vergrößert, hilft womöglich bei Shootern. Ja, habe ich nicht verwendet, wir Profis brauchen das nicht, ne, wisst ihr? Ne, keine Ahnung.
Was ich aber wirklich oberpraktisch finde, die USB-Hub-Funktion. Man hat halt einmal eine USB-C Buchse plus zweimal USB-A und einmal USB-B. Und da kann ich dann einfach zum Beispiel mein Notebook über ein USB-C Kabel anschließen. Und dann wird das aufgeladen, das Bild wird übertragen, mein Audio Interface ist verbunden, was am Monitor hängt mit Mikrofon und Lautsprechern und meine Tastatur, die auch über USB am Monitor hängt auch. Will ich einen anderen Rechner benutzen, stöpsel ich einfach mein eines USB-C Kabel um und zack, fertig. Das geht übrigens auch unter Linux, hier zum Beispiel mit meinem Framework Laptop hier. Und das auch übrigens problemlos mit 240 Hertz. Kurioserweise geht das mit meiner Linux-Maschine sogar besser als mit meinem Apple MacBook Air M2. Das kann nämlich nur 120 Hertz, aber das liegt nicht am Monitor, sondern an Apple. Für 240 Hertz braucht man Pro, Max oder Ultra bei Apple. Ja, okay.
Mein Fazit. Wäre das kein Testgerät, was ich zurückschicken muss, würde ich den Monitor auf jeden Fall behalten. Ich muss mir mal überlegen, ob ich jetzt wirklich 850 Euro auf den Tisch legen will dafür. Aber mir hat das alles schon sehr gut gefallen. Also das super tintige Schwarz, die 32 Zoll Größe, die USB-C Hub-Funktion, vor allem die 240 Hertz. Ich habe echt Probleme, jetzt wieder zurück zu meinem alten 27 Zöller mit 60 Hertz zu gehen. Die Sachen, die ich für mich kritisieren würde, sind an erster Stelle ganz klar die krass spiegelnde Oberfläche. Die stört mich interessanterweise am meisten von allen Kritikpunkten. Also deutlich mehr als die etwas geringere Helligkeit. die reicht für mich auch, wenn die Sonne richtig reinknallt. Aber die Spiegelungen, die nerven mich. Ja, und ich finde auch etwas beunruhigend, dass das Teil so papierdünn ist und ich hätte echt Angst, wenn ich damit umziehen müsste. Ja, okay, ist vielleicht eine Spezialangst bei mir. Ja, und diese Zwangspausen mit der OLED-Auffrischung, ah, das ist so ein Mini-Ärgernis, was mich letztendlich nicht so richtig nervt. Weil das kann man ja eben viermal abbrechen, bis man dazu gezwungen wird, diese Viertelstunde zu warten. Und das habe ich bei mir immer hingekriegt. Also klar, wenn ihr jetzt so Leute seid, die irgendwie 30 Stunden am Stück gamen oder so, aber also normalen Nutzungszyklen sollte das eigentlich immer passen, dass das dann gemacht wird, wenn ihr den Monitor gerade nicht benutzt. Achso, der Monitor hat übrigens auch keinen Lüfter, falls euch das noch interessiert. Da gibt es ja manchmal Geräte, die manchmal so unangenehme Geräusche machen, ist hier nicht der Fall.
Ja, am Ende muss man sich halt einfach selbst überlegen, ob man sich so einen Luxusmonitor gönnen will. Es ist ja alles super individuell. Es gibt natürlich auch gute Monitore, die deutlich günstiger sind oder auch mal auf dem Gebrauchmarkt gucken. Ich würde aber sagen, dass ich glaube ich an anderer Stelle eher sparen würde als am Monitor. Ist aber wie gesagt meine Meinung. Wie seht ihr das? Gerne in die Kommentare schreiben. Ich lese das alles, zumindest an den ersten Tagen nach Veröffentlichung. Und ja, tschüss.
c’t 3003 ist der YouTube-Channel von c’t. Die Videos auf c’t 3003 sind eigenständige Inhalte und unabhängig von den Artikeln im c’t Magazin. Die Redakteure Jan-Keno Janssen, Lukas Rumpler, Sahin Erengil und Pascal Schewe veröffentlichen jede Woche ein Video.
