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„Fake-CPUs“: Nicht nur bei Chuwi? Weitere Hinweise dringend gesucht!
Hat Chuwi aus einem Ryzen 5 5500U in CoreBook X und CoreBook Plus einen Ryzen 5 7430U gemacht, oder wurde der Mini-PC- und Notebook-Hersteller selbst Opfer eines Betrugs? Ein neuer Fall nährt den Verdacht, dass Chuwi selbst betrogen wurde, denn im Ninkear A15 Pro soll ebenfalls ein Ryzen 5 5500U als Ryzen 5 7430U stecken.
Ein zweiter OEM ist betroffen
Das berichtet ein Nutzer von Golem.de, dessen Ryzen 5 7430U sich im Ninkear A15 Pro wie der Ryzen 5 7430U in CoreBook X und CoreBook Plus ebenfalls zwar mit dem falschen Namen, aber den Eckdaten (Takt, L3-Cache und Codename) des Ryzen 5 5500U schmücken soll; wobei der Nutzer von „ebenfalls nur 2 × 8 MB L3-Cache“ schreibt, das wäre aber in der Tat eher ein Hinweis auf den Ryzen 5 7430U; ein Tippfehler? Ein weiterer Nutzer will den Betrug im gleichen System hingegen bestätigen können. Einen Screenshot aus CPU-Z liefern beide nicht.
ComputerBase liegt kein Ninkear A15 Pro vor, wohl aber Notebookcheck. Das Testmuster aus Sommer 2025 weist allerdings wirklich einen Ryzen 5 7430U auf. Hinter dem Vorwurf, auch das Ninkear A15 Pro sei betroffen, muss derzeit also noch ein Fragezeichen stehen.
Chuwi CoreBook Plus und Ninkear A15 Pro mit gleichem PCB
Allerdings ist Notebookcheck aufgefallen, dass das Ninkear A15 Pro mit Ryzen 5 7430U das gleiche Mainboard wie das CoreBook Plus mit „Ryzen 5 7430U“ nutzt – das PCB, wahrscheinlich inklusive Bestückung also von Ninkear und Chuwi nur zugekauft wurde. Der eigentlicher Hersteller ist Emdoor Digital (Shenzhen Emdoor Information Technology). Auch das PCB des CoreBook X stammt von diesem ODM.
Bedeutet das jetzt, dass nicht Chuwi, sondern der Zulieferer den Betrug begangen hat? Möglich ist das, aber nicht gesichert – und nachdem Chuwi bereits als der Schuldige ausgemacht schien, scheint Zurückhaltung bei Schuldzuweisungen mehr denn je angebracht. Zumal der Fall Ninkear A15 Pro noch nicht gesichert zu sein scheint.
Eventuell können weitere Hinweise aus der Community helfen mehr Licht ins Dunkel zu bringen. Wer besitzt ein System (vorzugsweise Notebook) mit vermeintlichem AMD Ryzen 5 7430U, der sich in CPU-Z allerdings als „Lucienne“ mit nur 2 × 4 MB L3-Cache zu erkennen gibt? Verdachtsfälle sollen mit einem Screenshot aus CPU-Z belegt werden.
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Dell XPS 14 (DA14260) mit Intel Panther Lake im Test
Nach einem Jahr unter der gehaltlosen Bezeichnung „Dell Premium“ ist das XPS jetzt wieder zurück. Und das nicht nur bezogen auf den Namen, sondern auch mit alten Tugenden in Bereichen wie Akkulaufzeit, Tastatur, Touchpad und teils auch den Anschlüssen. Das neue Dell XPS 14 ist wieder so gut, wie seit vielen Jahren nicht mehr.
Im Dezember letzten Jahres musste sich Dell im Rahmen einer Vorveranstaltung der CES selbst und gegenüber der Presse eingestehen, dass es ein Fehler war, den Namen XPS aufzugeben und stattdessen im gesamten Portfolio auf generische Bezeichnungen wie im konkreten Fall „Dell Premium“ zu setzen. „Ihr hattet Recht“, ließ Jeff Clarke, Dell COO, auf der Bühne verlauten und kündigte im nächsten Atemzug die Rückkehr des XPS an.
