Connect with us

Künstliche Intelligenz

US-Regierung versus Anthropic: Berufung gegen Sanktionsstopp


Weil die US-Regierung mit Anthropics Technologie nicht schalten und walten durfte, wie sie wollte, landete der KI-Entwickler Anthropic auf einer Sanktionsliste und liegt seitdem mit seinem Ex-Auftraggeber im Clinch – nach einem ersten Erfolg für das Unternehmen kontert jetzt die US-Regierung.

Weiterlesen nach der Anzeige

Anthropic war von der Trump-Administration als „Supply Chain Risk“ (Lieferkettenrisiko) und damit als Gefahr für die nationale Sicherheit eingestuft worden, weil Regierung und US-Militär die Anthropic-KI für die Massenüberwachung der US-Bevölkerung und für vollautonome Kriegsführung nicht nutzen durften. Gegen die Einstufung als Risiko für die nationale Sicherheit wehrte sich Anthropic mit einer Klage gegen die US-Regierung, zunächst mit Erfolg: Ende März erließ eine US-Bezirksrichterin eine einstweilige Verfügung, welche die Anthropic-Einstufung der US-Regierung blockiert.

Die Entscheidung am US-Bezirksgericht Nordkalifornien (Aktenzeichen 3:26-cv-01996-RFL) begründete Richterin Rita F. Lin damit, dass die von der Regierung angeführte Begründung für das Verbot – die nationale Sicherheit – fragwürdig sei. Aus ihrer Sicht solle der Schritt eher Anthropic bestrafen, weil das Unternehmen nicht bedingungslos dem Willen der US-Regierung folgen wolle. Allerdings gab sie der US-Regierung auch die Chance, ihrerseits rechtliche Mittel einzulegen, indem sie die Verfügung erst nach sieben Tagen in Kraft treten ließ.

Genau das tat die Regierung diese Woche und ging gegen Lins Verfügung in Berufung. Am Donnerstag reichte das US-Justizministerium ein Berufungsdokument bei Gericht ein, aus dem zunächst nichts Weiteres hervorgeht als der Berufungswunsch selbst.

Neben dem Reputationsschaden, den die Einstufung durch das Pentagon als nationales Risiko mit sich bringt, darf Anthropic zum Beispiel keine Unternehmen mehr beliefern, die selbst wiederum Auftragnehmer des US-Militärs sind. Und für Anthropic selbst sind Regierungsaufträge jeglicher Art natürlich tabu. Der Schritt der US-Regierung hatte für viel öffentliche Kritik und für Solidaritätsbekundungen gesorgt. Die Tech-Giganten stärkten Anthropic den Rücken und versicherten ihren Kunden die Fortführung der Zusammenarbeit.

Microsoft sowie einige Beschäftigte von Google und OpenAI wendeten sich mit Amicus-Schriftsätzen direkt an das zuständige Gericht. Amicus-Schriftsätze sind Stellungnahmen zu einem Rechtsstreit, die eine selbst nicht am Verfahren beteiligte Partei dabei einreichen kann. Lin zitierte in ihrer einstweiligen Verfügung auch aus diesen Schriftsätzen, welche weitgehend ihren Standpunkt teilen dürften.

Weiterlesen nach der Anzeige

Als neuer Auftragnehmer der US-Regierung rückte prompt OpenAI nach, empörte Nutzer wechselten in Scharen zu Anthropics Claude-KI. OpenAIs eigener 200-Millionen-US-Dollar-Vertrag mit der US-Regierung dürfte finanziell aber weniger brisant sein als strategisch. Die staatliche Unterstützung allgemein – sowohl regulatorisch als auch als größerer Geldgeber, sollte OpenAI als Lieferant für Verteidigungszwecke mal so richtig in finanzielle Schieflage geraten – spielt hier wohl die Hauptrolle.

