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Nvidias Vera CPU im Detail
Vera ist Nvidias neue Datacenter-CPU für den Einsatz mit Rubin-GPU (als Vera Rubin) oder als eigenständige Lösung im Rack mit bis zu 256 Prozessoren. Im Rahmen der GTC 2026 hat Nvidia weitere technische Details zu Vera verraten: Vera hat mehr Kerne, unterstützt SMT, bietet größere Caches und nutzt schnelleren Speicher.
Nvidia Vera folgt auf die aktuelle Grace-CPU, die von Nvidia unter anderem als Single-Socket-Umsetzung Grace CPU C1, im Doppelpack als Grace CPU Superchip, oder im Zusammenspiel mit Blackwell-GPUs als Grace Blackwell (Ultra) angeboten wird.
Vera kommt auch im CPU-only-Rack
Vera soll im Laufe des zweiten Halbjahres 2026 an den Start gehen. Vorgesehen sind erneut unterschiedliche Konfigurationen, etwa in Kombination mit Rubin-GPUs, oder aber als reines CPU-Rack, das sich in Nvidias Referenz-Lösung mit bis zu 256 Prozessoren bestücken lässt. Partner wie HPE gehen sogar noch weiter und verbauen bis zu 640 Vera-CPUs in einem Server-Schrank.
88 Olympus-Kerne mit SMT
Vera macht einiges anders als Grace, wie eine technische Session zur GTC verdeutlichte. Zunächst einmal bietet Vera schlichtweg mehr Kerne als Grace: 88 statt 72. Es handelt es sich zudem nicht mehr um Neoverse-V2-Kerne von Arm, sondern um ein Custom-Design namens Olympus, dem die Architektur Arm v9.2 zugrunde liegt, auf der auch Neoverse-V3-Kerne basieren. Vera sei vollständig Arm-kompatibel, erklärt Nvidia.
Es sind in Vera aber nicht nur 16 Kerne mehr verbaut, das Design bringt erstmals auch „Spatial Multi-Threading“ (SMT) ins Spiel, sodass 176 Threads verarbeitet werden können. Im Gegensatz zu anderen SMT-Verfahren wird aber nicht auf ein Time-Slicing gesetzt, sodass „A“ und „B“ im Wechsel ausgeführt werden, sondern Vera kann bei SMT tatsächlich zwei Threads parallel über die Pipelines des Kerns verteilen.
Single Thread Mode oder SMT Mode
Dabei lässt sich Vera in zwei Modi betreiben:
- Im Single Thread Mode gibt es maximal einen aktiven Thread pro Core. Dieser Thread kann auf alle Ressourcen des Cores zugreifen, zum Beispiel auf die sechs SVE2-Pipelines.
- Im SMT Mode können hingegen bis zu zwei Threads pro Core aktiv sein. Jeder Olympus-Kern wird gegenüber dem Betriebssystem als zwei virtuelle Kerne exponiert. Die Ressourcen des Cores werden in dieser Konfiguration physisch partitioniert und stehen beiden Threads in gleicher Anzahl zur Verfügung, also etwa drei SVE2-Pipelines pro Thread. Ist im SMT Mode allerdings nur ein Thread aktiv, kann dieser wieder auf alle Ressourcen zugreifen.
Olympus ist ein 10-wide Design mit FP8-Support
Der Olympus genannte Custom-Arm-Core von Nvidia ist ein „10-wide“ Decode-Design und ist damit deutlich breiter als Grace aufgebaut. Beim Decode werden die geladenen Maschinenbefehle in interne Steuer- und Mikrooperationen übersetzt, damit die Recheneinheiten verstehen, was konkret ausgeführt werden soll.
Nvidia hat zudem den L2-Cache verdoppelt, den L1D-Cache vergrößert, mehr Vector Pipelines integriert, FP8-Support hinzugefügt und das zuvor erläuterte SMT integriert. Die Vera-CPU ist die weltweit erste Arm-CPU, die FP8-Operationen unterstützt, also denselben Datentyp, wie ihn auch Nvidias GPUs unterstützen.
Arm MPAM hält Einzug
Das Design führt zudem Arm MPAM ein. MPAM ist eine Hardware-Erweiterung in modernen Arm-Prozessoren, die eine feingranulare Kontrolle über gemeinsam genutzte Ressourcen wie Cache und Speicherbandbreite ermöglicht. Sie erlaubt es, diese Ressourcen bestimmten Anwendungen, Prozessen oder virtuellen Maschinen gezielt zuzuweisen, zu begrenzen oder zu priorisieren.