Das XPS ist zurück – mit Intel als Partner
Das XPS ist aber nicht nur bezogen auf den Namen zurück, es handelt sich um eine vollständig neu entwickelte Notebook-Generation mit neuem Chassis und neuer Plattform auf Basis von Intel Panther Lake. Dell bleibt mit der Serie – zumindest aktuell – treuer Intel-Partner. Zur Auswahl stehen im neuen XPS 14 und XPS 16 Prozessoren vom Core Ultra 5 325 bis zum Core Ultra X9 388H, wobei im XPS-14-Testgerät der Core Ultra X7 358H verbaut war.
Die Speicherkrise macht alle Notebooks teuer
Dells neue Notebooks sind teuer, anders lässt sich das nicht sagen. Einfluss darauf hat dieser Tage aber nicht einmal unbedingt Dell mit den eigenen Premium-Ansprüchen, sondern die Speicherkrise, die mit exorbitanten Preisen für RAM und SSDs bei allen PC-Herstellern durchschlägt. Dell hatte zur Ankündigung im Januar nicht einmal Preise kommuniziert, diese stehen erst dieser Tage mit der Markteinführung fest.
Das neue XPS 14 startet für 1.849 Euro
Das neue XPS 14 mit der Modellnummer DA14260 ist in Deutschland nicht für weniger als 1.849 Euro zu bekommen. Das größere XPS 16 mit der Bezeichnung DA16260 startet für 1.949 Euro. Zur Auswahl stehen jeweils drei vorkonfigurierte Modelle, die der nachfolgenden Tabelle entnommen werden können, wobei der Core Ultra 7 355 dabei nicht angeboten wird und der Core Ultra X9 388H gänzlich in der Auswahl fehlt.
Testgerät mit OLED-Display für 2.599 Euro
Die Preisempfehlung des individuell konfigurierten Samples mit Core Ultra X7 358H, 32 GB RAM, 1-TB-SSD und 2,8K-OLED-Display liegt bei 2.599 Euro. Das XPS 14 lässt sich maximal mit 64 GB RAM und 4-TB-SSD für 3.849 Euro (mit Windows 11 Home) bestücken. Beim XPS 16 kostet die gleiche Top-Konfiguration 4.099 Euro.
Im Direktvergleich ist Apple günstiger
Das ist MacBook-Pro-Territorium, denn das kostet in 14 Zoll, mit M5 Pro, 24 GB RAM und 1-TB-SSD mit 2.499 Euro sogar weniger. Erst in 16 Zoll übertrifft Apple Dell beim Preis.
Technische Daten des neuen Dell XPS 14 und XPS 16
Die Keilform hat ausgedient
Vorbei ist mit der aktuellen XPS-Generation die Zeit des „Faux Wedge“-Designs, also der vorgegaukelten Keilform, die aber eigentlich gar keine war. Das neue Chassis fräst Dell aus Aluminium und versieht es mit rundherum gerade verlaufenden Seiten, die ein wenig an das Design eines MacBook Air erinnern, aber doch noch eigenständig genug ausfallen. Die Notebooks sind auch leichter als zuvor, wobei der subjektive Eindruck genau das Gegenteil suggeriert. Das in „Graphite“ geliehene XPS 14 wirkt massiv, solide gebaut und verwindungssteif, tatsächlich wiegt es mit 1,36 kg (OLED-Modell) jedoch weniger als der direkte Vorgänger, aber etwas mehr als ein MacBook Air 13″ (1,23 kg).
Mehr Anschlüsse – und das auf beiden Seiten
Die ganz alten XPS-Zeiten sind mit dem neuen Gehäusedesign nicht zurück, sprich es gibt nicht plötzlich wieder USB-A oder einen vollwertigen Cardreader. Verbaut sind aber dreimal Thunderbolt 4 und einmal 3,5-mm-Klinke, demnach jeweils einmal mehr als beim vorherigen XPS 14 mit nur zweimal Thunderbolt. So bleiben in jedem Fall zwei Ports frei, wenn über den dritten geladen wird. Und Dell hat sich erfreulicherweise auch für einen Split auf die linke (2) und rechte (1) Seite entschieden. Größere USB-Sticks oder Dongles blockieren so nicht die Anschlüsse.