Lesen Sie auch


(nen)



Source link

Künstliche Intelligenz

Post zum Karfreitag: Zwischen Apple-Nostalgie und dezentralen KI-Systemen


Apple ist 50 – und gehört zu den wertvollsten Aktien-notierten Unternehmen der Welt. Ich erinnere mich allerdings noch gut an Zeiten, als der Konzern aus Cupertino kurz vor der Pleite stand. Unser Autor Christoph Dernbach hat zum runden Geburtstag die 15 größten Triumphe und 15 peinlichsten Fehltritte der Apple-Geschichte zusammengestellt. Die Liste ist ehrlich, manchmal schmerzhaft und absolut lesenswert. Denn Apple war eben nicht immer Apple.

Weiterlesen nach der Anzeige

Passend zu Apples Geburtstag hat mein Kollege Johannes Schuster das neue Einsteiger-iPhone getestet. Zwar muss man beim iPhone 17e zwar mit klassischer Notch, 60 Hertz und nur einer Rückkamera leben – bekommt dafür aber einen starken Chip und endlich mehr Speicher als beim Vorgänger.

Wer weder auf Apples geschlossenes Ökosystem noch Googles Datenhunger setzen möchte, hat beim Smartphone-Betriebssystem Alternativen, die nicht zwingend aus den USA kommen müssen. Wir haben uns VollaOS angeschaut – ein deutsches Android-Betriebssystem für alle, die Google lieber meiden möchten. Das Besondere: Man muss hier nichts selbst installieren, das Smartphone kommt mit dem System vorinstalliert. Ob das im Alltag überzeugt, lesen Sie im Test.

Apropos Alternativen zum Mainstream: Es muss längst nicht immer das Neueste vom Neuen sein. Wir haben unsere Leserinnen und Leser gefragt, warum sie partout nicht von uralter Software und Hardware lassen wollen. Die Antworten haben mich ehrlich begeistert: ThinkPads aus IBM-Zeiten, Amigas, NeXTStations – manchmal ist alt einfach das Richtige, weil es schlicht funktioniert. Wer kein „Wegschmeiß-Gen“ hat, ist hier in bester Gesellschaft. Passend dazu habe ich mein altes Medion-Netbook heraus gekramt. Wenn ich jetzt noch das Netzteil wiederfinde, kann ich möglicherweise anlässlich des Apple-Geburtstags noch einmal OS X 10.5 darauf starten. Ja, das war tatsächlich möglich – quasi ein mobiler Mini-Hackintosh.


Comodore CBM 2001 Series

Comodore CBM 2001 Series

Haben Sie auch noch irgendwo im Keller alte Hardware-Schätzchen stehen, von denen Sie sich nicht trennen können?

(Bild: Andreas Wodrich / heise medien)

Von der Nostalgie zurück in die KI-Gegenwart: In unserem Hintergrundartikel über dezentrale KI-Systeme geht es um Agenten, die nach dem Vorbild von Vogelschwärmen und Termitenhügeln funktionieren. Thomas Brandstetter erklärt, wie viele autonome Agenten gemeinsam Aufgaben lösen, an denen einzelne große Modelle scheitern würden. Faszinierend, aber auch etwas unheimlich.

Unheimlich ist auch, wie gut KI inzwischen Bilder manipulieren kann. Mein Kollege Wilhelm Drehling zeigt in unserem Hintergrundartikel, wie Sie mit OSINT-Methoden KI-gefälschte Bilder Schritt für Schritt entlarven. Ein praktischer Leitfaden, den ich in Zeiten von Deepfakes und Desinformation wirklich jedem empfehlen kann – nicht nur Profis.

Und zum Schluss noch etwas für die Entwicklerinnen und Entwickler unter Ihnen – oder für alle, die es werden wollen: Java vereinfacht sich. Unser Ratgeber erklärt, wie Java 25 mit dem neuen Feature JEP 512 den Einstieg in die Programmierung spürbar erleichtert. Kein Boilerplate mehr, keine kryptischen Schlüsselwörter gleich zu Beginn – das hätte ich mir damals gewünscht.