(jkj)
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Raumfahrt aus Jena: Präzisionssensoren leiten Artemis zum Mond
Sternensensoren aus Jena spielen bei der Artemis-Mission zum Mond, die von Cape Canaveral in den USA gestartet ist, eine wichtige Rolle. Sie sorgen für die exakte Ausrichtung und Navigation des Raumschiffs, in dem erstmals seit einem halben Jahrhundert wieder Menschen auf dem Weg zum Mond sind, wie die auf Weltraumtechnik spezialisierte Jena-Optronik GmbH mitteilte. Sie würden das Raumschiff auf seinem Weg in die Mondumlaufbahn leiten.
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Das Unternehmen hat eine lange Tradition bei der Produktion von Systemen zur Lageregulierung von Satelliten, aber auch Raumschiffen. Diese geht bis in die DDR-Zeit zurück. Sternen- sowie Rendezvous- und Dockingsensoren aus Jena waren bereits bei einer Vielzahl von Weltraummissionen dabei.
Der „Kompass der Mission“
Mit dem Start der Artemis-II-Mission der NASA in der Nacht zu Donnerstag beginne ein neues Kapitel der bemannten Raumfahrt – und Thüringen sei mittendrin, erklärte die Staatskanzlei in Erfurt. Der Sternensensor aus Jena sei gewissermaßen der „Kompass der Mission“.
Rund 24 Stunden nach ihrem Start verließen die Astronauten der „Artemis 2“-Mission mit einem speziellen Manöver die Erdumlaufbahn, berichtete die Nasa. Es habe einwandfrei funktioniert. Der Flugverlauf von „Artemis 2“ gleicht einer Acht um Erde und Mond. Die vier Astronauten sollen insgesamt mehr als 2,3 Millionen Kilometer zurücklegen. Der Start der Mission war zuvor wegen technischer Probleme mehrfach verschoben worden.
Wofür die Industriestadt Jena steht
Ministerpräsident Mario Voigt hatte den Start des Raumschiffs mit vier Astronauten live bei der Jena-Optronik GmbH auf den Bildschirmen miterlebt, so die Staatskanzlei. Dass die erste bemannte Mondmission seit mehr als 50 Jahren mit Technik aus Thüringen gestartet sei, sei „ein starkes Signal für die Innovationskraft im Grünen Herzen Deutschlands“, erklärte der CDU-Politiker.
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„Jena steht seit Jahrzehnten für Optik, Präzision und Innovation und trägt in vielen Zukunftsbereichen ganz konkret dazu bei, die Grenzen des menschlichen Wissens zu erweitern“, so der Regierungschef. Er wünsche den Astronauten eine sichere Reise.
Sternensensoren für die Orientierung wichtig
Die Artemis-2-Mission der Nasa, die etwa zehn Tage dauern soll, ist die erste bemannte Mondmission seit Apollo 17 im Jahr 1972. Sie dient dazu, Navigation, Kommunikation und Lebenserhaltung unter realen Bedingungen zu testen.
Die Sternensensoren von Jena-Optronik, die Optik mit Bildverarbeitung kombinieren und Sterne zur Orientierung nutzen, gehören zu den grundlegenden optischen Navigationssystemen in der Raumfahrt. Bei der Mondmission sei Genauigkeit eine wichtige Größe, erklärte das Unternehmen: „Bereits kleine Fehler können aufgrund der großen Distanz zwischen unserem Planeten und seinem Trabanten zu erheblichen Kursabweichungen bei der Raumkapsel führen.“
Wofür Jena-Optronik Sensoren lieferte
Besonders hohe Anforderungen auch an die Software würden bei einer bemannten Mission gestellt. „In unserem Projektteam wird besonderes Augenmerk auf diese Aspekte gelegt und wir sind stolz, an solchen wegweisenden Missionen beteiligt zu sein“, erklärte Andreas Deter, Projektleiter Sternsensoren bei Jena-Optronik.
Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben bisher mehr als 450 Lageregelungssensoren verkauft, die weltweit in nationalen und internationalen Projekten eingesetzt werden, beispielsweise beim Copernicus-Programm oder dem Kommunikationssatelliten Alphasat.
Lesen Sie auch unseren Liveticker zu Artemis-2:
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(mho)
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Top 10: Der beste In-Ear-Kopfhörer im Test – Noise Cancelling schon ab 89 Euro
Innovationssieger
Google Pixel Buds Pro 2
Die Google Pixel Buds Pro 2 sind die aktuell besten In-Ear-Kopfhörer für Android-Smartphones. Wir zeigen im Test, warum.
- hervorragender Klang & gutes ANC
- unkomplizierte Einrichtung & App
- sehr kompakt & angenehm zu tragen
- lange Akkulaufzeit
- Lautsprecher im Case
Google Pixel Buds Pro 2 im Test: Die besten In-Ear-Kopfhörer für Android
Die Google Pixel Buds Pro 2 sind die aktuell besten In-Ear-Kopfhörer für Android-Smartphones. Wir zeigen im Test, warum.
Die Google Pixel Buds Pro 2 sind entgegen der Benennung bereits Googles dritter Aufschlag im Segment der Premium-ANC-In-Ears. Im Vergleich zum direkten Vorgänger sind sie deutlich geschrumpft und bieten eine Reihe neuer Extras – Google hat an nahezu jeder Schraube geschraubt. Das Wichtigste: Der Sound ist auf Top-Niveau, genauso die Akkulaufzeit mit bis zu 30 Stunden. Wir haben die Kopfhörer nun seit mehreren Monaten im Einsatz und ganz genau unter die Lupe genommen.
Design & Tragekomfort
Die Pixel Buds Pro 2 kommen in einem für Google typischen, organischen Design. Es gibt wieder vier verschiedene Farben, die mehr oder weniger auffällig sind: Porcelain (creme-weiß), Hazel (anthrazit), Wintergreen (grün) und Peony (rot). Auf den ersten Blick erscheint der Unterschied zu den Böhnchen-förmigen Vorgängern gering, doch bei genauerem Hinsehen sind die Buds Pro 2 etwas kleiner und stehen weniger aus dem Ohr. Für die Form hat Google die Anatomie vieler Ohren analysiert und laut eigener Aussage über 45 Millionen Datenpunkte aufgezeichnet. So soll der Kopfhörer in möglichst viele Ohren passen, egal ob klein oder groß. Und ja, sie sitzen richtig bequem – wir könnten sie glatt vergessen. Sogar im Bett können wir sie im Ohr lassen und uns darauf legen, ohne dass das weh tut.
Google hat zudem auf die Nutzer (und Tester) gehört und den Halt der Kopfhörer mithilfe eines kleinen Gummiflügelchens verbessert, das sich im Ohr gewissermaßen festkeilt. Etwas, das Google auch schon einmal bei den Pixel Buds A-Series, also den Budget-Kopfhörern für unter 100 Euro, umgesetzt hatte. Dort empfanden wir die Flügel allerdings als unangenehm drückend, zumindest bei unserer Ohr-Anatomie. Die Pixel Buds Pro 2 setzen hier auf dezentere, aber genauso wirksame Silikon-Flügel. Sind die Vorgänger uns teils fast (oder tatsächlich) aus den Ohren gefallen, insbesondere beim Laufen, gilt das für die neuen Buds Pro nicht. Im Gegenteil: So gut saßen bei uns noch keine Kopfhörer, die so klein sind. In Zahlen ausgedrückt hat Google die Ohrhörer um 27 Prozent verkleinert und deren Gewicht um 24 Prozent reduziert. Beide Kopfhörer wiegen 4,7 g, das Case mit den Kopfhörern 65 g. Dennoch haben sich Klang und ANC verbessert, doch mehr dazu später.