Genau richtig abgestimmtes Scharnier
Das Aluminiumgehäuse wirkt mangels Aussparung an der Front zunächst verschlossen, für das Öffnen hat Dell aber einen kleinen Überstand an der Vorderseite gelassen, sodass sich der Deckel mit dem Fingernagel greifen lässt. Das Scharnier hat genau den richtigen Widerstand, sodass es leicht genug ist, um nicht das Notebook beim Öffnen anzuheben, und zugleich schwer genug ist, um für ein stabiles Display zu sorgen. Der Bildschirm lässt sich an beliebiger Stelle fixieren, der Deckel bis auf 130 Grad öffnen.
Weg mit dem schlechten Touch-Bar-Imitat
Geöffnet offenbart das XPS 14 die zwei nächsten großen Veränderungen, die überfällig waren: den Wegfall des schlechten Touch-Bar-Imitats und ein Touchpad, das man wieder sehen kann. Dell hatte sich für eine gewisse Zeit an Touch-Funktionstasten probiert, die schlichtweg grauenvoll waren. Jetzt sind endlich wieder klassische Fn-Tasten zurück, die in jedem Punkt besser sind – und sie schalten sich mit der Beleuchtung der Tastatur ab. Das Touchpad hat Dell mit zwei Linien aufgewertet, damit ersichtlich ist, wo das Touchpad anfängt und wo es aufhört – eine kleine Maßnahme, die für ein deutliches Upgrade sorgt. Dell verbaut zudem ein modernes kapazitives Touchpad mit haptischem Feedback, das sich über die gesamte Fläche klicken lässt und überall gleich gutes Klick-Feedback abgibt.
Die Tastatur selbst ist weiterhin spaltfrei („zero-lattice“) ausgeführt, den Hub konnte Dell aber geringfügig verlängern und die Tasten liefern jetzt ein etwas besseres Feedback als beim Vorgänger. An das Tippgefühl und den fehlenden Abstand zwischen den Tasten muss man sich aber weiterhin ein paar Tage gewöhnen. Wer von einem klassischen Layout mit minimal kleineren Tasten, aber sichtbarem Abstand zwischen des Tasten kommt, dürfte sich die ersten Tage das ein oder andere Mal vertippen.
Das OLED ist schick, das LCD vernünftiger
Für das XPS 14 stehen abermals zwei Bildschirme zur Auswahl: LCD mit WUXGA (1.920 × 1.200) in matter Ausführung ohne Touch oder OLED mit 2,8K (2.880 × 1.800) in glänzend mit Touch. Für die längsten Laufzeiten steht das matte LCD-Panel ohne Touch. Das beste Bild liefert das OLED-Panel mit Touch, das von Gorilla Glass Victus geschützt wird und das eine Antireflexionsschicht besitzt, aber nicht vollständig matt ausgeführt ist.
Der OLED-Vorteil liegt im Kontrast
Greift man zur OLED-Option, wie es Dell für das Testgerät gemacht hat, steht dieses Panel laut Hersteller für 2.880 × 1.800 Pixel, 400 nits, DisplayHDR True Black 500, 100 Prozent DCI-P3, VRR mit 20 bis 120 Hz und Dolby Vision. Die Helligkeitsangabe von Dell bestätigt das Muster mit einer Punktlandung bei 407 cd/m² für vollflächiges Weiß. Mit HDR-Inhalten lässt sich die Helligkeit auf bis zu 526 cd/m² (5-Prozent-Fenster) steigern, bei 25 Prozent sind es noch 510 cd/m² und bei 50 Prozent noch 480 cd/m². Bei 100 Prozent verpufft der Vorteil. Minimale Abweichungen der Helligkeit sorgen für eine Homogenität von 97 Prozent. Der Zugewinn im HDR-Modus fällt somit eher gering aus, der HDR-Effekt entsteht eher über das perfekte OLED-Schwarz und den dadurch sehr hohen Kontrast im Vergleich zu LCD.