Gleichzeitig kann MPAM überwachen, wie stark einzelne Workloads diese Ressourcen tatsächlich nutzen. Das ist besonders wichtig in Systemen mit vielen parallel laufenden Aufgaben (z. B. Cloud, Server oder AI), da so verhindert wird, dass einzelne Anwendungen den Speicher „überlasten“ und andere ausbremsen. Insgesamt verbessert MPAM also Isolation, Vorhersagbarkeit und Quality of Service im System.
Darf es von allem deutlich mehr sein?
Vera ist auch über den Olympus-Kern hinaus ein mächtigerer Chip mit mehr und schnellerem Speicher. Dessen Maximum steigt von 480 GB LPDDR5X bei Grace auf jetzt 1,5 TB SOCAMM2-LPDDR5X. SOCAMM2 ist modular, sodass bei Speicher-Defekten nicht direkt ein Vera-Board ausgetauscht respektive aufwendig repariert werden muss. Auch bei der Speicherbandbreite, der NVLink-C2C-Bandbreite beim Einsatz von zwei CPUs, dem SLC sowie dem Scalable Coherency Fabric (SCF) und weiteren Aspekten legt Vera nach.
Fabric verbindet Nodes mit Cores, Caches und mehr
Über das Scalable Coherency Fabric werden die Cores, der SLC, der Speicher, NVLink und I/O mit 3,4 TB/s Bisektionsbandbreite angebunden. Das Fabric gliedert sich in die Cache Switch Nodes (CSN), von denen jeder Node mit bis zu vier weitere Nodes verbunden ist. Jeder CSN verbindet bis zu zwei Olympus-Kerne und zwei Slices des SLC mit dem Mesh. Angebunden wird an den CSN auch jeweils ein Memory Switch Node (MSN), der wiederum die Verbindung zum LPDDR5X-Speichersubsystem herstellt.
Über Brücken am Nord- und Südende des Chips erfolgt die Verbindung einerseits zum NVLink-C2C (Norden), um eine Vera-CPU mit einer weiteren zu verbinden. Zum anderen wird darüber die Verbindung zum I/O-Subsystem für PCIe (Süden) hergestellt.
Vera im Benchmark gegenüber Grace
Um die Leistung von Vera gegenüber Grace zu verdeutlichen, hat Nvidia die Leistung im DCPerf Benchmark von Meta demonstriert. Dabei erfolgt das SVT-AV1-Encoding auf Multi-Core-CPUs mittels FFmpeg. DCPerf ahmt die Encoding-Pipeline von Instagram, Reels, Facebook Short Videos etc. nach. Als Datensatz wird der Open-Source-Film El Fuente von Netflix verwendet.
In diesem Benchmark erreicht Vera eine bis zu 2,02-fache Leistung gegenüber Grace. Das lässt sich folgendermaßen erklären: 46 Prozent mehr Leistung Im Vergleich zu Grace kommen zunächst einmal über die Verbesserungen der Mikroarchitektur von Olympus. Der höhere Vektor-Durchsatz und die größeren Caches tragen ihren Teil dazu bei. Weitere 27 Prozent kommen über die 27 Prozent mehr Kerne von Vera hinzu. Weitere 29 Prozent lassen sich mit SMT hinzufügen.
Taktraten waren kein Thema
Nvidia vergleicht dabei nach dem Ansatz „ISO Core“, also mit gleicher Anzahl von Kernen, obwohl Grace 72 Kerne und Vera eigentlich 88 Kerne bietet. Ob der Vergleich auch nach „ISO Clock“ erfolgt ist, wollten die Moderatoren der Session nicht offenlegen. Taktraten blieben ebenfalls unter Verschluss, sie sollen sich aber nicht stark voneinander unterscheiden. Bis zu 3,44 GHz sind es bei Grace.
TDP liegt bei 450 Watt
Zum Abschluss der Session folgte im Raum noch eine letzte Frage zum Verbrauch von Vera. Nvidia gibt bis zu 450 Watt pro Sockel an. Bei Grace sollen es inklusive Speicher 500 Watt sein. Vera könne mit einer TDP von minimal 250 Watt konfiguriert werden.
ComputerBase hat Informationen zu diesem Artikel von Nvidia unter NDA im Vorfeld und im Rahmen einer Veranstaltung des Herstellers in San Jose, Kalifornien erhalten. Die Kosten für An-, Abreise und fünf Hotelübernachtungen wurden vom Unternehmen getragen. Eine Einflussnahme des Herstellers oder eine Verpflichtung zur Berichterstattung bestand nicht. Die einzige Vorgabe aus dem NDA war der frühestmögliche Veröffentlichungszeitpunkt.