Die Ohraufsätze aus Silikon lassen sich wie beim Vorgänger austauschen, sodass man auch eine andere der beiliegenden Größen XS, S, L oder XL wählen kann. Standardmäßig ist die Größe M auf den Buds.
Das weiße, matte Case hat Google weitgehend unbearbeitet vom Vorgänger übernommen. Warum auch nicht? Schließlich ist es nach wie vor einfach, kompakt und gut. Durch die abgerundete Eier-Form wirkt es kompakt und zeitlos schick. Neu hinzugekommen ist nur eine Aussparung für einen Lautsprecher. Das Innere des Cases hat Google der neuen Form angepasst, die Buds präsentieren sich nun nach dem Öffnen erhöht, sodass man sie besser herausnehmen kann. Die Verarbeitung von Buds und Case ist hochwertig, der Klappmechanismus des Deckels fühlt sich wertig an. Im Laufe einiger Wochen hat sich lediglich das matte Gehäuse des Cases abgenutzt, das inzwischen eher glatt als matt-stumpf anmutet. Das passierte uns auch bei der ersten Generation. Schlimm ist das nicht, denn das Material nutzt sich gleichmäßig ab und die Veränderung fällt optisch nicht auf. Daher betrachten wir das nicht als Manko, sondern nur als interessante Auffälligkeit. Hier ist sicherlich auch die Farbwahl hilfreich, die solche Dinge gut kaschiert.
Während das Ladecase nach IPX4 vor Spritzwasser geschützt ist, setzt Google beim Case auf IP54 für Spritzwasser- und Schweiß-Beständigkeit.
Google Pixel Buds Pro 2 – Bilderstrecke
Klang & ANC
Neben einem guten Sitz im Ohr können die Pixel Buds Pro 2 auch in einer weiteren für Kopfhörer wichtigen Kategorie Maßstäbe setzen: bei Klang und ANC. Konnten hier die Vorgänger schon punkten, hat Google den Sound verfeinert und bietet etwa für Instrumente einen deutlich differenzierteren Klang. Wir mochten zwar auch den wärmeren, bassigen Sound der ersten Generation, der räumliche und offene Klang der Nachfolger klingt aber erwachsener.
Ob Rap mit kräftigen Kick-Drums, Orchester-Instrumente oder rockige Gitarren – die Pixel Buds Pro 2 lassen alle Genres glänzen. Auch Sprache in Videos oder Podcasts kommt gut zur Geltung, die Latenz zwischen Sprache und Bild hat Google im Vergleich verbessert.
Angenehm ist auch die breite, räumliche Wiedergabe. Musik klingt so, als würde die Band direkt vor einem spielen. Dazu trägt das Feature Spatial-Audio bei. Es sorgt dafür, dass Ton nicht nur von links oder rechts, sondern auch von vorn, hinten oder oben kommen kann. Zusätzlich gibt es eine optionale Kopfbewegungs-Erkennung, wodurch man sich im Audio gewissermaßen umsehen kann. Das halten wir aber eher für eine Spielerei, einen wirklich sinnvollen Mehrwert bietet es kaum.
Das ANC haben wir ebenfalls in unterschiedlichsten Umgebungen ausprobiert, von der Fahrt im Zug bis zum Einsatz neben dem laufenden 3D-Drucker. Vorab: Für einen In-Ear-Kopfhörer, vor allem in dieser Größe, ist das ANC ausgezeichnet. Zwar hört man ohne laufende Musik ein minimales Rauschen und Gespräche oder Tastaturanschläge sind minimal zu hören, was für ANC allerdings typisch ist. Die Stärke der Technologie liegt in der Filterung von gleichmäßigen oder tieffrequenten Geräuschen. Das gelingt den Pixel Buds Pro 2 auch sehr gut – für einen In-Ear-Kopfhörer. Beim gleichmäßigen Rauschen der Lüfter unseres 3D-Druckers reduziert sich die Lautstärke zwar spürbar, zu hören ist das Staubsauger-artige Geräusch aber weiterhin. Für solche Situationen verwenden wir lieber unsere Over-Ear-Kopfhörer, die noch weniger durchlassen.