Aus Sicht der Redaktion ist das OLED-Panel ein Augenschmaus, das LCD-Panel aber die sinnvollere Wahl für maximale Akkulaufzeiten. Dell gibt die längste Akkulaufzeit jemals in einem XPS nur für das LCD-Panel an: 27 Stunden Netflix-Streaming oder 40 Stunden lokale Videowiedergabe seien möglich, erklärte Dell zur Präsentation letzten Dezember. Das LCD-Panel bietet sowohl im XPS 14 als auch im XPS 16 die gleichen 1.920 × 1.200 Pixel (WUXGA), 500 nits, 100 Prozent sRGB, VRR mit 1 bis 120 Hz und Dolby Vision.
15 Stunden 4K-Streaming und 14 Stunden Office
Der anspruchsvolle Streaming-Test der Redaktion, der 4K30 bei 200 cd/m² in Dauerschleife ausführt, lieferte mit rund 15 Stunden ein kürzeres Ergebnis als Dells Angabe für das LCD-Panel, der zwischen MacBook Air und MacBook Pro angesiedelte Wert kann sich aber dennoch sehen lassen. Im Office-Test mit Word, Excel und PowerPoint kommt das XPS 14 auf 14 Stunden und landet damit bis zu eine Stunde vor den aktuellen Apple-Notebooks.
Dell verbaut im XPS 14 eine 70-Wh-Batterie, die sich über alle drei Thunderbolt-Anschlüsse laden lässt. Dafür liegt dem Notebook ein 100-Watt-Netzteil (20 V/5 A) bei, dessen Kabel sich auf 180 cm (USB-C) und 90 cm (Gerätestecker) verteilen, sodass inklusive der Länge des Netzteils rund 280 cm bis zur Steckdose überbrückt werden können. Dell hat sich beim USB-C-Kabel wieder für eine feste Verbindung am Netzteil entschieden, sodass man hier nicht selbst zu einem längeren Kabel wechseln kann.
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AMD Ryzen 9 Pro 9965X3D: Der erste „Pro“ mit gestapeltem L3-Cache im Benchmark

Ein X3D-Modell mit zusätzlichem L3-Cache gab es bei den AMD Ryzen Pro für Geschäftskunden bisher noch nicht. Der Ryzen 9 Pro 9965X3D holt das nach. Die 16-Kern-CPU zeigt sich in der Benchmark-Datenbank von PassMark.
Der AMD Ryzen 9 Pro 9965X3D verfügt demnach wie der Ryzen 9 9950X3D über 16 Kerne, erreicht allerdings rund 7 Prozent weniger Punkte im CPU Mark. Das dürfte an einem geringeren Takt liegen, doch die Frequenzen wurden nicht ausgelesen. Beim L3-Cache meldet die Software zwar lediglich 32 MB, doch dürften es aufgrund des Produktnamens mit dem Suffix „X3D“ viel mehr davon sein – 128 MB sind angesichts anderer Modelle denkbar.
Den Hinweis zum besagten Eintrag lieferte „X86 is dead&back“ auf X.
Nicht der erste Hinweis
Der Name Ryzen 9 Pro 9965X3D fällt nicht zum ersten Mal, denn bereits im Januar gab es einen Hinweis aus einer Import/Export-Datenbank. Dort wurde der Ryzen 9 Pro 9965X3D als 16-Kern-CPU mit 170 Watt TDP für den Sockel AM5 beschrieben.
AMD hat bis heute zwar keine Bestätigung für diesen Prozessor geliefert, doch lässt das Auftauchen in der Passmark-Datenbank ein baldiges Erscheinen vermuten.
Der erste Ryzen Pro mit X3D
Ohne großes Aufsehen hatte AMD die Ryzen Pro 9000 im September 2025 eingeführt. Ein Modell mit X3D-Cache war noch nicht dabei und der Ryzen 9 Pro 9945 bildete mit seinen 12 Kernen vorerst die Speerspitze der Serie. Inzwischen gibt es mit den Ryzen AI Pro 400 schon wieder Nachfolger.