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Steam Machine: Geekbench-Ergebnisse deuten auf zeitigen Marktstart hin

Valve will wieder in den Markt für stationäre Konsolen einsteigen; die Steam Machine soll dieses Jahr erscheinen, vorzugsweise im Sommer. Neu aufgetauchte Geekbench-Einträge deuten nun darauf hin, dass bereits erste Geräte bei externen Testern angekommen sein könnten. Der Marktstart rückt damit potenziell näher.
Geekbench-Ergebnise kündigen bevorstehende Reviews an
Angekündigt hat Valve die neue Steam Machine im Herbst 2025 ursprünglich für „Anfang 2026“, hatte die Rechnung da aber noch nicht mit der anhaltenden Speicher- und Komponentenkrise gemacht. Nach mehreren Verschiebungen war die stationäre Steam-Konsole zwischenzeitlich für das 2. Quartal erwartet worden, wenngleich Valve bloß noch von diesem Jahr spricht. Jetzt könnte es aber doch noch der Sommer werden.
Darauf deuten frische Geekbench-Ergebnisse hin, die am 15. Juni 2026 aufgetaucht sind. Insgesamt wurden zwei neue Benchmark-Durchläufe veröffentlicht. Zwar ist die Steam Machine sogar schon im August 2025 erstmals auf Geekbench aufgetaucht; damals aber mit Windows und mutmaßlich bei internen Tests. Die jetzt veröffentlichten Ergebnisse basieren erstmals auf SteamOS, also dem Zielsystem der Konsole. Vor dem Hintergrund weiterer Gerüchte, die der Redaktion vorliegen, festigt sich das Bild einer bereits laufenden Review-Phase bei externen Testern und Gaming-Publikationen. Und erfahrungsgemäß ist es von entsprechenden Reviews, die in den kommenden Wochen erscheinen könnten, nicht mehr weit bis zum Marktstart.
An der Hardware selbst hat sich laut Geekbench-Einträgen nichts verändert. Weiterhin kommt unter dem Codenamen „Valve Fremont“ eine AMD-CPU mit sechs Kernen und zwölf Threads sowie 16 MB L3-Cache zum Einsatz. Die gemessenen Werte liegen bei rund 2.280 bis 2.330 Punkten im Single-Core- und etwa 7.300 Punkten im Multi-Core-Test und entsprechen damit weitgehend den früheren Windows-Ergebnissen. Allerdings sind Geekbench-Werte nur bedingt aussagekräftig für die tatsächliche Gaming-Leistung, da es sich ausschließlich um CPU-Benchmarks handelt. Sie sollten entsprechend vorsichtig interpretiert werden.
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Update verfügbar: Google verteilt Android 17 an das Pixel 6 und neuer
Google hat mit der Verteilung des finalen Android 17 an eigene Smartphones ab dem Pixel 6 begonnen. Zur Entwicklerkonferenz I/O hatte das Unternehmen unter der Bezeichnung Gemini Intelligence seine Vision eines Agenten-Betriebssystems vorgestellt. Parallel zu Android 17 geht bei Google auch ein neuer Pixel Feature Drop online.
Die Verfügbarkeit des neuen Betriebssystems hat sich somit seit der Veröffentlichung von Beta 1 im Februar dieses Jahres nicht verändert. Es wird mindestens das im Oktober 2021 von Google auf den Markt gebrachte Pixel 6 (Pro) für Android 17 vorausgesetzt. Das Over-the-Air-Update lässt sich ab sofort über die Android-Einstellungen anstoßen.
Gemini Intelligence folgt im Laufe des Sommers
Wie Google erklärt, sollen „ausgewählte Geräte noch diesen Sommer“ Gemini Intelligence erhalten, das sich dann durch seine Agenten-Funktionen auszeichnen soll. Ein KI-Agent ist ein Programm mit künstlicher Intelligenz, das selbstständig Aufgaben ausführen kann. Anders als ein normaler Chatbot reagiert ein KI-Agent nicht nur auf einzelne Fragen, sondern kann Ziele verfolgen, Informationen sammeln, Entscheidungen treffen und Aktionen ausführen. Gemini Intelligence soll in Android 17 somit in erster Linie für einen gewissen Grad der Automatisierung sorgen, demnach als Agent eigenständig ausgewählte Aufgaben ausführen. Alle Details sind dem ausführlichen Artikel aus dem Mai zu entnehmen.