Schalten wir Musik an, werden Umgebungsgeräusche sehr gut ausgeblendet. In jedem Fall hat sich die ANC-Qualität abermals gebessert im Vergleich zum Vorgänger, der zwar gut, aber der Konkurrenz unterlegen war. Die nun verbesserte Hardware beschreibt Google mit dem Begriff Silent Seal 2.0. Im Vergleich zu den Bose QC Ultra etwa, dem Spitzenmodell des für gutes ANC bekannten Herstellers, ist die Google-Umsetzung auf nahezu gleichem Level.
Der Transparenzmodus gefällt ebenso, ist inzwischen so gut, dass wir mitunter fast vergessen, dass wir Kopfhörer tragen. Umgebungsgeräusche werden nicht unnatürlich laut durchgereicht, dieser verstärkende Effekt durch die Mikrofone war noch ein kleines Problem des Vorgängers. Auch die automatische Unterhaltungserkennung, die bei Erkennung von Geräuschen den Transparenzmodus aktiviert und Musik pausiert, ist wieder an Bord. Das klappt gut, Fehlerkennungen haben wir kaum – etwa wenn jemand im Hintergrund laut spricht.
Ausstattung
Bei den Pixel Buds Pro 2 kommen wieder große 11-mm-Treiber zum Einsatz. Neu ist der Tensor-A1-Prozessor, der eine besonders schnelle Verarbeitungsgeschwindigkeit erlaubt. So werden die Signale für die Geräuschunterdrückung schneller umgesetzt. Auch Google verwendet zusätzlich beim Mikrofon einen Knochenschallsensor für bessere Verständlichkeit. Im Test können wir hier keine Probleme feststellen. Im Case findet sich nun außerdem ein Lautsprecher, dank welchem sich auch das Case per Klingelton finden lässt – und nicht bloß die Kopfhörer. Diese mussten bisher außerhalb des Cases liegen, damit man sie anfunken konnte. Wir haben unsere Pixel Buds Pro der ersten Generation so schon über Monate gesucht, eine echte Verbesserung also.
Der Bluetooth-Standard ist jetzt auf Version 5.4, statt nur AAC gibt es nun auch LC3/LE-Audio. Multipoint ist wieder mit von der Partie und erlaubt das Verbinden mit zwei Geräten gleichzeitig.
Bedienung & App
Bedient werden die Kopfhörer zumeist direkt über die Oberfläche des Smartphones oder die berührungsempfindlichen Seitenflächen der Earbuds. Auf beiden Wegen kann man die ANC-Modi umstellen, Pause/Wiedergabe auslösen und selbstredend die Lautstärke anpassen. Die Erkennung erfolgt tadellos, an die Wisch- und Druckgesten gewöhnt man sich schnell.
Zur Einrichtung und Steuerung benötigt man bei aktuellen Android-Smartphones meist keine zusätzliche App, da die Bedienoberfläche direkt in Android integriert ist. Sollte das nicht der Fall sein, bietet Google die Pixel-Buds-App auch im Play Store zum Download an. Die erste Kopplung erfolgt dank Pop-up-Fenster via Google Fast Pair. Alle notwendigen Einstellungen kann man hier direkt festlegen, alles wird einfach erklärt. Unter iOS kann man sie zwar verbinden, es gibt aber keine App – wodurch sich die Einstellungen, wie Bedienung der Touchflächen oder der Equalizer nicht verändern lassen.