Weiterlesen nach der Anzeige

Ich wünsche Ihnen entspannte Feiertage,

Ihr
Volker Zota
(Chefredakteur heise medien)


(vza)



Source link

Weiterlesen

Künstliche Intelligenz

Raumfahrt aus Jena: Präzisionssensoren leiten Artemis zum Mond


Sternensensoren aus Jena spielen bei der Artemis-Mission zum Mond, die von Cape Canaveral in den USA gestartet ist, eine wichtige Rolle. Sie sorgen für die exakte Ausrichtung und Navigation des Raumschiffs, in dem erstmals seit einem halben Jahrhundert wieder Menschen auf dem Weg zum Mond sind, wie die auf Weltraumtechnik spezialisierte Jena-Optronik GmbH mitteilte. Sie würden das Raumschiff auf seinem Weg in die Mondumlaufbahn leiten.

Weiterlesen nach der Anzeige

Das Unternehmen hat eine lange Tradition bei der Produktion von Systemen zur Lageregulierung von Satelliten, aber auch Raumschiffen. Diese geht bis in die DDR-Zeit zurück. Sternen- sowie Rendezvous- und Dockingsensoren aus Jena waren bereits bei einer Vielzahl von Weltraummissionen dabei.

Mit dem Start der Artemis-II-Mission der NASA in der Nacht zu Donnerstag beginne ein neues Kapitel der bemannten Raumfahrt – und Thüringen sei mittendrin, erklärte die Staatskanzlei in Erfurt. Der Sternensensor aus Jena sei gewissermaßen der „Kompass der Mission“.

Rund 24 Stunden nach ihrem Start verließen die Astronauten der „Artemis 2“-Mission mit einem speziellen Manöver die Erdumlaufbahn, berichtete die Nasa. Es habe einwandfrei funktioniert. Der Flugverlauf von „Artemis 2“ gleicht einer Acht um Erde und Mond. Die vier Astronauten sollen insgesamt mehr als 2,3 Millionen Kilometer zurücklegen. Der Start der Mission war zuvor wegen technischer Probleme mehrfach verschoben worden.

Ministerpräsident Mario Voigt hatte den Start des Raumschiffs mit vier Astronauten live bei der Jena-Optronik GmbH auf den Bildschirmen miterlebt, so die Staatskanzlei. Dass die erste bemannte Mondmission seit mehr als 50 Jahren mit Technik aus Thüringen gestartet sei, sei „ein starkes Signal für die Innovationskraft im Grünen Herzen Deutschlands“, erklärte der CDU-Politiker.

Weiterlesen nach der Anzeige

„Jena steht seit Jahrzehnten für Optik, Präzision und Innovation und trägt in vielen Zukunftsbereichen ganz konkret dazu bei, die Grenzen des menschlichen Wissens zu erweitern“, so der Regierungschef. Er wünsche den Astronauten eine sichere Reise.

Die Artemis-2-Mission der Nasa, die etwa zehn Tage dauern soll, ist die erste bemannte Mondmission seit Apollo 17 im Jahr 1972. Sie dient dazu, Navigation, Kommunikation und Lebenserhaltung unter realen Bedingungen zu testen.

Die Sternensensoren von Jena-Optronik, die Optik mit Bildverarbeitung kombinieren und Sterne zur Orientierung nutzen, gehören zu den grundlegenden optischen Navigationssystemen in der Raumfahrt. Bei der Mondmission sei Genauigkeit eine wichtige Größe, erklärte das Unternehmen: „Bereits kleine Fehler können aufgrund der großen Distanz zwischen unserem Planeten und seinem Trabanten zu erheblichen Kursabweichungen bei der Raumkapsel führen.“

Besonders hohe Anforderungen auch an die Software würden bei einer bemannten Mission gestellt. „In unserem Projektteam wird besonderes Augenmerk auf diese Aspekte gelegt und wir sind stolz, an solchen wegweisenden Missionen beteiligt zu sein“, erklärte Andreas Deter, Projektleiter Sternsensoren bei Jena-Optronik.

Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben bisher mehr als 450 Lageregelungssensoren verkauft, die weltweit in nationalen und internationalen Projekten eingesetzt werden, beispielsweise beim Copernicus-Programm oder dem Kommunikationssatelliten Alphasat.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

Mit Ihrer Zustimmung wird hier ein externer Inhalt geladen.


(mho)



Source link

Weiterlesen

Künstliche Intelligenz

Top 10: Der beste In-Ear-Kopfhörer im Test – Noise Cancelling schon ab 89 Euro


Innovationssieger

Google Pixel Buds Pro 2

Google Pixel Buds Pro 2 im Test: Die besten In-Ear-Kopfhörer für Android

Die Google Pixel Buds Pro 2 sind die aktuell besten In-Ear-Kopfhörer für Android-Smartphones. Wir zeigen im Test, warum.

VORTEILE

  • hervorragender Klang & gutes ANC
  • unkomplizierte Einrichtung & App
  • sehr kompakt & angenehm zu tragen
  • lange Akkulaufzeit
  • Lautsprecher im Case

Die Google Pixel Buds Pro 2 sind die aktuell besten In-Ear-Kopfhörer für Android-Smartphones. Wir zeigen im Test, warum.

Die Google Pixel Buds Pro 2 sind entgegen der Benennung bereits Googles dritter Aufschlag im Segment der Premium-ANC-In-Ears. Im Vergleich zum direkten Vorgänger sind sie deutlich geschrumpft und bieten eine Reihe neuer Extras – Google hat an nahezu jeder Schraube geschraubt. Das Wichtigste: Der Sound ist auf Top-Niveau, genauso die Akkulaufzeit mit bis zu 30 Stunden. Wir haben die Kopfhörer nun seit mehreren Monaten im Einsatz und ganz genau unter die Lupe genommen.

Design & Tragekomfort

Die Pixel Buds Pro 2 kommen in einem für Google typischen, organischen Design. Es gibt wieder vier verschiedene Farben, die mehr oder weniger auffällig sind: Porcelain (creme-weiß), Hazel (anthrazit), Wintergreen (grün) und Peony (rot). Auf den ersten Blick erscheint der Unterschied zu den Böhnchen-förmigen Vorgängern gering, doch bei genauerem Hinsehen sind die Buds Pro 2 etwas kleiner und stehen weniger aus dem Ohr. Für die Form hat Google die Anatomie vieler Ohren analysiert und laut eigener Aussage über 45 Millionen Datenpunkte aufgezeichnet. So soll der Kopfhörer in möglichst viele Ohren passen, egal ob klein oder groß. Und ja, sie sitzen richtig bequem – wir könnten sie glatt vergessen. Sogar im Bett können wir sie im Ohr lassen und uns darauf legen, ohne dass das weh tut.

Google hat zudem auf die Nutzer (und Tester) gehört und den Halt der Kopfhörer mithilfe eines kleinen Gummiflügelchens verbessert, das sich im Ohr gewissermaßen festkeilt. Etwas, das Google auch schon einmal bei den Pixel Buds A-Series, also den Budget-Kopfhörern für unter 100 Euro, umgesetzt hatte. Dort empfanden wir die Flügel allerdings als unangenehm drückend, zumindest bei unserer Ohr-Anatomie. Die Pixel Buds Pro 2 setzen hier auf dezentere, aber genauso wirksame Silikon-Flügel. Sind die Vorgänger uns teils fast (oder tatsächlich) aus den Ohren gefallen, insbesondere beim Laufen, gilt das für die neuen Buds Pro nicht. Im Gegenteil: So gut saßen bei uns noch keine Kopfhörer, die so klein sind. In Zahlen ausgedrückt hat Google die Ohrhörer um 27 Prozent verkleinert und deren Gewicht um 24 Prozent reduziert. Beide Kopfhörer wiegen 4,7 g, das Case mit den Kopfhörern 65 g. Dennoch haben sich Klang und ANC verbessert, doch mehr dazu später.