- Gemini Intelligence: Google macht Android 17 zum Agenten-Betriebssystem
Multitasking-Bubbles für schwebende App-Fenster
Was damit für den Rollout von Android 17 als Neuheiten übrig bleibt, verdeutlichen die von Google hervorgehobenen Funktionen in der Ankündigung. Das sind zum einen die Multitasking-Bubbles, mit denen sich jede App in ein kompaktes, schwebendes Fenster verwandeln lässt. Dafür müssen Anwender das App-Symbol lange drücken, um es in eine Bubble zu verwandeln, die über anderen Apps schwebt. Auf Geräten mit großem Display werden Bubbles in einer Bubble-Leiste am unteren Bildschirmrand angedockt.
Auf den Bildschirminhalt reagieren
Neu sind zudem die Bildschirm-Reaktionen, die sich auf die Bildschirmaufzeichnung und Anmerkungsfunktion des Betriebssystems anwenden lassen. Nutzer können damit jetzt über die Selfie-Kamera des Smartphones ein Video aufnehmen und gleichzeitig den Bildschirm aufzeichnen und somit parallel auf dessen Inhalt reagieren.
Virtueller Controller auf Foldables
Android 17 unterstützt auf Foldables eine neue 50/50-Ansicht speziell für Spiele, um den Spielinhalt auf einer Hälfte und den virtuellen Controller auf der anderen Hälfte des Bildschirms anzuzeigen. In dem Betriebssystem sei außerdem bereits ein Gaming-Modus für Foldables enthalten, der aber erst „in den kommenden Monaten“ verfügbar gemacht werden soll. Google habe durch eine „effizientere Speicherbereinigung“ zudem die Framerate verbessern und das Ruckeln reduzieren können.
Neue Sicherheitsfeatures für Android 17
Apps lässt sich in Android 17 temporär Zugriff auf den genauen Standort geben, außerdem lassen sich nur einzelne Kontakte anstelle des gesamten Adressbuches freigeben. Google hatte bereits im Mai mit neuen Sicherheitsfeatures geworben, darunter die erweiterte biometrische Absicherung des Geräts über den Find Hub.
Eine optimierte Live-Erkennung von Bedrohungen soll mehr verdächtige Apps und Betrugsversuche verhindern. Um Diebe daran zu hindern, sich durch das Erraten von Passwörtern Zugang zu verschaffen, hat Google die Anzahl der Versuche zum Eingeben der PIN reduziert und die Wartezeit zwischen fehlgeschlagenen Versuchen verlängert.
- Agentisches Betriebssystem: So sichert Google Gemini Intelligence und Android ab
Google führt für Android 17 darüber hinaus das Ausblenden von App-Namen auf dem Homescreen, die Erweiterung der Kindersicherung auf alle Android-Geräte, eine eigene Lautstärkeregelung für den Assistenten und mehr Kontrolle über das dunkle Design als Neuerungen auf. Es gebe zudem App-Speicherlimits, um sicherzustellen, dass Apps nie zu viel RAM verwenden, sowie eine verbesserte Leistung und Akkulaufzeit.
Pixel Feature Drop überschneidet sich
Der aktuelle Pixel Feature Drop umfasst eine Reihe von Neuheiten, die ohnehin im allgemeinen Android-17-Update enthalten sind, zum Beispiel die Bildschirm-Reaktionen und die Multitasking-Bubbles, die auf dem Pixel 10 Pro Fold verfügbar sind. In den USA kann Gemini mit Gemini Omni künftig auch Videos bearbeiten, hierzulande kann der Dienst jetzt Musik erstellen. Google bringt zudem die Dolmetscher-Funktion auf das Pixel 10a und macht Quick Share auf dem Pixel 8a und 9a zu AirDrop kompatibel.
Bereits bekannte Funktionen weitet Google auf mehr Märkte aus. Die Funktion „Nachricht aufzeichnen“ für ein Echtzeit-Texttranskript einer eingehenden Voicemail sowie KI-generierte nächste Schritte nach dem Anruf weitet Google „auf noch mehr Märkte“ aus und führt „Custom Greetings“ ein. Ab sofort können Nutzer eine personalisierte, ausgehende Audionachricht aufnehmen. Anrufer sollen ein „viel herzlicheres, persönlicheres Erlebnis“ erhalten, wenn man nicht ans Telefon geht.
Fotos per Sprache bearbeiten
In Google Fotos lassen sich nun auch in Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien Fotos per Sprache bearbeiten, etwa mit Befehlen wie „Mach es besser“ oder „Entferne die Spiegelungen im Bild“.