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QNAP QAI-h1290FX: KI-Edge-Server mit CPU von 2019 und 128 GB für 22.000 Euro
Mit dem QAI-h1290FX hat QNAP einen neuen Edge-KI-Speicher-Server vorgestellt. Die Lösung kombiniert „Hochleistungs-Computing“, Storage und GPU-Beschleunigung in einem kompakten System und adressiert damit insbesondere Unternehmen, die KI-Workloads lokal und unabhängig von Cloud-Infrastrukturen betreiben wollen.
Im Zentrum des Systems steht die Idee, Rechenleistung und Datenspeicherung direkt am Netzwerkrand („Edge“) zu vereinen. Der QAI-h1290FX ist dabei mehr als ein klassisches NAS: Der Server fungiert als integrierte Plattform für KI-Inferenz, Virtualisierung und datenintensive Anwendungen.
Lokaler Betrieb und vorgefertigte Schnittstellen
Ein zentrales Merkmal des QAI-h1290FX ist die Ausrichtung auf den lokalen Betrieb einer KI. Unternehmen können Modelle und Daten vollständig vor Ort betreiben, ohne sensible Informationen in die Cloud auslagern zu müssen, wirbt QNAP. Das verbessert nicht nur die Datensouveränität, sondern hilft auch bei der Einhaltung regulatorischer Vorgaben (KI-VO lässt grüßen). Gleichzeitig reduziert sich die Abhängigkeit von externen Diensten und laufenden Cloud-Kosten.
Ein weiterer Fokus liegt auf der einfachen Bereitstellung von KI-Anwendungen. Über Container lassen sich gängige Tools und Modelle, etwa für LLM-Inferenz oder generative KI, schnell implementieren. Dadurch richtet sich das System nicht nur an klassische IT-Abteilungen, sondern auch an Entwicklerteams und Fachbereiche, die KI direkt in ihre Prozesse integrieren möchten.
Der QAI-h1290FX enthält eine von QNAP zusammengestellte Auswahl vorinstallierter KI-Tools wie AnythingLLM, OpenWebUI und Ollama, die eine schnelle Bereitstellung privater LLM-Workflows ermöglichen. Zusätzliche KI-Anwendungen wie Stable Diffusion, ComfyUI, n8n und vLLM werden laut QNAP ebenfalls (noch) integriert, um den Funktionsumfang zu erweitern.
Insgesamt zeigt QNAP mit dem neuen System, wie sich Storage und KI-Infrastruktur zunehmend verzahnen. Das QAI-h1290FX ist damit weniger ein klassischer Speicher-Server als vielmehr eine spezialisierte Plattform für datengetriebene Anwendungen.
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QNAP QAi-h1290FX Front (Bild: QNAP)
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Bekannte Hardware-Basis mit RTX-Pro-6000-Support
Technisch basiert das System auf einer Server-Architektur mit AMD-EPYC-7302P-Prozessor (32 Threads) und optional kann das QAI-h1290FX auch zwei dedizierte GPUs aufnehmen, Nvidias RTX PRO 6000 Blackwell Max-Q wird konkret als Bestückungsbeispiel genannt. Insgesamt sind vier PCIe-Steckplätze vorhanden, von denen aber nur zwei für Grafikkarten genutzt werden können, sofern es sich dabei um Dual-Slot-Modelle handelt. Standardmäßig wird das System mit 128 GB DDR4-Arbeitsspeicher ausgeliefert, lässt sich dank acht Slots aber bis auf 1 TB erweitern.
Auch auf der Storage-Seite ist das System auf Performance ausgelegt: Mit bis zu zwölf U.2-NVMe-SSD-Steckplätzen bietet der Server eine All-Flash-Architektur, die hohe IOPS und geringe Latenzen ermöglicht, allerdings begrenzt auf PCIe-Generation 4. Moderne Gen5-SSDs könnten ihre Vorteile nicht voll ausspielen. Ergänzt wird das System durch schnelle Netzwerkanschlüsse, darunter zwei 25-GbE-Ports (SFP) und zwei 2,5-GbE-Ports, mit optionaler Erweiterbarkeit bis hin zu 100 GbE.