Die Ohraufsätze aus Silikon lassen sich wie beim Vorgänger austauschen, sodass man auch eine andere der beiliegenden Größen XS, S, L oder XL wählen kann. Standardmäßig ist die Größe M auf den Buds.

Das weiße, matte Case hat Google weitgehend unbearbeitet vom Vorgänger übernommen. Warum auch nicht? Schließlich ist es nach wie vor einfach, kompakt und gut. Durch die abgerundete Eier-Form wirkt es kompakt und zeitlos schick. Neu hinzugekommen ist nur eine Aussparung für einen Lautsprecher. Das Innere des Cases hat Google der neuen Form angepasst, die Buds präsentieren sich nun nach dem Öffnen erhöht, sodass man sie besser herausnehmen kann. Die Verarbeitung von Buds und Case ist hochwertig, der Klappmechanismus des Deckels fühlt sich wertig an. Im Laufe einiger Wochen hat sich lediglich das matte Gehäuse des Cases abgenutzt, das inzwischen eher glatt als matt-stumpf anmutet. Das passierte uns auch bei der ersten Generation. Schlimm ist das nicht, denn das Material nutzt sich gleichmäßig ab und die Veränderung fällt optisch nicht auf. Daher betrachten wir das nicht als Manko, sondern nur als interessante Auffälligkeit. Hier ist sicherlich auch die Farbwahl hilfreich, die solche Dinge gut kaschiert.

Während das Ladecase nach IPX4 vor Spritzwasser geschützt ist, setzt Google beim Case auf IP54 für Spritzwasser- und Schweiß-Beständigkeit.

Klang & ANC

Neben einem guten Sitz im Ohr können die Pixel Buds Pro 2 auch in einer weiteren für Kopfhörer wichtigen Kategorie Maßstäbe setzen: bei Klang und ANC. Konnten hier die Vorgänger schon punkten, hat Google den Sound verfeinert und bietet etwa für Instrumente einen deutlich differenzierteren Klang. Wir mochten zwar auch den wärmeren, bassigen Sound der ersten Generation, der räumliche und offene Klang der Nachfolger klingt aber erwachsener.

Ob Rap mit kräftigen Kick-Drums, Orchester-Instrumente oder rockige Gitarren – die Pixel Buds Pro 2 lassen alle Genres glänzen. Auch Sprache in Videos oder Podcasts kommt gut zur Geltung, die Latenz zwischen Sprache und Bild hat Google im Vergleich verbessert.

Angenehm ist auch die breite, räumliche Wiedergabe. Musik klingt so, als würde die Band direkt vor einem spielen. Dazu trägt das Feature Spatial-Audio bei. Es sorgt dafür, dass Ton nicht nur von links oder rechts, sondern auch von vorn, hinten oder oben kommen kann. Zusätzlich gibt es eine optionale Kopfbewegungs-Erkennung, wodurch man sich im Audio gewissermaßen umsehen kann. Das halten wir aber eher für eine Spielerei, einen wirklich sinnvollen Mehrwert bietet es kaum.

Das ANC haben wir ebenfalls in unterschiedlichsten Umgebungen ausprobiert, von der Fahrt im Zug bis zum Einsatz neben dem laufenden 3D-Drucker. Vorab: Für einen In-Ear-Kopfhörer, vor allem in dieser Größe, ist das ANC ausgezeichnet. Zwar hört man ohne laufende Musik ein minimales Rauschen und Gespräche oder Tastaturanschläge sind minimal zu hören, was für ANC allerdings typisch ist. Die Stärke der Technologie liegt in der Filterung von gleichmäßigen oder tieffrequenten Geräuschen. Das gelingt den Pixel Buds Pro 2 auch sehr gut – für einen In-Ear-Kopfhörer. Beim gleichmäßigen Rauschen der Lüfter unseres 3D-Druckers reduziert sich die Lautstärke zwar spürbar, zu hören ist das Staubsauger-artige Geräusch aber weiterhin. Für solche Situationen verwenden wir lieber unsere Over-Ear-Kopfhörer, die noch weniger durchlassen.