Im Test hatte die Einrichtung und Nutzung zunächst massive Probleme bereitet, die Kopfhörer haben sich nicht richtig mit unserem Google Pixel 8 Pro verbunden. Auf dieses hatten wir im Frühsommer die Android-15-Beta installiert, waren aber längst zur stabilen Version gewechselt. So waren in der Buds-App wichtige Optionen ausgegraut und wir konnten nicht mehr manuell die Verbindung trennen, ohne die Kopfhörer ins Case zurück zu packen. Mit einem anderen Pixel 8 Pro, das nicht zuvor in der Beta war, gab es keine Probleme. Das Android-Quartals-Update im Dezember hat die Probleme aber behoben – gut so!
In der App hat sich wenig getan im Vergleich zum letzten Stand beim Vorgänger, für den Google seit dessen Release fleißig Funktionen nachgeliefert hat. Entsprechend ist das Potpourri an Features inzwischen bei Generation zwei bereits ab Werk riesig. Neben den bereits zuvor angesprochenen Funktionen gibt es einen Equalizer, Anpassungsmöglichkeiten für die Touchbedienung sowie die Einstellungen für Gemini. Richtig gelesen, denn der Google Assistant hat ausgedient und wurde durch Gemini ersetzt. Stattdessen ist nun Googles KI für das Vorlesen von Benachrichtigungen zuständig.
Hinzugekommen ist auch die volle Einbindung der Buds in die Find-my-Device-App von Google im Rahmen des Community-Netzwerks. So kann man mithilfe anderer Android-Nutzer nun die verlorenen Kopfhörer orten. Die Smartphones tauschen dabei mit den Buds anonyme Verbindungsschlüssel aus, wodurch sie ihren aktuellen Standort weitergeben können – ganz ohne eigene Internetverbindung.
Akku
Die Akkulaufzeit hat Google nach oben geschraubt, so erreichen die Kopfhörer mit aktiviertem ANC jetzt bis zu acht Stunden statt zuvor sechs Stunden – und das trotz kleinerem Gehäuse. In Verbindung mit dem Case steigt die Akkulaufzeit auf etwa 30 Stunden, wir müssen so bei regelmäßiger Verwendung nur alle ein bis zwei Wochen aufladen. Ein Nachladen von fünf Minuten erlaubt den Weiterbetrieb für ganze eineinhalb Stunden.
Geladen werden die Pixel Buds Pro 2 über den USB-C-Port im Case oder per kabellosem Ladegerät mit Qi.
Preis
Die Pixel Buds Pro 2 kosten 203 Euro (Amazon). Das ist im Vergleich zur direkten Konkurrenz um Apple, Bose, Sony & Co. ein guter Preis. Nachdem es sich hier aber um die aktuell besten Kopfhörer für Android-Smartphones handelt, ist der Preis umso angemessener. Zudem ist der Preis inzwischen seit unserem Test am 17. Januar 2025 um knapp 40 Euro gefallen.
Fazit
Mit Pixel Buds Pro 2 ist Google zweifellos der große Wurf gelungen. Zwar sind die Verbesserungen der zweiten Generation eher kleine Details, doch sie alle schieben die Earbuds vor die Konkurrenz. Angefangen bei der kompakten Größe und der neuen Form der Kopfhörer, die das Tragen enorm angenehm macht. Dennoch ist die Akkulaufzeit auf acht Stunden (Buds) gestiegen. Die Verarbeitung ist weiterhin gewohnt hochwertig. Google hat außerdem das Problem behoben, dass die Kopfhörer mitunter rausgefallen sind.
Durch den neuen Tensor-A1-Chip hat die Qualität des ANC deutlich zugelegt und ist nun mindestens auf einer Ebene mit der Konkurrenz. Das Klangbild ist differenziert, angenehm und sehr räumlich. Ein Komfort-Feature ist die Verfügbarkeit eines Lautsprechers im Case, das so zum Suchen klingeln kann. Obendrein funken die Buds Pro 2 nun über das Google-Gerät-finden-Netzwerk, wodurch man sie mit der Hilfe von anderen Android-Nutzern suchen kann.