Als Betriebssystem kommt QNAPs QuTS hero h5.2.9 mit ZFS-Dateisystem zum Einsatz. Dieses bietet Funktionen wie Snapshots, Datenkompression und Selbstheilung, wodurch insbesondere in kritischen Umgebungen eine hohe Datenintegrität gewährleistet werden kann.
Preis und Verfügbarkeit
Das QAI-h1290FX ist im QNAP-Webshop mit „Vorbestellung / 2-4 Wochen Lieferzeit“ deklariert. Die Variante mit 128 GB Arbeitsspeicher kostet 22.608,81 Euro, wohlgemerkt ohne dedizierte GPU und ohne eine SSD. Da die Blackwell-Max-Q-Karte alleine ab 9.594 Euro kostet, kann das System also schnell noch einmal deutlich teurer werden. Für den ernsthaften Einsatz einer lokalen KI kommt man um einen zusätzlichen KI-Beschleuniger allerdings ohnehin nicht herum, denn die CPU ist nämlich speziell für LLMs kein prädestinierter KI-Rechenknecht.
Wie immer bei Speichersystemen von QNAP und anderen Herstellern bezahlt der Kunde vor allem das Ökosystem, mit den vielen vorgefertigten Apps – auch für das Smartphone. Die reine Hardware rechtfertigt ansonsten keinen 5-stelligen Basis-Preis. Der AMD-Epyc-7302P stammt aus dem Jahr 2019 und basiert auf der Zen-2-Architektur, unterstützt wird von dieser nur DDR4-3200-RAM. 128 GB Speicher wären auch aktuell hier bereits für unter 1000 Euro zu haben. Die CPU kostet unter 450 Euro und ein SP3-Server-Mainboard schlägt ebenfalls „nur“ mit rund 700 Euro zu Buche. Ob die aktuell angesetzten 22.600 Euro langfristig Bestand haben, bleibt also abzuwarten.
Besonders prekär wird das Angebot, wenn man sich vergegenwärtigt, dass es das Modell „TS-h1290FX“ (ohne QAi-Präfix) schon seit 2022 gibt. Das TS-Modell teilt sich mit dem QAi-Modell die kompletten Hardware- und Software-Spezifikationen – mit zwei Ausnahmen: Das „neuere“ QAi-Modell hat acht Gigabyte internen Flash-Speicher statt derer fünf und unterstützt offiziell die RTX Pro 6000 Max-Q.
Der Einstandspreis des TS-h1290FX mit 128 GB Arbeitsspeicher lag seinerzeit bei rund 8.800 Euro, fiel zwischendurch auf 5.000 Euro, aktuell werden hingegen Preise ab 19.039 Euro) aufgerufen. Das QAi-Modell kostet aktuell also effektiv rund 3.600 Euro mehr, für drei Gigabyte mehr Flashspeicher und einer Reihe vorinstallierter KI-Apps.
Alternativen
Für den angedachten Einsatzzweck wäre gebrauchte Hardware oder ein selbst zusammengestelltes System die finanziell attraktivere Variante, sofern man sich auch um die Software-Seite selbst kümmern kann und will. Soll zumindest die Hardware nicht Marke Eigenbau sein, wird die Luft bei den großen Hersteller wie QNAP und Synology schnell dünn. Mit zumindest einem PCIe 4.0-16x-Port ist das TVS-h874X-i9-64G ausgestattet. Es kann bis maximal 128 GB RAM erweitert werden und trägt einen Core i9-12900. Da es bei einem KI-System vornehmlich auf die GPU ankommt und die CPU und der RAM keine größere Rolle spielen, könnte dieses System mit einem Preis ab 5.363 Euro eine etwas günstigere Basis darstellen, sodass mehr Geld für die GPU bleibt.
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