Schalten wir Musik an, werden Umgebungsgeräusche sehr gut ausgeblendet. In jedem Fall hat sich die ANC-Qualität abermals gebessert im Vergleich zum Vorgänger, der zwar gut, aber der Konkurrenz unterlegen war. Die nun verbesserte Hardware beschreibt Google mit dem Begriff Silent Seal 2.0. Im Vergleich zu den Bose QC Ultra etwa, dem Spitzenmodell des für gutes ANC bekannten Herstellers, ist die Google-Umsetzung auf nahezu gleichem Level.

Der Transparenzmodus gefällt ebenso, ist inzwischen so gut, dass wir mitunter fast vergessen, dass wir Kopfhörer tragen. Umgebungsgeräusche werden nicht unnatürlich laut durchgereicht, dieser verstärkende Effekt durch die Mikrofone war noch ein kleines Problem des Vorgängers. Auch die automatische Unterhaltungserkennung, die bei Erkennung von Geräuschen den Transparenzmodus aktiviert und Musik pausiert, ist wieder an Bord. Das klappt gut, Fehlerkennungen haben wir kaum – etwa wenn jemand im Hintergrund laut spricht.

Ausstattung

Bei den Pixel Buds Pro 2 kommen wieder große 11-mm-Treiber zum Einsatz. Neu ist der Tensor-A1-Prozessor, der eine besonders schnelle Verarbeitungsgeschwindigkeit erlaubt. So werden die Signale für die Geräuschunterdrückung schneller umgesetzt. Auch Google verwendet zusätzlich beim Mikrofon einen Knochenschallsensor für bessere Verständlichkeit. Im Test können wir hier keine Probleme feststellen. Im Case findet sich nun außerdem ein Lautsprecher, dank welchem sich auch das Case per Klingelton finden lässt – und nicht bloß die Kopfhörer. Diese mussten bisher außerhalb des Cases liegen, damit man sie anfunken konnte. Wir haben unsere Pixel Buds Pro der ersten Generation so schon über Monate gesucht, eine echte Verbesserung also.

Der Bluetooth-Standard ist jetzt auf Version 5.4, statt nur AAC gibt es nun auch LC3/LE-Audio. Multipoint ist wieder mit von der Partie und erlaubt das Verbinden mit zwei Geräten gleichzeitig.

Bedienung & App

Bedient werden die Kopfhörer zumeist direkt über die Oberfläche des Smartphones oder die berührungsempfindlichen Seitenflächen der Earbuds. Auf beiden Wegen kann man die ANC-Modi umstellen, Pause/Wiedergabe auslösen und selbstredend die Lautstärke anpassen. Die Erkennung erfolgt tadellos, an die Wisch- und Druckgesten gewöhnt man sich schnell.

Zur Einrichtung und Steuerung benötigt man bei aktuellen Android-Smartphones meist keine zusätzliche App, da die Bedienoberfläche direkt in Android integriert ist. Sollte das nicht der Fall sein, bietet Google die Pixel-Buds-App auch im Play Store zum Download an. Die erste Kopplung erfolgt dank Pop-up-Fenster via Google Fast Pair. Alle notwendigen Einstellungen kann man hier direkt festlegen, alles wird einfach erklärt. Unter iOS kann man sie zwar verbinden, es gibt aber keine App – wodurch sich die Einstellungen, wie Bedienung der Touchflächen oder der Equalizer nicht verändern lassen.

Im Test hatte die Einrichtung und Nutzung zunächst massive Probleme bereitet, die Kopfhörer haben sich nicht richtig mit unserem Google Pixel 8 Pro verbunden. Auf dieses hatten wir im Frühsommer die Android-15-Beta installiert, waren aber längst zur stabilen Version gewechselt. So waren in der Buds-App wichtige Optionen ausgegraut und wir konnten nicht mehr manuell die Verbindung trennen, ohne die Kopfhörer ins Case zurück zu packen. Mit einem anderen Pixel 8 Pro, das nicht zuvor in der Beta war, gab es keine Probleme. Das Android-Quartals-Update im Dezember hat die Probleme aber behoben – gut so!