Insgesamt hat Google hier ein sehr rundes Gesamtpaket auf den Tisch gelegt und Probleme der ersten Generation abgearbeitet. Für uns sind die Pixel Buds Pro 2 die besten Kopfhörer im Android-Ökosystem. Sie kosten 203 Euro (Amazon).
Künstliche Intelligenz
US-Regierung versus Anthropic: Berufung gegen Sanktionsstopp
Weil die US-Regierung mit Anthropics Technologie nicht schalten und walten durfte, wie sie wollte, landete der KI-Entwickler Anthropic auf einer Sanktionsliste und liegt seitdem mit seinem Ex-Auftraggeber im Clinch – nach einem ersten Erfolg für das Unternehmen kontert jetzt die US-Regierung.
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Anthropic war von der Trump-Administration als „Supply Chain Risk“ (Lieferkettenrisiko) und damit als Gefahr für die nationale Sicherheit eingestuft worden, weil Regierung und US-Militär die Anthropic-KI für die Massenüberwachung der US-Bevölkerung und für vollautonome Kriegsführung nicht nutzen durften. Gegen die Einstufung als Risiko für die nationale Sicherheit wehrte sich Anthropic mit einer Klage gegen die US-Regierung, zunächst mit Erfolg: Ende März erließ eine US-Bezirksrichterin eine einstweilige Verfügung, welche die Anthropic-Einstufung der US-Regierung blockiert.
Richterin: Argumente der US-Regierung fragwürdig
Die Entscheidung am US-Bezirksgericht Nordkalifornien (Aktenzeichen 3:26-cv-01996-RFL) begründete Richterin Rita F. Lin damit, dass die von der Regierung angeführte Begründung für das Verbot – die nationale Sicherheit – fragwürdig sei. Aus ihrer Sicht solle der Schritt eher Anthropic bestrafen, weil das Unternehmen nicht bedingungslos dem Willen der US-Regierung folgen wolle. Allerdings gab sie der US-Regierung auch die Chance, ihrerseits rechtliche Mittel einzulegen, indem sie die Verfügung erst nach sieben Tagen in Kraft treten ließ.
Genau das tat die Regierung diese Woche und ging gegen Lins Verfügung in Berufung. Am Donnerstag reichte das US-Justizministerium ein Berufungsdokument bei Gericht ein, aus dem zunächst nichts Weiteres hervorgeht als der Berufungswunsch selbst.
Solidaritätswelle in der KI-Branche
Neben dem Reputationsschaden, den die Einstufung durch das Pentagon als nationales Risiko mit sich bringt, darf Anthropic zum Beispiel keine Unternehmen mehr beliefern, die selbst wiederum Auftragnehmer des US-Militärs sind. Und für Anthropic selbst sind Regierungsaufträge jeglicher Art natürlich tabu. Der Schritt der US-Regierung hatte für viel öffentliche Kritik und für Solidaritätsbekundungen gesorgt. Die Tech-Giganten stärkten Anthropic den Rücken und versicherten ihren Kunden die Fortführung der Zusammenarbeit.
Microsoft sowie einige Beschäftigte von Google und OpenAI wendeten sich mit Amicus-Schriftsätzen direkt an das zuständige Gericht. Amicus-Schriftsätze sind Stellungnahmen zu einem Rechtsstreit, die eine selbst nicht am Verfahren beteiligte Partei dabei einreichen kann. Lin zitierte in ihrer einstweiligen Verfügung auch aus diesen Schriftsätzen, welche weitgehend ihren Standpunkt teilen dürften.
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Als neuer Auftragnehmer der US-Regierung rückte prompt OpenAI nach, empörte Nutzer wechselten in Scharen zu Anthropics Claude-KI. OpenAIs eigener 200-Millionen-US-Dollar-Vertrag mit der US-Regierung dürfte finanziell aber weniger brisant sein als strategisch. Die staatliche Unterstützung allgemein – sowohl regulatorisch als auch als größerer Geldgeber, sollte OpenAI als Lieferant für Verteidigungszwecke mal so richtig in finanzielle Schieflage geraten – spielt hier wohl die Hauptrolle.
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