Das Teilen von Notfallinformationen (Notfallfreigabe) ist jetzt in den zentralen Notfallerkennungsfunktionen zu finden, einschließlich Autounfallerkennung, Sturzerkennung und Pulsverlusterkennung. Wenn das Pixel einen schweren Autounfall, einen harten Sturz oder einen Pulsverlust erkennt, ruft es den Rettungsdienst an und benachrichtigt gleichzeitig ausgewählte Notfallkontakte. In den Einstellungen können Anwender für jeden Erkennungstyp festlegen, welche Notfallkontakte benachrichtigt werden sollen.
ComputerBase hat Informationen zu diesem Artikel von Google unter NDA erhalten. Die einzige Vorgabe war der frühestmögliche Veröffentlichungszeitpunkt.
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Speicherpreise im Check: HDD-Preise steigen deutlich, SSDs & RAM legen leicht zu

Seit neun Monaten blickt ComputerBase in jeder Monatsmitte auf die Entwicklung der Preise von RAM, HDDs und SSDs. Wie haben sich diese gegenüber der Zeit vor Beginn der Speicherkrise verändert? Mitte Juni ergaben die Stichproben, dass die HDD-Preise erheblich angezogen haben. SSD und RAM wurden wiederum nur leicht teurer.
Preissteigerung bei RAM, HDD und SSD im Überblick
Das nachfolgende Diagramm veranschaulicht den aktuellen Trend. Das Preisniveau beim RAM bleibt extrem hoch und legte binnen eines Monats auch wieder etwas zu. Weitaus deutlicher ist der erneute Preisanstieg bei den Festplatten (HDD), die jetzt mehr als doppelt so teuer wie im vergangenen September sind. Bei den SSDs blieben die Preise nahezu stabil. Mehr Details stehen in den nachfolgenden Abschnitten.
Preisniveau RAM, HDD und SSD (September 2025: 0 Prozent)
Fallende Preise sind noch immer nicht in Sicht. Je nach Prognose aus der Branche wird inzwischen erwartet, dass die Knappheit bis 2028 oder sogar bis 2030 anhalten könnte.
Aktuelle RAM-Preise
Auch Mitte Juni ist Arbeitsspeicher für Desktop-PCs im Durchschnitt fast viermal so teuer wie vor der Speicherkrise. Die Teuerungsrate stieg von 282 Prozent vor einem Monat auf nun 288 Prozent an. Dabei half auch nicht, dass das DDR4-Speicherkit im Vergleich zu Mitte Mai rund 10 Prozent günstiger geworden ist. Das ist auch der einzige deutliche Ausreißer in diese Richtung.
Aktuelle HDD-Preise
Die Preise der Festplatten kennen nur noch eine Richtung, nämlich die nach oben. Lag das Preisniveau vor einem Monat noch rund 88 Prozent über dem September 2025 fiel jetzt die Marke von 100 Prozent und zwar deutlich. Somit sind die HDDs inzwischen im Durchschnitt 107 Prozent teurer als vor der Speicherkrise.
Aktuelle SSD-Preise
Am wenigsten Bewegung gab es bei den SSDs, die nun 112 Prozent teurer sind als vor neun Monaten. Für die 1-TB-SSD von Kingston muss man inzwischen knapp 140 Euro hinlegen, während es im September noch 50 Euro waren.
Hinweise zur Methodik
Jeweils ein Dutzend der Mitte Oktober 2025 populärsten (nach Aufrufen) Speicherprodukte im Preisvergleich sind die Basis für die Studie zur Preisentwicklung von RAM, HDD und SSD im Online-Handel. Der Überblick zeigt die Teuerung jedes Produkts in Prozent und liefert abschließend einen Durchschnittswert.
Neuerdings ist die Liste der Händler im Preisvergleich bei manchem Produkt voll von kleineren, unbekannten eBay-Händlern. Hier drängt sich die Vermutung auf, dass sich diese erst im Zuge der Speicherkrise eingedeckt haben, um aus den weiter steigenden Preisen Profit zu schlagen – „Scalper“ werden solche Akteure umgangssprachlich genannt.
Die eBay-Verkäufer bieten die Kits teils erheblich günstiger als renommierte Online-Shops an. Da aber ein gewisses Risiko besteht, nicht die gewünschte Ware zu erhalten und solche Angebote den allgemeinen Preistrend verfälschen, werden eBay-Angebote nicht bei der Analyse berücksichtigt. Das gilt auch für Marketplace-Angebote bei Amazon.
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