In der App hat sich wenig getan im Vergleich zum letzten Stand beim Vorgänger, für den Google seit dessen Release fleißig Funktionen nachgeliefert hat. Entsprechend ist das Potpourri an Features inzwischen bei Generation zwei bereits ab Werk riesig. Neben den bereits zuvor angesprochenen Funktionen gibt es einen Equalizer, Anpassungsmöglichkeiten für die Touchbedienung sowie die Einstellungen für Gemini. Richtig gelesen, denn der Google Assistant hat ausgedient und wurde durch Gemini ersetzt. Stattdessen ist nun Googles KI für das Vorlesen von Benachrichtigungen zuständig.

Hinzugekommen ist auch die volle Einbindung der Buds in die Find-my-Device-App von Google im Rahmen des Community-Netzwerks. So kann man mithilfe anderer Android-Nutzer nun die verlorenen Kopfhörer orten. Die Smartphones tauschen dabei mit den Buds anonyme Verbindungsschlüssel aus, wodurch sie ihren aktuellen Standort weitergeben können – ganz ohne eigene Internetverbindung.

Akku

Die Akkulaufzeit hat Google nach oben geschraubt, so erreichen die Kopfhörer mit aktiviertem ANC jetzt bis zu acht Stunden statt zuvor sechs Stunden – und das trotz kleinerem Gehäuse. In Verbindung mit dem Case steigt die Akkulaufzeit auf etwa 30 Stunden, wir müssen so bei regelmäßiger Verwendung nur alle ein bis zwei Wochen aufladen. Ein Nachladen von fünf Minuten erlaubt den Weiterbetrieb für ganze eineinhalb Stunden.

Geladen werden die Pixel Buds Pro 2 über den USB-C-Port im Case oder per kabellosem Ladegerät mit Qi.

Preis

Die Pixel Buds Pro 2 kosten 203 Euro (Amazon). Das ist im Vergleich zur direkten Konkurrenz um Apple, Bose, Sony & Co. ein guter Preis. Nachdem es sich hier aber um die aktuell besten Kopfhörer für Android-Smartphones handelt, ist der Preis umso angemessener. Zudem ist der Preis inzwischen seit unserem Test am 17. Januar 2025 um knapp 40 Euro gefallen.

Fazit

Mit Pixel Buds Pro 2 ist Google zweifellos der große Wurf gelungen. Zwar sind die Verbesserungen der zweiten Generation eher kleine Details, doch sie alle schieben die Earbuds vor die Konkurrenz. Angefangen bei der kompakten Größe und der neuen Form der Kopfhörer, die das Tragen enorm angenehm macht. Dennoch ist die Akkulaufzeit auf acht Stunden (Buds) gestiegen. Die Verarbeitung ist weiterhin gewohnt hochwertig. Google hat außerdem das Problem behoben, dass die Kopfhörer mitunter rausgefallen sind.

Durch den neuen Tensor-A1-Chip hat die Qualität des ANC deutlich zugelegt und ist nun mindestens auf einer Ebene mit der Konkurrenz. Das Klangbild ist differenziert, angenehm und sehr räumlich. Ein Komfort-Feature ist die Verfügbarkeit eines Lautsprechers im Case, das so zum Suchen klingeln kann. Obendrein funken die Buds Pro 2 nun über das Google-Gerät-finden-Netzwerk, wodurch man sie mit der Hilfe von anderen Android-Nutzern suchen kann.

Insgesamt hat Google hier ein sehr rundes Gesamtpaket auf den Tisch gelegt und Probleme der ersten Generation abgearbeitet. Für uns sind die Pixel Buds Pro 2 die besten Kopfhörer im Android-Ökosystem. Sie kosten 203 Euro (Amazon).



Source link

Weiterlesen

Beliebt